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Italian Baja: Das war eine harte Baja - Sven Knorr auf Platz 8
















Freud und Leid, Glück und Pech liegen im Marathonrally-Sport wie immer dicht beieinander - so war es auch auf der Italian Baja, die für ihre besonders harten Strecken berühmt-berüchtigt ist. Eines vorweg: Das interne Mercedes-Duell zwischen ORC Mercedes ML Evo II (pilotiert von Jens Winkelhock und Jürgen Mayer) sowie dem ORC Mercedes ML Evo II (pilotiert von Sven Knorr und Torsten Fröhlich) ist entschieden: Ein Mercedes fiel nach einem Unfall aus, der andere fuhr in die Top 10 - doch der Reihe nach.

Der Samstag begann sonnig und mit Temperaturen bis zu 24 Grad. Die erste Etappe bestand aus insgesamt 5 Runden, einem WRC-ähnlichen, sehr schnellen Kurs rund um die Ortschaft Aviano am Fusse der Alpen und einem extrem harten Rundkurs durch ein Flussbett nahe der Ortschaft Spilimbergo. Dabei musste die schnelle Strecke dreimal, die harte Strecke zweimal gefahren werden.

Bei Aviano ging es über Feldwege und schnelle sandige Passagen, die Schwierigkeiten bestanden aus der hohen Geschwindigkeit, den teils engen Passagen und Kurven sowie vielen Sprüngen. Gleich zu Beginn setzte sich ein Nissan-Trio, bestehend aus dem Vorjahressieger Marc Blazquez (Spanien), dem Sieger der "Northern Forest Baja" Boris Gadasin (Russland) und dem Ungarn Sandor Kis an der Spitze ab und boten ein gegenseitiges, harte Duell. "Die Strecke war extrem schnell" berichtet Sandor Kis, der den neuesten der drei Nissan Navara pilotiert. "Eigentlich ist mein Auto gar nicht für derartige Strecken gemacht, aber wir konnten mit hohem Risikoeinsatz mithalten" so der Ungar. Er scheuchte den Führenden Marc Blazquez und den Russen Boris Gadasin mit einem Spitzentempo.

"Es war hart" berichtet auch Boris Gadasin, widerum mit dem ältesten Nissan des Trios unterwegs. "Ich versuchte immer wieder, Blazquez in den Griff zu bekommen, aber er fuhr wie der Teufel". Blazquez selbst blieb wie gewohnt spanisch-cool: "Ich kennen grosse Teile der Strecke bereits aus dem Vorjahr, diese liegt mir und unserem Fahrzeug einfach".

Hinter dem Spitzentrio boten sich ein italienisches Team mit einem (Ur-)alten Mitsubishi V20, ein Peugeot Prototyp sowie der ORC Mercedes von Jens Winkelhock ein weiteres Duell. Nach der ersten Stage in Aviano lag Winkelhock - für den die Teilnahme in dem neuen Mercedes eine Premiere war - an sechster Stelle, was für Raunen bei den zahlreichen anderen Teilnehmern sorgte. "Wer ist dieser Fahrer" fragten Mitglieder des ungarischen Palik-Teams erstaunt im Pressezentrum, in dem die Positionswechsel live wie in der Formel 1 ich Echtzeit übertragen wurden. Winkelhock und sein Beifahrer Jürgen Mayer - für ihn war es ebenfalls eine Premiere - gaben alles und kämpften sich schliesslich auf Platz 5 vor.

Der Reihe nach fiel ein Teilnehmer nach dem anderen aus. Von den drei angetretenen Fornasari RR450 (ein Kleinseriensportwagen im Porsche-Look) überschlugen sich zwei bereits in der ersten Etappe, zwei der vier italienischen Ralliart Mitsubishi Pajero legten sich auf die Seite, der Russe Ruslan Misikov überschlug sich mit seinem gemieteten Dessoude Nissan Pathfinder gleich dreifach, das belgische Team Thijs/Rutten landete nach einem Sprung auf einem Stein und zerstörte sich seinen Mitsubishi Pajero Evo.

Den Vogel schoss jedoch der Tscheche Josef Kakrda mit seinem Isuzu Vehicross Prototypen ab: Am Ende einer langen Passage ging eine scharfe Kurve nach rechts - geradeaus wartete ein hoher Wall, hinter dem sich unsichtbar ein Kanal mit reissendem Schmelzwasser aus dem Alpen verbarg. Kakrda bremste zu spät, schoss über den Wall und versenkte seinen Isuzu auf den Seite liegend im Kanal. Nach einigen Manövrierversuchen schaffte es der Tscheche schliesslich, sein Auto links und rechts direkt auf die jeweiligen Uferseiten des schmalen Kanales zu stellen. "Doch jetzt stehen wir hier, können nur noch von einem Kran rausgeholt werden" lachte Kakrda.

Die wahre Baja sollte jedoch erst im Flussbett bei Spilimbergo starten. Steine, Steine und nochmals Steine, unterbrochen von bis zu zwei Meter tiefen Schlaglöchern und Furchen warteten auf die Teilnehmer. Doch zu allem Überfluss war das Flussbett nicht trocken: Bis zu 15 Meter Breite und zwei Meter tiefe Wasserbäche zogen sich reissend und wechselnd durch das Flussbett, eine Ideallinie war einfach nicht zu finden. Entsprechend hatten es sich die Organisatoren leicht gemacht: "Find your way" war angesagt, "Finde Deinen Weg" - und das, wo eigentlich kaum ein Weg zu finden war.

