Liveberichte und Fotos von Rallys und Events



Aktuelle Nachrichten 4x4, Offroad, Rally



Teams, Fahrzeuge, Links, Downloads...



Das Fotoarchiv zum Ansehen und Bestellen























Sie befinden sich in den Einzelnews zur "Erg Oriental Rally" 2009. Alle Bilder lassen sich durch Anklicken vergrössern. Durch einen Klick auf den Zurück-Link unter dem Artikel bzw. der Gallerie gelangen Sie wieder zur "Erg Oriental Rally Tunisia" Übersicht.





Erg Oriental: Eine Dünen-Königsetappe als "Einstieg" am Dienstag

"Holla, das war mal eine Strecke. Eigentlich nur 120 Kilometer - aber ein Wahnsinn. Ich war schon zweimal bei der Marokko-Rally dabei, was dort die Königsetappe war, wurde hier ´Einführung´ genannt" schwärmt Toyota-Pilot Dirk Ortmann - und damit fasst er den Tag schon einmal ultraknapp zusammen. Geplant waren eigentlich 170 Kilometer von Douz nach Tembaine, doch am Vorabend meldete der Rennleiter Rainer Burrichter "bitte mehrere Bilder im Roadbook streichen, das ist unfahrbar hier." Ergo strich man 50 Kilometer Dünen und blieb bei der Vorgabezeit von 5 Stunden - doch die reichten letztlich nur wenigen Teilnehmern...

Der Tag begann tricky im Kamelstadion von Douz - dort, wo man gestern die 1. Etappe beendete. Als kleines Schmankerl hatte man den Start ein wenig knifflig gemacht. Nur wenige hundert Meter hinter dem Startsignal hätte man einfach rechts abbiegen müssen - doch so ziemlich jeder Teilnehmer nutzte die schnelle Stadionkurve und verpasste so den kurzen aber ansonsten einfachen Pisten-Einstieg in die Strecke. Ein wildes Durcheinander war das Resultat, die Teilnehmer fuhren zum Teil Kreuz und Quer durcheinander. "Damit rechnet man eben kaum" meint Land Rover Pilot Markus Lampert, "wir haben zum Glück aufgepasst und so den richtigen Einstieg erwischt, dann war es ganz einfach..." Wie es gehen kann bewies auch FIA-Navigator Mila Janacek, der ganz klar "Kurs erster Waypoint" befahl und von Beginn an Luftline durch das Kamelgras schoss.

Nach ein paar kurzen Dünen (die gestern den Ausstieg bildeten) ging es auf die Piste nach Ksar Ghilane, vor dem eingezäunten Naturschutzgebiet dann allerdings rechts weg in Richtung Tembaine. Einige Kilometer weiter gegen Ende des Zaunes sollte es dann eigentlich rechts über ein Highspeed-Plateau in die Dünen gehen, doch die Rennleitung fuhr die Strecke ab - und cancelte einige Punkte. Die Dünen hatten sich ihren eigenen Weg gesucht und ehemalige Pisten komplett eingesandet - dadurch ging an dieser Stelle gar nichts mehr.

Wie heftig es war beweist: Die geplanten CP´s (am Montag in die Strecke gefahren) steckten noch am Dienstag Abend in den Dünen und werden wohl auch erst am Mittwoch früh harsu kommen. Die Organisation entschied sich kurzerhand, die heutigen CP´s daher mit Motorrädern zu besetzen - diese Aufgabe bewältigten die "Tuareg Rally"-Profis "Hop-Sing" und "Eric". Sie zeigten, das sich diese Lösung als optimal erwies und werden dies in den kommenden Tagen fortsetzen. "Wir kommen halt viel schneller hin als die Autos. So fahren wir die Strecke jeden Tag ab und wenn ein CP nicht rechtzeitig besetzt werden kann, übernehmen wir den Job."

So leitete man die Teilnehmer weiter in Richtung Tembaine und verlegte den neuen Einstieg um ein paar Kilometer, wodurch 50 Kilometer Dünen wegfielen. Das erwies sich letztlich als gute Entscheidung, denn auch die folgenden Dünen hatten es in sich. Kurze, knappe und teils harte Dünenkämme, sehr weicher Sand und teils extreme Steigungen forderten die Teilnehmer erneut heraus.

"Das war mal eine klasse Strecke ganz nach meinem Geschmack" berichtet Land Rover Pilot Christian Windfeder, gestern mit Ehefrau Corinna Tagessieger bei den Pkw. Er wartete nach dem Start auf seine Teamkollegen Stephan Arendt und Frank Tinla (beide ebenfalls im Land Rover). "Gestern haben sie mir geholfen und so bekam ich meinen Tagessieg - da ist es doch nur fair, wenn ich dann auch auf beide warte." Alle drei Teams blieben den Tag über zusammen, halfen sich gegenseitig durch die Strecke - und kamen geschlossen als erste Pkw ins Ziel. "Wir haben nicht buddeln müssen, aber es war dennoch extrem anspruchsvoll" so Windfeder.

