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 Grand Erg: Das gelbe Sandmeer, Kern/Greis gewinnen die 2. Etappe Zmela.
Rallyreport von Jörg Russler: Das heute mehr geschüttelt als gerührt wird, merken die Teams schon kurz hinter Douz. Die schnelle Schotterpiste gen Süden ist nicht nur für Fahrwerk und Maschine eine echte Belastungsprobe. Auch die Insassen dürften das ständige Scheppern und Zittern so schnell nicht loswerden.
Müssen die Geländewagen hin und wieder für tiefe, ausgewaschene Querrinnen noch abbremsen, können die Lkw mit ihren Monsterreifen einfach drüberbügeln. Das kommt Ralf Britz gerade Recht. Sein schwarzes Ungeheuer, der 8x8-MAN, schwebt förmlich mit tiefem Grummeln über die Piste, überholt dabei sogar einige Defender.
Die dürften sich über die immer häufiger werdenden Sandkissen freuen, die hier über die Steinebene wachsen. Sie markieren den Wüstenrand. Der weiche Untergrund wirkt beim Drüberrollen wie ein Samtkissen. Drauf, kurz verschnaufen und wieder auf die brettharte Schmetterbahn.
Noch freut man sich über den Sand. Doch gleich gibt es ihn zu Hauf. Schon wenige Kilometer nach der fünften Durchfahrtskontrolle, die sich an einem Abzweig hinter einer kleinen Düne versteckt hat, geht es in das gelbe Sandmeer.
Martin Kern in seinem Defender klettert als erster über die Kuppen. Doch auch die Kastners in ihrem Toyota HZJ halten mit. Jetzt zählt nur die Erfahrung. Schräg hinauf. Viel Gas. Langsam wieder runter. Rauf und Runter. Rauf und Runter.
Wie die Navigationspunkte angefahren werden, entscheidet jetzt jeder selbst. So kämpft sich der Rallykorso bei sängender Hitze kreuz und quer durch die endlosen Wellen. Der Sand endet erst im Camp Zmela, wo auf alle Beteiligten ein zünftiges Abendessen wartet. Endlich Schatten. Darüber dürfen sich als erstes ... freuen.
Für die von der Organisation geplante Aussenübernachtung hat sich Keines der gestarteten Teams entschieden. Allerdings kamen nicht alle in der Wertungszeit bis ins Ziel.
Die Richtzeit setzten Kern/ Greis. Schon am Vortag waren sie sich mit ihrem Defender 90 in die Spitzengruppe gefahren. Für Platz eins hatten sie sich "die nicht steckenbleiben Strategie" zurechtgelegt. Fahrer Martin Kern fand es zwar "heiss und sandig und die Strecken waren schon sehr anspruchsvoll." Aber für die nächsten Tage ist noch Luft nach oben, denn "wir haben sicher noch nicht die perfekte Linie gefahren."
Platz zwei ging an das Team Seip, dass im Landrover auch ohne Schäden und Sandschaufeln durchkam: "Es war sehr anstrengend, hohe Dünen aber das Auto hat gehalten", so Alexandra Seip. Völlig überrascht war Fahrer Olaf, von der guten Platzierung: "Wir dachten wir sind Siebte oder Achte, weil wir noch bei einem Teamkollegen repariert hatten und die sind dann alle an uns vorbeigefahren."
Von wegen, denn als Nächste rasten schon die Teamkollegen durch die Zeitschranke. Deren Problem war "der Stossdämpfer ist abgerissen, den mussten wir reparieren", so Holger Grabatsch. Ansonsten ein super Tag. "Die Dünen waren heftig, aber ich habe eine Wüstenfuchs als Fahrer. Unsere Strategie war heute - geschickt navigieren und clever fahren - genau das haben wir gemacht." Rallyreport Ende
2012/04/25 | 22:46 CET | ARTICLE: MR/SY/RUSSLER








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