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GORM III: Fulminante T1-Kämpfe - Happening an Eventualitäten











"Es kann sich schnell alles ändern." Kennen Sie den Spruch? Wenn auf irgendeine Rally in diesem Jahr dieser Spruch zutreffen sollte, dann auf den dritten Lauf der GORM (German Offroad Masters) am vergangenen Wochenende in Langenaltheim. Denn kaum wie zuvor blieb es vor allem in der T1-Klasse (verbesserte Fahrzeuge/Prototypen) bis zur letzten Sekunde spannend, sorgten immer neue "Eventualitäten" für neuen Wirbel.

Ein Team sollte dabei besonders belohnt werden: Mario Humme und Andrejs Lazdins. Mit ihrem Toyota Landcruiser schafften sie es zum GORM-Auftakt in Kallinchen als bester Nicht-Mercedes G auf Platz 4 über die Ziellinie, auf der Dresden-Breslau demolierten sie sich heftigst das Fahrzeug, profitierten aber von Ausfällen und schafften es auf Platz 2. Jetzt folgte - denkbar knapp und mit sehr viel Glück der Sieg. Aber wie!

Die "Übermacht" Häring/Beck führte lange

Von Beginn an fuhren beide ein souveränes Rennen, konnten knapp am zweitbesten Mercedes G vom Vater-Sohn Duo Stensky/Stensky dranbleiben, nicht aber an der "Übermacht" vom Team Häring/Beck im bulligen Mercedes G 560. Doch während die Stenskys gleich zu Beginn mit einem platten Reifen zu kämpfen hatten, der letztlich zwei Runden kosten sollte, haperte es bei Häring/Beck mit der Batterie, was beide ebenfalls zurückwarf.

Schrecksekunde - Überschlag am Steilhang

Die Karten waren neu gemischt. Der Toyota führte knapp vor den Stenskys im Mercedes, von hinten drängten unerbittlich erneut Häring/Beck nach vorne. Sie gaben alles - doch dann der Schock: Am gefürchteten Steilhang erwischten Häring/Beck ein Schlagloch, binnen Bruchteilen von Sekunden verriss es das Lenkrad, der 560er G stellte sich quer und polterte Kopfüber den Hang herunter.

Sofort waren Teams und Medical Klaus Spörl vor Ort, zum Glück die Entwarnung: Nichts passiert, dafür eine Menge Blech- und evtl. Technikschaden am Mercedes von Häring/Beck. Für beide war das Rennen gelaufen.

Was nun folgte, liess die Fans jubeln und zauberte Veranstalter Jörg Sand ein breites Dauergrinsen ins Gesicht: Humme/Lazdins im Toyota lieferten sich (ähnlich wie die Mercedes beim Rally Trial Germany) ein erbittertes Duell bis ans Messer, über mehrere Runden blieben beide trotz der Schwierigkeit des Geländes Stossstange an Stossstange.

Material schonen zählte nicht mehr

"Material schonen" war jetzt ein Fremdwort, "Vorsicht" ebenfalls. Nicht mehr im Kriechgang, nein, so schnell wie möglich ging es jetzt den Steilhang herunter. Weitere Teilnehmer wurden überholt wo es nur ging, selbst verursachter Blechschaden egal, ab sofort unwichtig. Jede Lücke wurde genutzt, um den Gegner anzugreifen. Lange hielten Humme/Lazdins den eigentlich überlegenen Mercedes der Stenskys in Schach, bis es an einem Berganstieg knapp wurde. Zwar schaffte es der Toyota als Erster nach oben, doch die Power fehlte für eine Sekunde und Stensky schob sich vorbei.

Ein weiterer Überschlag - Zirbes als Retter in der Not

Nun lag der Mercedes wieder vorne, nur noch wenige Runden bis zum Schluss. Erbittert blieben Humme/Lazdins dran, gingen immer mehr ans Limit. Zu sehr. An einer Abfahrt am Ende der Verschränkungsstrecke gerieten sie zu weit nach rechts, der Toyota hebelte sich aufs Dach. Verletzungen keine, Blechschaden enorm - aber der Motor lief noch.

Die Zeit tickte und solange der Berger nicht startete, blieb die Nebenstrecke offen. Das nutzten die Stenskys und überrundeten den havarierten Toyota. Doch ausgerechnet Uwe Zirbes im Hummer H1 sollte sich - ungewollt - als Retter der Toyota-Crew erweisen. Just in dem Moment, als man schon alle Hoffnungen begrub, erwischte er am Steilhang das gleiche Loch wie Häring/Beck. Das Gewicht des Hummers verhinderte einen Überschlag, schob das Ungetüm jedoch nach unten wobei die Räder verdrehten und die Lenkung versagte. Hilflos hing Zirbes am Hang, hinter ihm ging nichts mehr, überholen hier unmöglich.

