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 | Die erste Etappe in Polen versprach wahres Breslau-Feeling |

 |  |  Motorradfahrer auf einer schnellen Passage
|  |  Erste Wasserdurchquerung in Polen
| Nach einer kurzen Nacht starteten die letzten Teilnehmer heute morgen gegen 8.00 Uhr auf die Überführung ins polnische Recz, wo am späten Nachmittag die zweite Etappe der Berlin-Breslau 2005 und somit die erste Etappe in Polen startete. Die Veranstalter pflegten die Tradition und arbeiteten eine Strecke aus, die neben vielen Highspeed-Etappen einige kleine "fiese Gemeinheiten" (ja, so stand es sogar im Roadbook) eingebaut hatten. Zur Freude der Teilnehmer schien die Sonne bei angenehmen 25 Grad - in den vergangenen Jahren hatte es auf der ersten polnischen Etappe grundsätzlich geregnet.
Diese "fiesen Gemeinheiten" entpuppten sich als mehr oder weniger fies - je nachdem, wie die Teilnehmer starteten und ob es sich um Motorrad-, Quad-, Pkw- oder Lkw-Piloten handelte. Erwiesen sich kleine Bäche für Motorräder noch als einfach, wühlten die Pkw und Lkw diese zu fast unüberquerbaren Schlammlöchern auf und sorgten für Gaudi bei den Zuschauern und zahlreichen Windeneinsätzen bei den Teilnehmern.
"Ich bin heute relativ gut durchgekommen" berichtet Mercedes G-Pilot Reinhard Kammerer, der die Rally gemeinsam mit seinem Sohn bestreitet. Dieser sorgte gestern noch für erstaunte Blicke: So lag der schwarze Mercedes mitten im Camp auf der Seite - der Sohn wollte einen Drift hinlegen, überschätzte sich und kippte um.... Vater Reinhard sieht es gelassen: "Nur ein wenig Blechschaden und ein Riss in der Frontscheibe. Wie es passiert ist, habe ich gar nicht mitbekommen - ich war zu dem Zeitpunkt beim Essen".
"Einfach schön" fand Motorrad-Pilot Matthias Vetiska aus Österreich die heutige Etappe, die er nach seinem Etappensieg gestern heute als Erster begann. "Eigentlich liegen mir Wüstenrallys besser, aber die Breslau ist eine Veranstaltung für sich. Einfach mehr Abenteuer, Lagerfeuer, Feiern und ein wenig Motorrad fahren". Besonders lobte er das Roadbook: "Es hat wirklich bis auf den letzten Meter gestimmt".
Auch wenn das Roadbook stimmte, galt die heutige Etappe doch als sehr schwer in der Navigation. So gab es Passagen, in denen sich die Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen begegneten, der viele Staub erschwerte zusätzlich die Sicht.
Dennoch gab es auch heute wieder einige Ausfälle. Der jetzt in rot lackierte ehemalige Unimog des Müncheners Oliver Koepp, der nun als schneller Service für Udo Heidenreich eingesetzt wurde, brach sich in einem Schlammloch die Radaufhängung und wurde ins Ziel geschleppt.
Ausgefallen ist auch der Topfavorit Jork Neese und Beifahrer Müller. Ihr Toyota überschlug sich heute auf einer schnellen Passage und blieb zerstört auf dem Dach liegen. In einer Waldschneise ging es leicht links, die Spur war ausgefahren und die Sicht durch den Staub schlecht. Trotz eines Totalschadens blieben Fahrer und Beifahrer bis auf eine Handverletzung unverletzt.
Ausgefallen sind mittlerweile auch der VW Käfer auf Iltis Basis, nachdem mehrere Schäden der vergangenen Tage nicht repariert werden konnten. Auch Breslau-Legende Harry Scharpen ist bereits seit dem Prolog nicht mehr dabei - der Motor seines betagten Iltis machte schlapp und konnte nicht mehr repariert werden. Somit hält Scharpen an seinem Rekord fest: An allen Berlin-Breslau teilgenonnen zu haben, dennoch nie das Ziel in Wertung zu erreichen. Das Mercedes ORC Team Burian erwischte es ebenfalls, der blau-gruene Mercedes Kit-Car blieb mit verbogener Spurstange stehen. Ob er seine Fahrt heute fortsetzen kann, ist derzeit ncoh nicht bekannt.
Nicht für Ausfälle, aber für Kurzweil bei den Zuschauern sorgte heute vor allem CP5, bei dem ein Waldstück durch einen kleinen Bach von einer Wiese abgetrennt war. Wie oben beschrieben verwandelte sich der Bach schnell in eine Schlammlandschaft, die nach und nach nicht nur die späteren Pkw, sonden auch die Lkw verschluckte. Wie gestern angekündigt, sorgten vor allem die mächtigen Ural für Auflockerung. Kurzerhand suchte sich einer der Uralis einen neuen Weg durch den Wald, preschte allen schweren Lkw zuvor und half ihnen bei der Bergung. Dennoch waren sie schliesslich als erster Dreichaser im Ziel - kein Wunderm besteht die Besatzung doch aus einem Spediteur und einem Bergungsspezialisten der Berufsfeuerwehr Hamburg...
Bis 01.00 Uhr waren noch nicht alle Teilnehmer im Ziel, so das wir Ihnen heute noch keine Listen und keine Top 10 präsentieren können. Daher werden auch alle Daten und Bilder erst morgen im Laufe des Vormittages übertragen.
Artikel vom 27.06.2005, Autor: BB-Live-Team/hs
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