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 Erste Vorstellung Nissan Juke: Kleinwagen Crossover gegen Langeweile
Nissan ist selbst ein wenig von dem immensen Erfolg des Qashqai überrascht gewesen. Nun legen die Japaner nach und präsentieren auch für das Kleinwagensegment einen Crossover, der sich gängigen Vorstellungen noch weiter entzieht.
Der Juke bringt den mittlerweile doch etwas überstrapazierten Begriff "Crossover" wieder auf den Kern zurück: Der neue Nissan ist tatsächlich - wie von den Marketingstrategen angekündigt - eine Kreuzung aus SUV und Coupé.
Nicht nur die Form fällt aus dem Rahmen, sondern auch die Motorisierung. Stolze 140 kW / 190 PS leistet der lediglich 4,14 Meter lange Juke in der Topversion. In 8 Sekunden erreicht die 6-Gang-Schaltversion Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Mit stufenloser Automatik sind es nicht einmal eine halbe Sekunde mehr und immer noch 200 km/h.
Der Leistungsauftritt des 1,6-Liter-Benziners ist in der 190-PS-Variante über jeden Zweifel erhaben und bietet vor allem als Topmodell mit Allrad und Automatik einen absolut überzeugenden Auftritt. Die Schaltversion hingegen ist ausschliesslich als Fronttriebler erhältlich.
Der Getriebehebel liegt angenehm hoch in der Hand, die Wege sind schön kurz, die Passung präzise. Ab 2500 Umdrehungen liegt ordentlich Schub an. Das höchste Drehmoment verteilt sich nahezu über den gesamten Bereich an. Die Kraftentfaltung führt gerne schon einmal dazu, dass die Räder beim Anfahren durchdrehen. Der EU-Normverbrauch liegt mit unter sieben Litern erfreulich niedrig.
Doch auch der kleinere 1,6-Liter-Benziner verfügt mit 86 kW/ 117 PS und 158 Newtonmetern Drehmoment über ausreichend Leistung und sorgt für ausreichend flottes Fortkommen. Zudem lässt sich der kleine Juke angenehm schaltfaul fahren. Alternativ gibt es einen nahezu gleichstarken 1,5-Liter-Diesel mit sechs Gängen.
Den Trick mit den hoch oben angebrachten und optisch versteckten Türgriffen hinten für den coupéhaften Auftritt eines Viertürers kennt man bereits von einigen anderen Marken. Die ungewohnten Ansätze werden im Innenraum fortgeführt. Aber: Innen ist die Kopffreiheit hinten ebenso beschränkt wie der Fussraum. Vor allem das Schienbein stösst gerne unten an die Vordersitze.
Gut ist das neue "Nissan Dynamic Control System", das ab der mittleren Ausstattung Acenta an Bord ist. Das zentral in der Mittelkonsole platzierte Bedienelement erlaubt nicht nur die drei Fahrstufen "Normal", "Eco" und "Sport", sondern bietet im Display auch noch Anzeigen für das Drehmoment, ökologischste Fahrweise, Ladedruck des Turbos, Bremsenergierückgewinnung für die Batterie oder sogar die Beschleunigungskräfte.
Stolz ist Nissan auch auf die lackierte Mittelkonsole zwischen den Sitzen, deren Form am vorderen Ende an einen Motorradtank erinnern soll. Klassische Rundanzeigen werden von einem wellenförmigen Instrumentenschirm überspannt, der italienisches Sportwagen-Flair verbreitet. Auch die farblichen Akzente in den Sitzbezügen und den Türinnenseiten gefallen. Nicht ganz dem Premiumanspruch genügen das harte Plastik am Armaturenbrett und die sehr billig wirkende Klavierlack-Optik.
So eigenwillig das gesamte Fahrzeug ist, so selbstbewusst fällt die Preisgestaltung aus. Los geht es bei 16.990 Euro. Das ist für einen Kleinwagen nicht wenig.
Technische Daten Nissan Juke 1.6 l DIG-T 4x2 6-Gang
Länge x Breite x Höhe (m): 4,14 x 1,77 x 1,576
Motor: Vierzylinder-Reihen-Benziner, Turbolader, Direkteinspritzer, 1618 ccm
Leistung: 140 kW / 190 PS bei 5600 U/min
Max. Drehmoment: 240 Nm bei 2000 - 5600 U/min
Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm): 6,9 Liter
CO2-Emissionen: 159 g/km (Euro 5)
Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h
Beschleunigung 0 - 100 km/h: 8,0 s
Leergewicht/Zuladung: 1325 kg / 410 kg
Kofferraum: 251 - 880 Liter
Anhängelast (gebremst): 1200 kg
Räder/Reifen: 7 x 17 / 215/55 R 17
Basispreis: 22.240 Euro
2010/10/28 | 13:24 CET | EDITOR: MR/HS/AMPNET


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