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 Interview mit Pewano Volvo Rally Team - "Wir wollen VW und BMW schlagen".
Die Saison wird wieder spannend, denn nach Volkswagen und X-raid BMW will sich nun indirekt Volvo als Profi-Team im Rally Raid Sport etablieren. Die "B-Liga" ist nicht das Ziel - man will ganz vorne mitspielen. Offiziell handelt es sich um kein Werksteam, sondern wie bei X-raid um ein privates Team unter dem Namen "Pewano" - unter Leitung des schwedischen Rallyprofis Pelle Wallentheim.
Der neue chinesische Volvo-Eigentümer "Geely" konnte mit der Marke "Rely" bereits zweimal erfolgreich als Werksteam Erfahrungen auf der Dakar sammeln. Offiziell ist Geely aber (noch?) nicht an dem Projekt beteiligt. Die Voraussetzungen sind jedoch gesetzt - und auch deutsches Knowhow steckt in dem neuen "Schweden-Renner" Pewano Volvo XC60 RR.
Wie ernst ist es den Schweden wirklich? Lautes PR-Geklapper oder echte Ambitionen? Die RRMG-Kollegen von [ www.todoterreno.pt ] konnten nun ein erstes ausführliches Interview mit Teamchef Pelle Wallentheim führen.
RRMG: Herr Wallentheim, was war der Auslöser für die Entscheidung, in den Profi-Rally Raid Sport einzusteigen?
Wallentheim: "Nachdem wir zweimal selbst an der Dakar teilgenommen haben wurde uns klar, das wir mit einem normalen Fahrzeug keinerlei Chancen haben. Also fragten wir uns, ´wie schwer kann es sein, ein Wettbewerbs-fähiges Auto zu bauen?´ Wir wollten ein Auto, mit dem man gegen die Topteams fahren kann. Und wir wollen damit den Rally Raid Sport in Schweden und Skandinavien bekannter machen."
RRMG: War es schwer, entsprechende Partner für das Projekt zu gewinnen?
Wallentheim: "Ja, es war nicht einfach die richtigen Personen und die richtige Crew zusammenzustellen. Wenn man so ein Projekt startet, braucht man Menschen und Partner mit Knowhow - und vor allem Partner, die wie wir hinter dem Gedanken des Projektes stehen und daran glauben."
RRMG: Bei der Präsentation des neuen Pewano Volvo XC60 RR haben Sie gezeigt, das man grosse Hoffnungen in das Projekt setzt - vor allem, das man an einen Dakar-Sieg glaubt. Rechnen Sie wirklich damit, die grossen Teams wie X-raid BMW und Volkswagen angreifen zu können?
Wallentheim: "Wir haben ein Auto mit grossen Potential konstruiert, und das nicht von heute auf morgen. Uns ist klar, das wir eine Menge Erfahrungen sammeln, viele Tests und Rallys fahren müssen um das Auto voll wettbewerbsfähig zu machen. Der Weg auf das Podium und zu einem Battle mit den Topteams ist kein einfacher und schneller Weg. Aber ja, es ist absolut unsere Ambition, die Dakar eines Tages zu gewinnen und gegen die Topteams zu fahren - und dafür haben wir das Auto gebaut."
RRMG: Der Pewano Volvo XC60 RR ist also ein anspruchsvolles Auto. Werden auch hohe Ansprüche an die Fahrer gesetzt?
Wallentheim: "Wir haben viel Wert darauf gelegt, das Auto auch für Fahrer und Beifahrer komfortabel zu machen. Das macht es einfacher, sich bei langen Distanzen auf hohe Geschwindigkeiten zu konzentrieren."
RRMG: Sie scheinen sehr überzeugt vom Auto. Gibt es besondere Unterschiede gegenüber anderen Top-Rally Raid Fahrzeugen?
Wallentheim: "Es gibt grosse Unterschiede zwischen unserem Auto und anderen Rallyfahrzeugen. Ich will nicht zuviel verraten, aber vor allem die Chassis und die Gewichtsverteilung unterscheidet sich von Anderen."
RRMG: Wie sehen die Pläne für die nahe Zukunft aus?
Wallentheim: "In diesem Jahr wollen wir an sovielen FIA World Cup Läufen wie möglich teilnehmen. Den Auftakt macht die "Abu Dhabi Desert Challenge" im April diesen Jahres. 2011 wird für uns ein Test-Jahr um Erfahrungen zu sammeln und das Fahrzeug in eine gute Kondition zu bringen."
RRMG: Ist Ihnen (wie Volkswagen) nur die Dakar wichtig oder nehmen sie auch den ganzen Motorsport, sprich FIA World Cup ernst?
Wallentheim: "Vorrangiges Ziel ist natürlich die Dakar, aber wir sehen auch den FIA World Cup als interessant. 2011 werden wir vorerst nur mit einem Fahrzeug im World Cup fahren, aber ein zweites Fahrzeug ist schon im Bau. Dann sehen wir weiter."
RRMG: Wo wir beim Thema sind, wollen Sie nur alleine als Team fahren oder wie X-raid das Auto auch für Kunden wie z.B. "Yser" in Portugal oder "Verva/Orlen" in Polen anbieten?
Wallentheim: "Es ist definitiv unser Plan, das Fahrzeug auch für Kunden anzubieten. Wir denken da an eine Vermietung, Gestellung des Service sowie der Logistik."
Anmerkung der Redaktion: Die in Deutschland sehr interessante Frage, ob Jutta Kleinschmidt denn nun fahren wird, liessen wir bewusst offen. Es sind noch zuviele Faktoren offen, die eine derzeitige Entscheidung noch nicht spruchreif machen. "Aber wir würden uns über eine Teilnahme sehr freuen" heisst es aus Schweden. Ex-Copilotin Tina Thörner (fuhr mit Jutta bereits im Mitsubishi und bei X-raid BMW) ist bereits fest im Team.
Weitere Infos und viele Videos (leider nur auf Schwedisch) gibt es auf der offiziellen Webseite [ www.pewano.com/en/ ].
2011/02/06 | 18:31 CET | ARTICLE: MR/SY/RRMG/TODOTERRENO.PT


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