Kaum ein Teilnehmer hatte alle Waypoints, selbst Vorjahressieger Stephan Arendt (Land Rover Defender) schaffte nicht alle Punkte: "Einige waren so heavy auf ziemlich hohen Dünen platziert, das hätte uns mehr Zeit (auf die Vorgabezeit) gekostet, als Drumherum zu fahren." Auch mit der Vorgabezeit wurde es für Viele knapp. Quad-Pilot Gerhard Arzberger schaffte es als einer der Wenigen in den geforderten 5 Stunden - und das, obwohl er sich heute mit sein E-ATV überschlug. Zum Glück blieb er unverletzt, setzt die Rally morgen fort.

Im hinteren Feld wurde einigen Teilnehmern am CP eindringlich der Vorschlag gemacht, vorzeitig aus der Strecke herauszufahren, da es sonst durch die sich ankündende Dämmerung zu gefährlich werden könnte - zudem sei man dann eh aus der Vorgabezeit raus. "Das war zwar nicht geplant, aber eine sehr gute, eigenmächtige Entscheidung der CP´s" erklärte der kommende Rallychef Jörg Schumann beim abendlichen Orga-Briefing, das er gut und mit Witz - aber auch mit strenger Hand dirigiert.

Wirklich zu kämpfen hatten die Borossi-Buggies, die ab den ersten Dünen zusammen fuhren. "Wir haben uns von Tal zu Tal gekämpft" berichtet Ulrich Varelmann, "die Dünenwände wurden immer höher und wir haben uns immer wieder festgefahren. Meine Frau wollte schon fast aufgeben, aber dann hat uns ein anderer Teilnehmer empfohlen, doch eher auszusteigen, weil wir es sonst in keinem Fall im Hellen ins Camp kommen würden - dadúrch sind wir aber erst recht in die heftigen Dünen gekommen, haben sogar Punkte der nächten zwei Tage gefunden. Das Beste jedoch: Keine Schäden, kein Schlamm wie sonst auf der GORM, das wird ein netter Abend!"

Mehr Pech hatten die Borossi-Mädels Annett Fischer und Katrin Wustmann... In der Nacht auf Dienstag hatte irgendjemand Beiden offensichtlich Wasser in den Tank geschüttet, das fiel erst mitten in den Dünen auf. Die Leistung des Buggies liess immer mehr nach bis es schliesslich gar nicht mehr ging. Beide stellten dann Wasser im Benzin fest - so blieb dem Team nur übrig, mitten in den Dünen den Tank und die Leitungen zu reinigen sowie die Einspritzdüsen zu wechseln. "Zum Glück war der Service-Lkw zufällig in der Nähe weil er sich in den Dünen verfahren hatte, sonst hätten wir wohl nicht weiterfahren können" berichtet Annett. Ein Motorschaden konnte verhindert werden, somit sind die Mädels am Mittwoch weiter im Rennen.

Auch für die vier tschechischen Hummer in Wertung wurde es ein spannender Tag. Martin Mikulencak und Mila Janacek im Semi-Hummer kamen recht früh ins Ziel, schafften aber auch einige Waypoints ebenso wenig wie die Vorgabezeit nicht. Dennoch könnten sie heute ganz vorne sein: "Heute werden die Zeitstrafen deutlich mitentscheidend sein" grinst Janacek, "und da sieht es bei uns sehr gut aus." Die anderen drei Wertungs-Hummer hatten ganz neue Erfahrungen: "Die meisten sind bisher nur in Gruppen und mit Führung gefahren, hier sind sie nun auf sich alleine gestellt. Viele überschätzen sich dann und müssen entsprechend buddeln." Am Ende schafften es aber alle knapp nach Einbruch der Dunkelheit ins Ziel.

Pechvogel des Tages ist der Norddeutsche Dr. Uli Müller (Toyota Land Cruiser). Er und sein Beifahrer Willi Janke fuhren sich in den heftigen Dünen mehrfach fest und mussten derart stark mit dem Fahrzeug arbeiten, das schliesslich das Differential seinen Geist aufgab. Beide blieben bis zum Abend draussen, wurden schliesslich vom Berger Säb Ziegler herausgeholt. Der widerum versuchte an einem steilen Hang, sich á la Normann Bock mit seinem Abrollkipper den Berg hinauf zu drücken... Das Gelände war derart steil, das Ziegler über 50 Meter Seil einsetzte, um den Toyota heraus zu bekommen.

