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 | Erg Oriental: Der Anspruch an die Teilnehmer wuchs am Mittwoch |
 Wer bereits am Dienstag dachte, es sei anspruchsvoll, wurde am Mittwoch eines Besseren belehrt. Lediglich 85 Kilometer standen auf dem Programm - doch es waren 85 Kilometer ausschliesslich in den Dünen. Die waren teils knapp, teils steil und stellenweise unheimlich weich, die Strecke sollte zudem in zwei Runden gefahren werden. Die Vorgabezeit wurde auf 10 Stunden verlängert, Besonderheit: Wer bei der ersten Runde schon über 5 Stunden war, wurde aus dem Rennen genommen - weil die Einhaltung der Gesamt-Vorgabezeit dann höchstwahrscheinlich nicht mehr gegeben wäre.
Bereits wenige Kilometer nach dem Start über eine Piste kamen die Dünen - und sollten in einer grossen Fläche rund um den Tempelberg fast nicht mehr aufhören. Die Organisation hatte die Navigation vereinfacht und mehr Waypoints ausgegeben - dazu die Aufforderung, auch jeden Waypoint anzufahren, da sonst eine funktionierende Strecke nicht machbar gewesen wäre. Pro ausgelassenem Waypoint gab es in den Dünen 30 Minuten Strafzeit, gelegentlich lohnte es also, genau zu kalkulieren ob sich nicht eine Umfahrung lohnen würde.
Nur ein Buggy und sechs Autos schafften die Strecke komplett, viele fuhren nur eine Runde, einige gaben auch schon vorher auf. Mit einer Königs-Leistung überraschten gleich zwei Teams: Karl-Heinz Porschen und Navigator Stephan Körver wechselten sich hinter dem Lenkrad ab, sie schafften als Einzige (!) alle Waypoints, fuhren eine Spur, die schier unglaublich schien und bei Jedem nur Bewunderung hervorrief. Der Tagessieg ging ergo an das Range-Rover Team im VW Käfer Kleid vor den drei Defendern der Teams Tinla / Ehlermann, Windfeder / Windfeder und Arendt / Giering, die wieder zusammen fuhren und die Etappe ebenfalls komplett beendeten.
Ansonsten schafften nur die Teams Ortmann / Felseis (Toyota Land Cruiser) sowie die Newbees (!) Bleim / Herpel (Nissan Patrol) die Strecke, auch diese beiden fuhren wie am Vortag wieder zusammen. "Das hat sich prima bewährt" meint Toyota-Pilot Ortmann, "das hätte ich mir als Anfänger auch gewünscht. Aber die beiden fahren unheimlich gut, es macht richtig Spass."
Das zweite Überraschungs-Team: Die beiden "Buggy-Mädels" Annett Fischer und Katrin Sophia Wustmann überzeugten die anderen Teilnehmer mit ungeahnten Fahr- und Navigationskünsten, beide schafften es nicht nur "In Time" und fuhren die komplette Etappe (wenn auch mit einigen Umfahrungen), beide kamen auch als einziges Buggy-Team ins Ziel - und das mit extrem wenig Erfahrung. Zugegeben, beide hatten einen Vorteil: "Wir haben eine Woche vor der Rally schon in Tunesien getestet" berichtet Annett, "aber da hatten wir zu Beginn mehr Reparaturen als Fahr-Erlebnisse. Wir sind total happy das wir es geschafft haben, hoffentlich geht das so weiter."
Quad-Pilot Gerhard Arzberger legte nach seinem Überschlag (vom Dienstag) am Mittwoch eine Pause ein, das einzige Motorrad im Feld (Michael Hanniger) gab nach der ersten Runde auf. Glück bei Dr. Ulli Müller: Nach seinem Getriebeschaden am Dienstag konnten am Mittwoch Ersatzteile aufgetrieben werden, der Toyota wurde vom Daktec-Service repariert und kann ab der Donnerstags-Etappe wieder starten.
Eine Schrecksekunde gab es beim Buggy von Titus und Julius Dittmann: Ein Schaumstoffschutz für die Ellenbogen hatte sich gelöst, fiel auf den Krümmer und fing Feuer. "Durch den Fahrtwind haben wir es gar nicht bemerkt, sind dann von den Kollegen aufmerksam gemacht worden" berichtet Titus, "das Feuer war aber schnell gelöscht, zum Glück gab es keine weiteren Schäden." Für die Buggy-Jungs war die Strecke zu hart: "Wir haben absolut keine Erfahrung mit den Dünen, zusammen mit den beiden Varelmann-Teams haben wir dann abgebrochen weil wir nur noch am Buddeln waren."
Bei den Trucks und Hummern lief es ebenfalls knifflig. "Es war wirklich anspruchsvoll" meint der Tscheche Mila Janacek, "wir haben dann nach der ersten Runde abgebochen." Stolz zeigten sich die "Feuerwehr"-Piloten Hubert Platz und Jörg Schade. "Wir wollten es mal probieren, auch wenn die Dünen eigentlich nichts für unseren Magirus-Oldie sind. Aber wir haben einige gute Umfahrungen gefunden und sind sogar durch einige Dünen - Mann hat das Spass gemacht" grinst Hubert Schade.
Am Donnerstag wird es erneut heftig, 125 Kilometer stehen auf dem Plan, Dünen und Piste, ebenfalls in zwei Runden zu fahren. Am Abend war auch Rennleiter Reiner Burrichter nach zwei Tagen Buddeln wieder im Camp: "Schön das wir wieder bei Euch sein dürfen. Für morgen haben wir eine Vorgabezeit von neun Stunden, fünf für die erste Runde und vier für die Zweite. Auf der Piste wird es für Nicht-angefahrene Waypoints eine Strafzeit von 10 Minuten geben, bei ausgelassenen Dünen-Waypoints 30 Minuten - passt also auf, dann sind wir alle wieder sicher bei Tageslicht im Camp." Es bleibt also spannend.
Artikel vom 03.11.2009, Artikel: Redaktion/hs/Jan Holtz

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