Humme/Lazdins bemerkten die Streckenblockade und gaben jetzt alles, den Toyota wieder flott zu bekommen. Und tatsächlich: Das Auto stand wieder, der Motor lief, das Fahrwerk war ok. Mit Vollgas ging es zum Hang - um sich brav hinter Stensky in den Stau zu stellen und die Bergung Zirbes abzuwarten.

Luft anhalten bis zum Ende - unglaubliches Pech für Stensky/Stensky

Was nun folgte, war schlicht unglaublich. Eine Runde Rückstand galt es aufzuholen, noch knapp vier Runden waren zu fahren. Die Toyota Crew überschritt nun das Limit, das Auto war eh kaputt. Man trat die kaputte Frontscheibe heraus und "prügelte" mit flatternder Motorhaube durch die Strecke, immer dicht dran an den Stenskys.

Auf einmal fehlte der Mercedes. Wo waren die Stenskys? Ähnlich dem nervenzerreissenden Finale am Nürburgring 2007 rissen sie sich in der vorletzten Runde den hinteren Stossdämpfer ab und fuhren an den Streckenrand, um den Schaden zu begutachten. Egal, weiter, auch mit kaputtem Auto. Doch es reichte nicht mehr. Denkbar knapp fuhren Humme/Lazdins mit nur wenigen Sekunden Vorsprung als Erste über die Ziellinie.

Das Auto total hinüber, Fahrer und Beifahrer überglücklich. Denn selbst mit Rücksicht auf das Streichergebnis übernehmen beide nun die Gesamt-Führung der GORM 2008 und gehen, ohne Streichergebnis zusammen mit Stensky/Stensky und 22 Punkten, mit Streichergebnis mit 18 Punkten vor Grünbeck/Dasinger (17 Punkte) und Stensky/Stensky (16 Punkte) ins Finale am Nürburgring.

29 Jahre und kein bisschen Greise

Wer nun denkt, das Rennen in der T1-Klasse spielte sich nur zwischen den Toyota und den beiden "Über-Mercedes" ab irrt. Alles andere als zimperlich und entgegen Häring/Beck und Stensky/Stensky mit einem langen Radstand fuhren auch Mike Schütte und Mike Schlacht ein sehr gutes und sehr schnelles Rennen. Ihr Mercedes G ist nicht nur lang, sondern auch entschieden älter: Baujahr 1979 weist der Offroader der beiden auf. "Noch ein Jahr bis zum H-Kennzeichen" grinste Veranstalter Jörg Sand auf der Siegerehrung, "Respekt!" Der Lohn der konsequenten und flinken Fahrweise trotz geplatzter Spritleitung gegen Ende: Platz 3.

Sieger der Herzen: Die "fliegende Post" im VW Bulli

Eine klasse Show legten auch wieder Bernd Jäger und Thomas Pleger mit ihrem VW Bus T3 Syncro aufs Parkett. Auch wenn man dem klobigen VW Bulli eigentlich keine Rallytauglichkeit prädestiniert, Bernd Jäger beweist mit jeder Rally einmal mehr, das er es schafft, auch aus dem ehemaligen Standardfahrzeug der Deutschen Bundespost einen wettbewerbsfähigen Renner zu basteln. Mit jeder Rally wird der Bulli zuverlässiger.

Ganz zuverlässig ist er allerdings noch nicht, obwohl eher Pech und die örtlichen Gegebenheiten wohl ihr Quentchen dazu beitrugen. Im ersten langen Lauf am Samstag legte Jäger den "grossen gelben" nach einem klasse-Rennen in der Verschränkungsstrecke auf die Seite, eigentlich nichts wildes, doch der Motor wollte kurzfristig nicht mehr so wie der Chef. Weitere Kleinigkeiten ergaben ihr Übriges - das eigentliche Ziel sah man nicht, doch dank der geleisteten Runden reichte es am Ende für 4 GORM-Punkte.

Auch wenn der T3 Syncro, mittlerweile immer weiter spezifiziert, immer noch nicht bei der gewünschten Haltbarkeit angelangt ist, zeigen Jäger und Pfleger doch, das man auch ohne grosses Budget und mit den ungewöhnlichsten Fahrzeugen in diesem Sport mithalten kann. Publikumsliebling und meistfotografiertes Fahrzeug sind sie ohnehin schon - jetzt fehlt zur Haltbarkeit und der sehr guten und schnellen Fahrweise eben nur noch eine Portion Glück.

Die übrigens fehlte dem letzten Team in der T1-Klasse, Werner und Ulrich Eckstein mit ihrem roten Proto-Jeep. Der wollte in Langenaltheim nicht so recht und sah mehr die Boxengasse als die Strecke. Dennoch, dem kleinen Starterfeld sei Dank gab es am Ende auch noch einen GORM-Punkt für die beiden.

Artikel vom 04.08.2008, Artikel: Redaktion/hs

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