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 | Die sechste Etappe: Viel Highspeed, Schlamm und tiefe Wiesen |
 Die gestrige Etappe führte in einem Rundkurs um das neue Camp in Zagan, insgesamt waren knapp 100 Kilometer zu bewältigen. Die Strecke selbst führte überwiegend durch enge Waldpassagen, zwischendurch hatte die Orga ein letztes mal für dieses Jahr einige Schlammlöcher und Wiesendurchquerungen eingebaut.
Als besonders tückisch erwies sich eine lange Wiesenpassage, die mit stark verwurzelten, flachen Büschen übersäht war. Während die ersten Pkw und Motorräder noch ohne Probleme durch die Wiese kamen, entpuppte sich das ganze Ausmass erst bei den Lkw. Unter den Büschen verlief - Sie ahnen es - ein kleiner Bach, der nicht eingesehen werden konnte. Und so steckte ein Lkw nach dem anderen in der Wiese, besonders die MAN Kat hatten schwer zu kämpfen.
Am übelsten erwischte es den MAN Kat Dreiachser des Schweizer MAN Teams, der über zwei Stunden in der Wiese steckte. Mit der Motorsäge mussten ganze Schlammblöcke ausgesägt werden, der Schlamm und Buschwurzeln standen bis unter die Fensterkante, Wurzeln hatten sich zwischen den Achsen verkeilt. Erst mit Hilfe des Versuz-MAN Kat 8x8 aus Belgien gelang es schliesslich, die Schweizer zu befreien.
Tief drin steckte auch der 6x6 Kat des Teams Czölder, nachdem dieser sich einen eigenen Weg weitab der Route suchte und schliesslich unbergbar ca. 600 Meter von der eigentlichen Route entfernt feststeckte.
Pechvogel des Tages war aber das Team Niedergesäss mit seinem silbernen Scania. Bei dem Versuch, den Scania aus der Wiese zu bergen brach die vordere Achse. Nur aufwändig mit Gurten und Wagenhebern gefixt brach der Scania schliesslich ab und musste im Schrittempo zurück in Richtung Camp fahren.
Für Wirbel sorgte gestern ein Startabbruch, nachdem der entsprechende Start-CP den Mercedes-Piloten Kammerer nicht starten lassen wollte, weil dieser angeblich zu spät zum Start antrat. Kammerer dementierte dies und verwies darauf, bereits seit den ersten Autos am Start zu warten. Daraufhin zerriss der Orga-Mitarbeiter Kammerers Bordkarte, Kammerer widerum stellte sich am Start quer und bestand auf seinen Start, was einen kompletten Startabbruch zur Folge hatte.
Kammerer durfte nach dem Neustart schliesslich starten, erhielt aber eine Zeitstrafe von zwei Stunden, wogegen er Protest einlegte. Fahrerkollegen bestätigten Kammerers Version. Für Kammerer spricht auch, das der entsprechende Mitarbeiter der Orga, der für den Start zuständig war, bereits mehrfach durch rabiate Aktionen aufgefallen istm so z.B. der Presse im vergangenen Jahr den Start verweigern wollte. Am Abend wurde er entsprechend von der Veranstaltungsleitung "ins Gebet" genommen.
Den ganzen Tag über regnete es gestern, entsprechend entwickelte sich der weitere Verlauf der Strecke. Nach einem Abbruch am Donnerstag trat auch die Lila Q vom Team Strasser erneut an und fuhr auf den zweiten Platz in der Tageswertung. Die Etappe gewann wieder souverän der Pole Albert Gryszczuk mit seinem Eigenbau-Bowler, auf den dritten Platz kam das Suzuki-Team Hähle/Braun. Bei den Motorrädern gewann gestern Thomas Scheu vor Daniel Vitolone und Arjan van der Veld.
In der Gesamtwertung führt bei den Pkw das Team Schuker/Moll vor den Polen Gryszczuk/Krawczyk und den Suzuki-Piloten Hähle/Braun. Bei den Motorrädern führt Christian Wölfl vor Felix Kirmeier und Matthias Vetiska. Die einzelnen Platzierungen entnehmen sie bitte den Tabellen in der gleichnamigen Rubrik.
Eine witzige Geschichte am Rande: Nachdem am Donnerstag einigen Polen vorteilhafte Nutzung der Strecken bzw. Abkürzungen vorgeworfen wurden, legte sich die Orga gestern auf die Lauer und beobachtete besonders den Polen und Führenden Gryszczuk. Trotz akribischer Verstecke musste jedoch festgestellt werden, das keiner der Teilnehmer abkürzte oder sich einen Vorteil verschaffte - im Gegenteil, sie können einfach nur gut fahren.
Artikel vom 02.07.2005, Autor: BB-Live-Team / hs
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