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Grand Erg SERIE: Premiere: Die Rally aus der Sicht eines Rookies (1)






Eine Premiere bei marathonrally.com: Eine Serie. Rally-Rookie (aber kein Wüstenneuling) Franz Brenken beschreibt seine erste Rallyteilnahme bei der vor wenigen Wochen beendeten "Marathonrally Grand Erg" in Tunesien. Brenken hat viel zu erzählen - und das in einer interessant-amüsanten Form, so das wir uns entschlossen haben, nichts zu kürzen und seinen Bericht in kleinen Teilen als Serie zu veröffentlichen. Nebenbei verkürzen wir so ein wenig die Wartezeit auf die Dresden-Breslau 2007.

Hier der Rallybericht von Franz Brenken (es handelt sich hierbei um die Geschichte und Meinung eines Teilnehmers und stellt daher nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Passagen in kursiv gehalten):

Teil 1) Vorbereitung / Anreise / Überfahrt

Endlich war es so weit! Nach Monaten des Schraubens, Produkte Bestellens, Pakete Auspackens, nach schlaflosen Nächten wegen der Unsicherheit ob der Richtigkeit unseres Handelns, nach zahlreichen Telefonaten nicht nur mit Teile-Dealern, sondern auch mit Freunden, die sich zum hundertsten Mal anhören mussten, was wir vorhatten und es eigentlich gar nicht mehr hören wollten, rollten wir endlich los. "Wir" sind mein Beifahrer Andreas und ich, und - vor allem - der Mole: ein aufgrund leichter Veränderungen umgetaufter Defender 90 TD5 Baujahr 2000 mit ca 120.000km auf der Kurbelwelle. Ja, es ging los zu einem Abenteuer, von dem wir noch nicht so recht wussten, was es für uns bedeuten würde, es ging los aus dem heimatlichen Ostwestfalen zu unserer ersten Rally gen Tunesien.

6 Stunden zuvor legten wir das Werkzeug weg und waren uns sicher, alles, was sich im Laufe der letzten Wochen an Neuanschaffungen für den Wagen angehäuft hatte, am rechten Platz verbaut zu haben. Zugegebenerweise war nichts davon getestet, aber wir hatten ca 1200 Kilometer Fahrt bis Marseille vor uns, und wie kann man seinen Copiloten besser beschäftigen, als ihn Gebrauchsanleitungen für den neuen Tripmaster sowie das in letzter Sekunde eingebaute Amateurfunkgerät lesen zu lassen.

OK, die ersten Kilometer quälte ich Andreas noch mit Fragen wie "hast Du die Schrauben der Mitnehmer noch einmal nachgezogen?" oder "das Zoll-Werkzeug für die Kardanwelle ist in der orangenen Kiste, oder?" Aber bereits nach 500 Kilometern fing ich an, mich zu entspannen und genoss die Fahrt, ständig in Erwartung eines ungewöhnlichen Geräusches, wie ich es von meinem Auto gewohnt war. Aber es kam nichts dergleichen - der Motor lief mit 3000 Umdrehungen wie am Schnürchen, die Tankuhr gondelte wie gewohnt zwischen leer und voll und zurück und der Copilot war in seine Unterlagen vertieft.

So erreichten wir problemlos unsere erste Zwischenstation, ein kleines Hotel in Dijon. Nach kurzen Telefonaten mit der Heimat, dass wir wohlbehalten in der Stadt des Senfs gelandet sind ("wie, Ihr seid in Bautzen???") ging's am nächsten Tag weiter nach Marseille, wo wir widerum ohne Zwischenfälle ankamen. Dann wurde es langsam ernst: Nur noch einmal schlafen - wer würde gewinnen: Die Aufregung oder die Müdigkeit? Die Müdigkeit gewann mit Abstand, und die Aufregung konnte ihren Auftritt auf den nächsten Morgen verschieben.

Wir waren auf dem Weg zum Hafen und fanden problemlos den Tross an Fahrzeugen, der bereits vor der technischen Abnahme wartete. Nun aber gab's für die Aufregung kein Halten mehr: Viele uns unbekannte Gesichter wurden begrüsst, aber eigentlich war man eher mit dem in so einer Situation typischen "das-interessiert-mich-überhaupt-nicht-Blick" bei den Autos der Konkurrenz. Immerhin mussten möglichst alle Fahrzeuge einmal schnell abgescannt werden, um festzustellen, was sie mehr und besser hatten als das, was wir uns in unserer Unerfahrenheit für ein Rallyauto als unbedingte Notwendigkeit vorstellten.

Sofort fiel mir etwas Wesentliches auf: Die hatten kaum Antennen auf dem Dach! Moment mal - und wie wollten die dann funken? War uns doch die Funke bei bisher gefahrenen Trophys als wichtiger Begleiter lieb geworden. Des Rätsels Lösung: Es hatte kaum einer Funk! Nun gut - hatte ich somit bereits vor dem Start schon die ersten Gramm entdeckt, die bei der nächsten Rally zu sparen sind.

Nun aber gings los - an den verschiedenen Ständen, die von der perfekten Orga im Hafenbereich aufgebaut wurden, gab es letzte Unterlagen sowie die Roadbooks für die nächsten Tage, noch fehlende Aufkleber, die Startnummern und... sogar Kaffee und Frühstück!

Nachdem alle Fahrzeuge und Teilnehmer gelandet und alle Formalitäten erfüllt waren, gab es die erste Fahrerbesprechung: In generalstabsmässigem Stil wurde uns klar gemacht, was uns in den nächsten Tagen erwarten würde, wer das Sagen hat (obwohl das ziemlich schnell deutlich war - es konnte nur dieser freundliche Herr sein, der da gestenreich vom schwankenden Dach des roten 110er Defenders zu uns Fussvolk herabsprach) und wie die Verschiffung funktionieren würde. Und genau wie angesagt lief dann alles ab: Das Schiff kam, wir rollten drauf und los gings in Richtung Afrika. Zugegebenerweise nicht ganz so schnell wie hier geschildert, denn das Mittagschläfchen der französischen Zöllner streckte das Programm etwas.

An Bord lief dann alles reibungslos: Wir hatten unsere Kabinen, der Türcode zur Kabine stimmte und es roch nicht all zu sehr nach dem, was unsere Vormieter nicht mehr bis zur Reling bringen konnten. Überhaupt war die ganze Überfahrt sehr entspannt. Es gab schnell ein warmes Mittagessen, man lernte sich kennen und es herrschte eine zwar erwartungsvolle aber doch angenehme und entspannte Stimmung.


Bis zum kommenden Donnerstag gibt es jeden Tag eine weitere Episode unserer Serie "Premiere: Die Rally aus der Sicht eines Rookies". Bleiben Sie dran!

Artikel vom 21.06.2007, Artikel: marathonrally.com/hs/jr/F. Brenken

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