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 | Spannende erste Etappe in einem neuen Tagebau-Gelände |

 |  |  Oliver Eigner und Prinz Hohenlohe
|  |  Der verunfallte Franzosen-Landrover
| Die heutige erste Etappe der Berlin-Breslau 2004 begann für die Teilnehmer mit einer Überraschung: Neben dem bekannten Tagebaugelände in Senftenberg, in dem gestern der Prolog ausgetragen wurde, diente am 27. Juni ein neues Tagebaugelände nahe Lauchhammer als Rallystrecke. Wesentlich weitläufiger und grösser versprach das neue Gelände hohe Geschwindigkeiten.
Doch statt Tempo gab es für viele Teilnehmer nur Ratlosigkeit. Grund war eine listige Neuerung, die die Veranstalter eingeführt hatten - so wurden einige Wege nur mit Kompassdaten angegeben. Dumm, wer hier keinen Kompass lesen konnte. Und so bot sich zeitweise ein Bild wie auf der Baja Deutschland 2003: Fahrzeuge kamen aus allen Himmelsrichtungen, begegneten sich oder wendeten mehrfach - und hatten schlicht gesagt keine Ahnung, wohin sie sollten.
Für besonders gute Laune bei den Fahrern sorgten einige Highspeed-Strecken auf festem Schotter, auf denen die Fahrzeuge ihre Höchstgeschwindigkeiten ausfahren konnten. Trotz kleiner Regenschauer gestern verwandelte sich die Piste heute bei schönem, sonnigen Wetter in eine extrem staubige Angelegenheit. Der Staub sorgte auch für einen schweren Unfall, der den ersten Ausfall eines französischen Teams zur Folge hatte. Am Ende einer Highspeed-Geraden übersah der französische Pilot eines Landrovers das vor ihm stark abbremsende deutsche Team Ballhaus/Lechner und prallte ungebremst auf den Vordermann - dabei wurde der Landrover der Franzosen total zerstört, der Landrover der Deutschen am Heck schwer beschädigt. In einer aufwändigen Reparaturaktion gelang es Ballhaus/Lechner jedoch, den Offroader wieder flott zu bekommen. Glücklicherweise blieben beide Teams bis auf eine kleine Platzwunde am Kinn des Franzosen unverletzt.
Für "Ahhs" und "Ohhs" sorgte wieder einmal der Trucktrial-Experte Udo Heidenreich, der mit seinem 350 PS Unimog so manchen Geländewagen blass aussehen liess. Spektakulärste Aktion: Am Ende der Highspeed-Strecke, an dem auch die beiden Landrover verunglückten, galt es, einen steilen Hang herabzufahren. Während alle anderen Teams abbremsten und den Hang mit entsprechendem Respekt bewältigten, bremste Heidenreich aus über 120 km/h nur durch einen Drift und sprang mehr oder weniger den Abhang herunter.
Jubel auch beim Mercedes G-Team Oliver Eigner und Prinz von Hohenlohe: Erstmals bei einer Rally dabei gaben beide ihrer G-Langversion kräftig die Sporen, starteten aus der 100. Position und beendeten die Etappe hinter Alexandra und Daniela Baur mit einem sensationellen fünften Platz. Eigner freute sich wie ein kleines Kind nach der Erfüllung des grössten Wunsches - Rallyfahren kann eben wirklich glücklich machen.
Die Etappe gewann heute das Mercedes G-Team Kammerer/Dold vor Pivetta/Giudici (Toyota) und Calubini/Scalfi in einem Nissan. Bei den LKW sollten sich die Topspeed-Einlagen für Udo Heidenreich heute nicht auszahlen: Er übersah einen CP, kassierte zwei Stunden Strafzeit und fiel von Platz 10 in der Gesamtwertung (!) auf Platz 116 zurück. Das Ergebnis bei den LKW: Platz 1 für Winkel/Schäfer in einem MAN, Platz 2 für Bormann/Alfers (MAN Kat) und Platz 3 für den wunderschönen Scania des Teams Niedergesäss.
Artikel vom 27.04.2004, Autor: Breslau-Live-Team
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