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Libya Rally Raid: Das unglaubliche Ende einer langen Pech-Serie



Sie ahnen es schon - bei dem Wort "Pech" kann es sich nur um "unseren Liebling" Hans-Dieter Kessler handeln. Nach seinem endgültigen Ausfall auf der 7. Etappe sollte die Pechsträhne eigentlich beendet sein, zumal die Techniker von ORC den Wagen letztlich doch noch reparierten, um Kessler und sein Navigator Michael Schreyer die Rückreise aus eigener Kraft zu ermöglichen. Im Norden Tunesiens hatte Hans-Dieter Kessler zudem seinen privaten Mercedes ML nebst Anhänger geparkt, die Rückreise in Europa sollte also erst recht kein Problem sein. Sollte.

Doch wie Kessler und Schreyer ihre Pechserie beendeten klingt schier unglaublich. Kurz vor Hammamet, oder besser 20 Kilometer vor dem sicheren Anhänger, ging der Sprit im ersten Tank langsam aus, so das beide auf den Ersatztank umschalteten. "Es roch ein wenig nach Benzin, aber das war bisher immer normal" berichtet Kessler. Bisher.

Diesmal war es anders. Der Spritgeruch verstärkte sich - und nach einem dumpfen "Fump" blickten beiden verunsichert in den Rückspiegel. Tatsächlich, der "worst case" trat ein - Feuer im Heck des Mercedes ML. Beide fuhren an den Strassenrand, verliessen umgehend den Wagen. "Das Feuer breitete sich so schnell aus, das wir nicht mehr an den Feuerlöscher kamen" meint Kessler. Mit eiserner Miene mussten beide mit ansehen, wie der Mercedes ML zum Abschluss komplett ausbrannte - nur das Metallgestell nebst Käfig blieben übrig. "Die Alufelgen schmolzen dahin und ich war erstaunt, wie viel Kunststoff doch letztlich in so einem Auto steckt" so Kessler.

Nun gut, man hatte ja noch den privaten ML nebst Hänger, die Rückfahrt war somit gesichert. Wirklich? Nicht, wenn man der Pechvogel der Rally ist. Kessler hätte den lokalen Zoll (der für den Unfallort zuständig ist) informieren und zum Beweis das ausgebrannte Auto vorführen müssen. Doch das wusste er nicht und machte sich wie alle anderen Teilnehmer auf zur Ausreise in Tunis. Dumm nur, das die Zöllner hart blieben: "Kein Auto, keine Ausreise." Beifahrer Michael Schreyer durfte jedoch aussteigen und betrat zu Fuss die Fähre.

Das Ende vom Lied: Der Rallytross trat die Rückfahrt auf der CF Carthage schliesslich ohne Kessler an - dieser blieb alleine zurück in Tunis, suchte sich ein Hotel und muss nun gemeinsam mit dem lokalen Rally-Experten Jamal Debabi die Zollformalitäten nachholen - erst dann wird die Ausreise möglich.

Artikel vom 01.04.2009, Artikel: Redaktion/hs








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