Reihenweise lagen die Autos im Wasser und in tiefen Furchen, mal auf allen vieren, mal auf dem Dach, mal auf der Seite. Auch Top-Favorit Jozef Sykora traf es hier mit seinem Mitsubishi Pajero, harte Schläge zerstörten sein Fahrwerk, das frühe Aus für den Slowaken bereits in der zweiten Runde. Das viele Wasser war auch für den polnischen SMG-Buggy Piloten Lukasz Komornicki zu viel: "Ich wollte hier eine harte Rally, aber keine Wasserschlacht fahren. Das liegt unserem Auto einfach nicht und bevor wir uns das hier zerstören, brechen wir lieber ab".

Spannung bei den deutschen Fans und beim ORC-Team: Wo blieb Jens Winkelhock im ORC-Mercedes Evo? Bisher auf Platz 5 liegend war er auf einmal im Flussbett verschollen, während Kollege Sven Knorr im zweiten ORC-Mercedes des CRIOG-Teams bereits im Ziel angekommen war. Die Ernüchterung folgte prompt: "Wir haben einen Stein getroffen, das Rad ist abgerissen" meldete Winkelhock´s Beifahrer kurz und knapp per Telefon.

Nach einer aufwändigen Reperatur kamen beide schliesslich ins Camp - das Auto sah gut aus, doch der wirkliche Schaden kaum abschätzbar. "Im Flussbett konnte man keine konstante Linie fahren, da die Wasserdurchläufe einen ständig zum Richtungswechsel zwangen" berichtete Pilot Jens Winkelhock. "Wir waren sehr schnell unterwegs und schlugen in eine tiefe Furche ein. Das katapultierte uns heftig raus, beim Aufschlag trafen wir einen grossen Stein. Nach wenigen hundert Metern machte sich dann der Schaden bemerkbar, ein Rad riss ab und wir brauchten ewig für die Reparatur".

Im Camp entschloss sich das Team schliesslich nach langer Beratung für einen Abbruch. "Wir lagen auf Platz 5 und vor uns fiel ein Teilnehmer nach dem anderen aus" ärgert sich Winkelhock. "Doch wir wollten kein weiteres Risiko eingehen, bevor wir nicht wissen, was noch alles am Fahrzeug beschädigt ist." Ein trauriges Ende für den Schwaben und seinen "Landsmann" Jürgen Mayer, die beide ihren ersten Start im neuen ORC Mercedes EVO II begangen. "Die beiden haben jedoch gezeigt, das ein enormes Potential in beiden und dem Fahrzeug steckt" meint Teamchef Hans Baur. "Obwohl beide über nur wenig bis gar keine Erfahrung mit einem Auto im Rallyraid-Sport haben, konnten sie auf Anhieb mit den Spitzenteams mithalten. Das macht es auf jeden Fall spannend."

Alle (deutschen) Augen richteten sich also auf Sven Knorr und Torsten Fröhlich, die mit ihrem ORC Mercedes ML Evo II weiterhin im Rennen waren. Konstant fuhr Knorr Stück für Stück nach vorne und hielt sogar den bis dato schwachen Ex-Dakar-Sieger Kenjiro Shinozuka im Tecnosport-Nissan in Schach. Bereits am Ende des ersten Tages schaffte es Knorr mit einem hervorragenden Platz 9 in die Top-Ten.

Am Sonntag mussten nochmals zwei Runden auf der schnellen Etappe bei Aviano und zwei Runden auf der schwierigen Etappe bei Spilimbergo gefahren werden - jedoch war auf einmal das verfluchte Wasser im Flussbett verschwunden. "Nach mehreren Beschwerden haben wir die Behörden gebeten, einen Damm zu sperren, damit nicht noch mehr Teilnehmer durch die ungeplanten Wasserverläufe ausfallen" berichtete ein Sprecher der Organisation am Sonntag morgen. Das half den verbliebenen Teilnehmern sichtlich, die Ausfälle gingen am zweiten Tage bis auf ein Minimun zurück.

Auch Sven Knorr ging zuversichtlich ins Rennen und profitierte von dem nun fehlenden Wasser: In den einzelnen Etappen kam er sogar bis auf die vierte Position, was ihn im Gesamtklassement bis auf Platz 8 aufstiegen liess. Doch der Japaner Kenjiro Shinozuka gab nicht auf und setzte alles daran, Sven Knorr noch einzuholen - was ihm schliesslich auch gelang. Also am Ende doch der 9. Platz?

Wie zu Anfang gesagt, Freud und Leid, Glück und Pech liegen dicht beieinander - und so fiel kurz vor Schluss der bis dato sicher führende Marc Balzquez nach einem technischen Schaden aus. Davon profitierte das nachfolgende Feld - und so schlossen der Russe Boris Gadasin (Nissan Navara) als Sieger, der Ungarn Sandor Kis (Nissan Navara) als Zweitplatzierter und der Portugiese Alexandre Re (Nissan Pathfinder) auf Platz 3 auf.

Das widerum liess Sven Knorr und Beifahrer Torsten Fröhlich doch noch auf den 8. Platz vorrücken - eine hervorragende Leistung für das deutsche Team. "Wir freuen uns wahnsinnig für diese gute Position" berichtet Sven Knorr am Sonntag Abend, "mit minimalem Aufwand hat es unser CRIOG-Team bis in die Top 10 geschafft. Mit diesem Ergebnis hätten wir nie gerechnet".

Von 75 gestarteten Fahrzeugen kamen nach drei Tagen Rally nur 38 Fahrzeuge ins Ziel - das bedeutet eine Ausfallquote von über 50 Prozent. Die Italian Baja 2007 hat ihrem Namen also wieder alle Ehre gemacht - und blieb aufgrund der hohen Chancengleichheit zwischen den telnehmenden Fahrzeugen besonders spannend.

Artikel vom 19.03.2006, Artikel: marathonrally.com/Italian Baja Liveteam








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