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Fahrbericht Land Rover Freelander TD4 SE: Fit für die linke Spur





Sport Utility Vehicles (SUV) bekommen von ihren Herstellern häufig unerwartet gute Qualitäten für die Fahrt auf glatten und schnell befahrbaren Strassen mit. Die meisten von denen werden sich auch nie durch unwirtliches Gelände wühlen müssen, sondern fein auf dem Asphalt bleiben. Anders beim Land Rover Freelander 2. Der verleugnet seine direkte Abstammung vom Geländewagen keineswegs, und dennoch muss man sich auf der Autobahn nicht auf der rechten Spur verstecken. Der Freelander 2 zeigt sich fit für die linke Spur.

Der Land Rover Freelander lässt erst gar keinen Zweifel an seinen Gelände-Genen aufkommen. Die extrem kurzen Überhänge und steil ansteigenden Schürzen vorn und hinten garantieren einen grossen Böschungswinkel. Wer’s immer noch nicht verstanden hat, den erinnert seine Grundform an Geländeklassiker aus dem Hause Land Rover. Da braucht es kaum noch die grüne Land Rover-Pflaume auf steilem Kühlergrill und Heck, um an den Defender und seine zahlreichen zweckmässigen und edlen Nachfahren erinnert zu werden.

Innen haben die Designer ebenfalls auf die Karte der wohlwollenden Erinnerung gesetzt. Auch dort finden sich viele Anklänge an das kantige und früher auch zerklüftete Design der Armaturentafeln der Gelände-Profis. Aber alles lässt sich beim Freelander intuitiver bedienen, als es nach dem ersten Eindruck den Anschein hat.

Wir fuhren jetzt den Land Rover Freelander TD4 SE, dessen Serienausstattung auch Ledersitze, Geschwindigkeitsregelung, Einparkhilfe vorn und hinten, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Bi-Xenon-Scheinwerfer sowie natürlich auch Stabilitäts- und Traktionskontrolle, Bremsassistent und eine neu entwickelte Wankneigungskontrolle umfasst. Ebenfalls an Bord ist das für die Geländefahrt mit dem kontinuierlichen Allradantrieb so hilfreiche Terrain-Response-System auf dem Hause Land Rover.

Der Innenraum hat gegenüber dem Freelander der ersten Generation erheblich zugelegt. Besonders mit dem Glasdach vorn und hinten entsteht der Eindruck lichter Weite für die Passagiere auf beiden Sitzreihen, wobei die hintere einen guten Blick nach vorn gewährt, weil ihre Sitze höher angebracht sind als die vorderen. Aber auch Fahrer und Beifahrer brauchen sich nicht über einen Mangel an Übersicht zu beklagen, denn ihre Sitzposition ist höher als sonst bei SUV üblich.

Unser Freelander wurde vom 2,2 Liter Turbodiesel angetrieben, bei dem schon ab 2000 Umdrehungen pro Minute (U/min) 200 Newtonmeter (Nm) des mit 400 Nm hohen maximalen Drehmoments zur Verfügung stehen. Der Vierzylinder wurde quer eingebaut und leistet 112 kW / 152 PS. Sein Norm-Durchschnittsverbrauch liegt bei 7,5 Litern pro 100 km. In der Praxis auf der Strasse übersteigt sein Verbrauch auch beim vollen Ausnutzen der Beschleunigung - 11,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h - und der Höchstgeschwindigkeit von mehr als 180 km/h nur äusserst selten die Zehn-Liter-Marke.

Die Lenkung arbeitet ausreichend präzise, aber ein bisschen gefühllos, das Federungsverhalten erweist sich als erstaunlich komfortabel. Das Sechs-Gang-Getriebe lässt sich leicht und genau schalten. Überraschend niedrig für einen solchen Wagen im Kastendesign fallen die Fahrgeräusche aus (Luftwiderstandsbeiwert 0,39). Da macht sich über weite Geschwindigkeitsbereiche eher der knurrige Diesel bemerkbar.

Der fast zwei Tonnen schwere Freelander lässt sich also angenehm und recht flott bewegen. Wem das Diesel-Temperament nicht reicht, der kann sich für den Sechs-Zylinder-Benziner mit 171 kW / 233 PS entscheiden, der die Fahrleistungen um eine Klasse verbessert, aber eben auch den Verbrauch auf 11,2 Liter im Durchschnitt anhebt. Beide Motorvarianten bieten mehr als 500 Kilogramm Zuladung und dürfen maximal zwei Tonnen schwere gebremste Anhänger ziehen. Der Laderaum fasst 755 Liter und lässt sich auf bis zu 1670 Liter vergrössern.

Nützlich ist der Freelander also auch noch, wenn man’s braucht. Mit einem Einstiegspreis von 31 000 Euro bewegt sich seine einfachste Variante auf einer eher unteren Stufe des in dieser Klasse üblichen Preisniveaus. Damit ordnet er sich etwas tiefer ein als zum Beispiel der Toyota RAV4 oder der neue Volkswagen Tiguan. Preis und Leistung lassen den Land Rover Freelander in seiner Marktnische zu einem attraktiven Angebot, nicht nur für Freunde des konservativen und soliden britischen Autos werden.

Artikel vom 01.11.2007, Artikel: marathonrally.com/hs/auto-reporter

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