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Grand Erg SERIE: Premiere: Die Rally aus der Sicht eines Rookies (2)







Eine Premiere bei marathonrally.com: Eine Serie. Rally-Rookie (aber kein Wüstenneuling) Franz Brenken beschreibt seine erste Rallyteilnahme bei der vor wenigen Wochen beendeten "Marathonrally Grand Erg" in Tunesien. Brenken hat viel zu erzählen - und das in einer interessant-amüsanten Form, so das wir uns entschlossen haben, nichts zu kürzen und seinen Bericht in kleinen Teilen als Serie zu veröffentlichen. Nebenbei verkürzen wir so ein wenig die Wartezeit auf die Dresden-Breslau 2007.

Hier nun Teil 2 des Rallyberichts von Franz Brenken (es handelt sich hierbei um die Geschichte und Meinung eines Teilnehmers und stellt daher nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Passagen in kursiv gehalten):

Etappe 1) Tunis - Matmata

Nach etwa 22 Stunden erreichten wir Tunis. Dort gelang es uns irgendwie gegen eine geringfügige finanzielle Zugabe innerhalb weniger Minuten durch den Zoll und die Hafenausfahrt zu kommen - und so standen wir als erste und zum ersten Mal vor dem aufblasbaren Startbogen (von allen irgendwann liebevoll "Hüpfburg" genannt), der uns nun eine Woche lang jeden morgen an die Ernsthaftigkeit unseres Tuns erinnern sollte.

Nun wurde es wirklich ernst - sollten wir gleich starten? Ausser ein paar Orgafahrzeugen, die bereits ein paar Tage zuvor in Tunis gelandet waren, schien noch keiner da zu sein. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit (das richtige Roadbook herausholen, Geräte Nullen, Getränkeflaschen auffüllen sowie einem gegenseitigen tiefen Blick in die Augen (hey, wir fahren jetzt mal ne Rally)) entschlossen wir uns zum Start und rollten in den Startbogen. Dort bekamen wir auch schnell grünes Licht und so befanden wir uns auf der ersten Etappe unserer ersten Rally. Diese Etappe war als Gleichmässigkeitsprüfung ausgelegt - die 430 km nach Matmata mussten sekundengenau mit einem Schnitt von 65,75 km/h gefahren werden.

Da wir bereits auf dem Schiff genug gegessen hatten und so schnell wie möglich ein Zeitpolster für alle Eventualitäten herausfahren wollten, fuhren wir Nonstop bis Matmata durch. Dort gönnten wir uns einen kurzen Kaffee und stellten uns dann 2 Stunden vor unserer Zeit vor die Ziel-Kontrolle (übrigens ein völlig legales Vorgehen, wie uns unser vorheriges Selbststudium des Reglements vom Rallychef im Nachhinein bestätigt wurde). Es waren zwei lange Stunden, die wir da warten mussten - in Sichtweite unseres Hotels, der Bar, dem Pool und unserer Betten. Aber wir waren ja nicht zum Vergnügen hier und so harrten wir aus um dann pünktlich - aber leider doch nicht ganz sekundengenau - durch die Lichtschranke zu rollen.

Wie wir dann auspackten kam es uns etwas seltsam vor, dass kein weiteres Teilnehmerfahrzeug einrollte. Sollten wir doch etwas falsch gemacht haben? Nein, alles ok, wir hatten nur gewaltiges Glück: Nach unserer Hafenausfahrt beschlossen die Zöllner, dass es Zeit zum Mittagessen war, und so mussten alle Nachfolgenden ewig warten, bis sie endlich losfahren durften. Wir also waren beruhigt und bekamen den ersten Eindruck von der Findigkeit der Orga: Unser Hotel war traumhaft, das Zimmer schön, das Essen mehr als reichlich und als dann endlich alle versammelt waren, fehlte uns auch die allgemein euphorische Stimmung nicht mehr.


Etappe 2) Matmata - Douz

Am nächsten Tag kam die erste Wertungsetappe: Von Platz 9 starteten wir gen Douz. Vor uns lagen 142 Gesamtkilometer, davon 128km Speziale mit 40% Piste, 30% Offroad und 30% Dünen. Gleich nach dem Start bekamen wir auf einer Piste durchs Gebirge richtig Freude und konnten gut Gas geben. Mein Navigator hatte sich schnell eingearbeitet, die Technik funktionierte, nur das vom Fahrersitz aus verstellbare Fahrwerk machte mir etwas Kummer, weil ich die Dämpfer nicht hart genug bekam. Aber egal - Gas geben war angesagt.

Es folgten einige schöne Wadi-Querungen mit weniger schönen Steinen, und dann ging es bald in ein Dünenfeld mit kleinen aber steinharten Dünen. Da war die Freude schnell vorbei: "Es knallte und schepperte, wir waren mehr in der Luft als am Boden und irgendwie bekam ich keinen Rhythmus. Aber es nützte nichts, wir mussten weiterfahren. So konnten wir bald auf zwei Autos aufschliessen und im Dreierpack fuhren bzw. hüpften wir vorwärts.

Später hielten wir an, um einen Konkurrenten zu bergen - und bei der Gelegenheit stellten wir fest, dass sich unsere Ersatzreifen gelöst hatten und munter durchs Heck flogen. Das waren rund 80 Kilo, die da ihr Eigenleben pflegten, und entsprechend sah es hinten aus. Also erst einmal ruhig werden, alles auspacken, die Reifen verstauen und dann gings weiter. In der Zwischenzeit überholten uns leider viele Fahrzeuge, und zu allem Übel mussten wir eine Durchfahrtskontrolle (DK) übersehen haben, denn am Abend hatten wir 4 Strafstunden auf der Uhr und beendeten den Tag mit Position 13.

Die Enttäuschung darüber war zwar da, hielt sich jedoch trotzdem in Grenzen, hatten wir doch eine Position im mittleren Feld für das Ende der Rally erträumt. Nach ein paar Umbauten im Heck um die Räder zu stabilisieren und das Gewicht etwas weiter nach vorne zu verlagern wollte ich gerade ins Hotel gehen, als ich noch einen kurzen Blick unters Auto warf und erschrocken feststellte, dass die hinteren Dämpfer der Doppeldämpferanlage beim Einfedern nicht nur eine Bremsleitung gequetscht hatten sondern auch noch auf die Bremszangen schlugen.

Mist - damit hatten wir nicht gerechnet. Aber wozu gibt’s Menschen, die nicht nur konkurrierend mitfahren, sondern uns zuvor auch das Fahrwerk verkauft (aber nicht eingebaut) hatten. Peter Hochsieder wusste Rat und änderte die untere Aufnahme der Dämpfers entsprechend - so konnten wir beruhigt unsere mit Begrüssungs-Startnummern versehenen Zimmer (eine der zahlreichen netten Gesten der Orga) beziehen. Nach einem heftigen Abendessen und der nachfolgenden Fahrerbesprechung fielen wir todmüde ins Bett.


Bis zum kommenden Donnerstag gibt es jeden Tag eine weitere Episode unserer Serie "Premiere: Die Rally aus der Sicht eines Rookies". Bleiben Sie dran!

Lesen Sie Teil 1) - [ HIER KLICKEN ]

Bildergallerie zu Teil 2) - [ HIER KLICKEN ]

Artikel vom 22.06.2007, Artikel: marathonrally.com/hs/jr/F. Brenken

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