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Jeep Höhenweltrekord: Ein physisch und psychisch schwieriger Tag




Mit einem grossen Team, Goodyear-Reifen und einem Jeep Wrangler versucht es der Limburger Matthias Jeschke, seinen Höhenweltrekord für Fahrzeuge (aufgestellt 2005 mit einem Toyota nach einem Duell gegen ein Volkswagen-Team) zu verteidigen. Wie auch 2005 wird es spannend: Ein KIA-Team versucht zeitgleich, den Weltrekord für sich zu behaupten. Marathonrally.com begleitet den Weltrekordversuch des Jeep-Teams und berichtet täglich in den News.

Matthias Jeschke über den vierten Tag: Nachdem wir am Morgen die Argos getestet hatten (auf Grund der Wetterverhältnisse am Berg entschieden wir uns, die Ketten zu demontieren), Filmaufnahmen der Jeep Wrangler vor traumhafter Kulisse drehten und verschiedenste Intervievs mit Expeditionsteilnehmer abgedreht hatten, planten wir den Start zum Einstieg des Rekordtracks auf 5950 Meter für 13.00 Uhr.

Zum einen musste an dieser Stelle ein Materialdepot angelegt werden, zum anderen war es für mich wichtig zu sehen, was uns in der Felsrinne erwartet. Die Felsrinne ist der einzige Weg zum Hochplateau des Ojos und somit enorm wichtig zu meistern. Diese Rinne fällt zweiseitig schräg ab, hat eine Steigung von ca. 50 Prozent und ist fahrtechnisch gesehen eine absolute Herausforderung.

Um 13 Uhr starteten wir dann die extrem schwierige Fahrt, für die wir sieben Stunden brauchten. In Anbetracht der Streckenlänge von insgesamt 60 km eine viel zu lange Zeit. Aber der Ojos machte es uns nicht leicht. Zwei Sandfelder auf rund 5400 metern (oberhalb der Hütte Atacama) waren derart mit Flugsand überzogen, dass wir allein dort fast zwei Stunden harte Arbeit leisten mussten, um unsere 4 Fahrzeuge durchzubringen.

Zu allem Überfluss löste sich im weiteren Verlauf der Strecke beim Überfahren ein grosser Stein und verkeilte sich derart unter meinem hinteren Achsdifferential, dass wir mit Wagenhebern das Fahrzeug anheben mussten, um den Stein dann mit Schaufeln auszugraben. Eine Knochenarbeit auf knapp 5700 Meter. Zusätzlich erschwerte uns starker Wind mit "Sandböen" das Leben. Obwohl mit Gletscherbrillen, Sturmmasken und Kappen geschützt, fand der Sand jede noch so kleine Ritze und machte das Sehen und Atmen zur Qual. Einige von uns konnten zeitweise gar nichts mehr sehen und wurden von Doc Hubertus verarztet.

Am Einstiegspunkt zum Rekordtrack angekommen erwarteten uns dann auch noch schlechte Aussichten. Die Felsrinne hat durch das ablaufende Gletscherwasser enorm viel Geröll aufgenommen, was ein Durchkommen für uns ohne harte körperliche Arbeit (Steine ausgraben und versetzen) unmöglich macht. Wir entschlossen uns aus diesem Grund, morgen zunächst einen Stosstrupp, bestehend aus Dieter, Hans, mir und zwei Rangern, in die Felsrinne zu schicken, um die vorbereitenden Arbeiten auszuführen. Für uns heisst das, den ganzen Tag in einer Höhe von rund 6000 metern Steine bewegen. Der Rest des Teams wird auf einer Höhe von 5300 metern weitere Akklimatisationswanderungen unternehmen.


Artikel vom 12.03.2006, Artikel: marathonrally.com/hs/Matthias Jeschke

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