Die gestrigen Pechvögel Bernd Jäger und Alfonso Guillermo Castaneda zeigten nach ihrem Ausfall Sportsgeist und wollten Alles - nur nicht nach Hause. Kurzerhand stiegen beide im Orga-Fahrzeug von Heiko Weber mit ein und verfolgen die Rally nun als Touristen. "Wenn wir schon mal auf einer Rally in Tunesien sind, dann ziehen wir das auch durch" grinst Jäger. Der Porsche-gelbe VW Bus T3 Syncro wird bis zur Rückkehr aus dem Süden in Douz geparkt.

Der ebenfalls mit einem aufwändigen VW-Land-Rover-Umbau gestartete Karl-Heinz Porschen (der mit dem Breslau-Käfer 2004) brach heute die Etappe ab - sein neuer "Rally-Käfer" auf Basis eines LR Discovery verbrauchte schlicht zuviel Sprit. "Das waren 100 Liter auf 120 Kilometer" lachte Porschen im typisch kölschen Dialekt, "aber wir haben den Servicetruck voll mit Sprit, das wird die Tage schon irgendwie gehen."

Der mit Spannung erwartete Rallyeinsatz der "Feuerwehr" von Hubert Platz und Jörg Schade (ein ehemaliger Feuerwehr-Magirus, der ansonsten als Service- oder Bergefahrzeug auf der GORM agiert) geht nach einer heutigen Zwangspause weiter. Gestern schafften sie es (aufgrund der Zeitstrafenverteilung) sogar auf Platz 2 bei den Lkw, danach gab es allerdings einen Defekt mit der Druckluft. "Wir sind heute gestartet, dann allerdings direkt in eine Werkstatt, um den Schaden zu reparieren" berichtet Platz, "nun läuft die Feuerwehr wieder. Allerdings haben wir für die Überführung zum Camp 2,5 Stunden gebraucht, sind zum Glück aber kurz vor der vollen Dunkelheit angekommen."

Quasi ebenfalls mit einem "Oldtimer" sind Dirk Ortmann und Reinhard Felseis (siehe auch erster Absatz) dabei - der Toyota HZJ ist besser bekannt als das ehemalige Orgafahrzeug von Rally-Veranstalter Jörg Steinhäuser. Nicht nur die Dünen, sondern vor allem die Erlebnisse des Tages führten zu der Schwärmerei. Zuerst brach die Motoraufhängung, dann ging der Turbolader kaputt, schliesslich fuhr man sich an einem Hang extrem fest. "Wir fahren seit gestern mit dem Nissan von Adolf Blaim und Marion Herpel zusammen, beide sind totale Rallyanfänger, tragen sogar ein "L" (für Learning) auf ihrem Auto und T-Shirt" erzählt Ortmann. "Gestern haben wir ihnen geholfen, heute wir uns gegenseitig, denn sie haben eine Seilwinde am Patrol. Als wir oben steckten, steckten sie unten. Wir haben uns dann gegenseitig mit der Winde rausgewinscht, so ein Ding ist also nicht nur auf einer Breslau gut."

Am Dienstag startet die 3. Etappe mit einem Rundkurs rund um das aktuelle Camp nahe Tembaine - wunderschön gelegen mitten in den Dünen. Die Etappe ist "lediglich" 85 Kilometer lang - aber die haben es in sich: Sand, Sand, Sand... Als Besonderheit ist bei Kilometer 38 ein CP eingeplant, der bei Nicht-Erreichen der Vorgabezeit die entsprechenden Teilnehmer aus der Strecke nehmen soll. "Wir haben aus den letzten beiden Tagen gelernt" erklärt Rally-Nachfolger Jörg Schumann beim abendlichen Briefing, "wir haben die Vorgabezeit auf 10 Stunden erhöht." Aufgrund der Tatsache, das nochmals die Regeln für das Abschiessen der Not-Signalraketen erklärt wurde, dürfen wir besonders gespannt sein...

Artikel vom 03.11.2009, Artikel: Redaktion/hs/Jan Holtz

Zurück zur News-Übersicht: [ HIER KLICKEN ]

Zurück zur Startseite: [ HIER KLICKEN ]








Zurück zur Erg Oriental Übersicht
Back to Erg Oriental Overview








Schnellnavigation: [ News Allgemein ]x[ Newsletter ]



























































 COPYRIGHT 2003 - 2010 MARATHONRALLY.COM | LONDON | COLOGNE | NUREMBERG | BUDAPEST | KUALA LUMPUR | QATAR | ST. PETERSBURG | PRAHA | MANILA