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Erg Oriental: Am Sonntag ging es verdammt schnell nach El Borma







Nach den ersten anspruchsvollen Dünenetappen und der schnellen Strecke nach Ksar Ghilane war nach dem Ruhetag am Sonntag die Speed-Fraktion gefragt. Doch "Gas geben" alleine genügte nicht, denn auch am Sonntag waren wieder zahlreiche anzufahrende GPS-Punkte eingebaut, zudem waren die CP´s wieder "Top Secret".

Die Strecke führte über 247 Kilometer von der Oase Ksar Ghilane nach El Borma in den Süden Tunesiens, es ging hauptsächlich über unterschiedlich schwere Pisten sowie durch kleine Sandverwehungen. Die Organisationsfahrzeuge wurden am Übergang ins Sperrgebiet gesammelt und fuhren mit Militärbegleitung bis nach El Borma, einige Teilnehmer wie die "Feuerwehr" von Hubert Platz und Jörg Schade schlossen sich an, fuhren aber dennoch "Start-Ziel" und blieben somit im Rennen.

Erster im Ziel aber nicht Erster des Tages war das Defender-Team Arendt/Giering, die ihren Landy fliegen liessen, aber zwei GPS-Punkte übersahen und sich als Tages-Dritte (4:06 Stunden) hinter den Überraschungs-Kandidaten Kliebisch/Kliebisch im Toyota Land Cruiser (4:03 Stunden) und den Fahr- und Navigationsgenies Karl-Heinz Porschen und Stephan Körver (3:22 Stunden, Tagessieg und weiter Führung in der Gesamtwertung) platzierten.

Richtig dumm lief es für Toyota-Pilot Ulli Müller und Willi Janke: Heute durfte der Ratzeburger Dr. Müller mal richtig durchfeuern, gab seinem Land Cruiser die Sporen und kam als Zweiter (!) über die Ziellinie. Es hakte diesmal beim Beifahrer Janke, der ansonsten als Fahrer meisterhaft unterwegs ist, das Navigieren aber noch nicht so richtig beherrscht. "Wir haben gesehen, das Porschen nach links abbiegt, aber ich habe nur gesagt, `Fahr weiter, der will nur Pinkeln`... naja, falsch gelegen, aber ich lerne" berichtet Janke schelmisch im Camp.

Gut dabei auch das einzige Motorrad im Rennen, Michael Hanniger schaffte es in 4:15 Stunden ins Ziel. Auf dem einzigen Quad startete auch Gerhard Arzbach wieder, benötigte 6:23 Stunden für die Strecke.

Bei den Buggies jubelten Vater und Sohn Dittmann im Ziel: Nach der ersten beendeten Etappe am Freitag schafften sie erneut eine Stage - doch nicht nur das, mit 4:27 Stunden machten sie auch ihren ersten Etappensieg bei den Buggies klar. "Jetzt sind wir drin" freute sich Titus Dittmann, "die Strecke war perfekt für den Buggy, einfach nur Gas geben, einfach geil." Als Zweite kamen das Mädels-Team Fischer/Wustmann ins Ziel, mit über 1,5 Stunden Rückstand auf die Power-Frauen folgten Ullrich und Eva Varelmann. Grosser Kummer bei Stephan Varelmann: Nachdem sein völlig demolierter Buggy (wir berichteten) am Samstag wieder repariert und alle Rahmenkanten verstärkt wurden, kam das endgültige Aus nach wenigen Kilometern: Motorschaden.

Bei den Trucks sorgten vor allem die Svobodas mit ihrem Tatra für Action: Immer wieder kamen sie von hinten angeschossen, dann sah man sie nicht mehr... Minuten später kamen sie wieder von hinten um dann schliesslich ganz zu verschwinden. Erst am Abend erreichte der orange Renntruck das Camp in El Borma. Was war passiert? "Es war komisch" berichtet Frantisek Svoboda, "die Kabine schaukelte immer wieder so komisch bis wir dann feststellten, das die komplette Kabinenhalterung abgerissen war. Ein Glück das wir nicht runtergefallen sind." Unterwegs hielt man immer wieder an, um die Kabine provisorisch mit Spanngurten zu fixen, am Abend ging es dann zum "Grossen Service". Mit Hilfe der Daktec-Mechaniker wurde gehämmert und geschweisst bis schliesslich um Mitternacht alles wieder repariert war.

Ebenfalls für Acton sorgte das Team Beranek/Petracova im Hummer H2. Mitten auf der Piste riss das linke vordere Rad ab, der Hummer driftete nach links und landete in einer Sandverwehung. "Da haben wir Glück gehabt, das hätte auch böse ausgehen können" meint Pilot Beranek am Abend. "Das Rad hat schon kurz hinter dem Start Geräusche gemacht, wir haben uns aber nichts dabei gedacht. Naja, nun haben die Mechaniker auch mal was zu tun." Und tatsächlich: Gegen 2:30 Uhr in der Nacht wurde bei der Hummer-Truppe der Generator abgestellt, der Hummer war wieder gefixt.

Das Rennen machte wie schon in den Vortagen das Team Mikulencak/Janacek im speziellen Racing-Hummer (prepariert mit Hilfe von Baja 1000 Sieger Rod Hall aus den USA) in 4:18 Stunden vor den Teamkollegen Bechynsky/Swojanovsky (4;25 Stunden) und Veveska/Jedlicka (5:21 Stunden). Das vor allen die Zweit- und Drittplatzierten Tschechen am Sonntag früh wieder fit waren wunderte viele Teilnehmer. Am Abend des Ruhetages hatten sie das kleine Café im Camp "übernommen" und zettelten gemeinsam mit einigen Tunesiern, weiteren Teilnehmern und Touristen eine wilde Party an, die von lokaler Live-Musik begleitet wurde und bis in die frühen Morgenstunden ging...

Am Montag folgt ein weiteres Highlight der letzten "Erg Oriental" von Veranstalter Jörg Steinhäuser: Die grossen Dünen rund um El Borma. In einem Rundkurs und einem Mix aus Pisten und Dünen dürfen 284 Kilometer in zwei Runden und einer Vorgabezeit von 9 Stunden bestritten werden.

Artikel vom 08.11.2009, Artikel: Redaktion/hs/Jan Holtz








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