

|

 Libya Rally Raid: Zusammenlegung mit LR, Rally in Tunesien, grosse Solidarität.
Eine Menge Schweiss dürfte den Veranstaltern der beiden Libyen Rallys "Libya Rally Raid" (Deutschland) und "Libya Rally" (Belgien) in den vergangenen Wochen auf der Stirn gestanden haben. In den vergangenen Wochen überschlugen sich die Meldungen, erst stoppte das Land Libyen nach Querelen mit der Schweiz die Visa-Vergabe für Schengen-Länder, dann rief Landesführer Ghaddafi den "Heiligen Krieg" gegen den Alpenstaat aus.
Das Einreise-Verbot sorgte für eine neue, ungeahnte Solidarität unter den Veranstaltern. Nachdem bereits auf der "Abenteuer Allrad" erste Gespräche geführt wurden, werden nun als erster Schritt die deutsche "Libya Rally Raid" und die belgische "Libya Rally" zusammengelegt. Ein guter Entschluss, wurde doch hinter vorgehaltener Hand schon lange gemunkelt, das eine Fusion perfekt erscheinen würde: Die belgische Rally hat viele Teilnehmer und "wildere" Organisation, der deutschen Veranstaltung fehlten die Teilnehmer, dafür glänzte man mit einer guten Organisation.
Nun arbeitet man also zusammen - und anstatt die zeitgleichen Rallies abzusagen, entschied man sich für eine "B-Lösung" in Tunesien. In den letzten Tagen rauften sich die Veranstalter mehr und mehr zusammen, koordinierten Logistik, Catering und sportlichen Ablauf. So wird z.B. der deutsche Rennleiter Tobias Witt neuer Gesamt-Rennleiter beider Rallies.
Was nun passierte, ist ein Novum in der deutschen Rallyraid-Szene: Die deutschen Veranstalter der "El Chott/Erg Oriental", "Sahara Masters" und "Grand Erg" boten prompt ihre Hilfe an. Nun wird aus der einst nur deutschen LRR und belgischen LR eine deutsch-belgische Grossveranstaltung - mit zusätzlicher Hilfe von deutschen Mitbewerbern.
El Chott-Gründer Jörg Steinhäuser - der eigentlich im November seinen Rücktritt bekanntgab - erklärte sich kurzfristig bereit, die erforderlichen Genehmigungen in Tunesien zu organisieren. Er fliegt bereits an diesem Freitag nach Tunesien um die "letzten Stempel" zu bekommen. Nachfolger Jörg Schumann (El Chott, Rally Trial Germany) stellte Roadbücher zur Verfügung, organisiert die Strecken und wird auf der Rally als Strecken-Chef und Orga-Verbindungsmann dabei sein. Auch die "Sahara Masters" bot ihre Roadbücher an.
"Das hat es noch nie gegeben und ich bin tief beeindruckt" erklärte LRR-Chef Wolfgang Pasetti am Montag Abend. "Ich bin sicher, das dies auch ein Ergebnis des Rally-Camps auf der Messe "Abenteuer Allrad" ist. Jeder hat seine Hilfe angeboten, ich welcher Form auch immer." Noch vor einigen Jahren waren Teile der deutschen RR-Szene verstritten, das Rallycamp war eine neue Idee, wieder gemeinsam aufzutreten und/oder mehr zu kooperieren.
Der neue Ablauf in Tunesien
Um die - vor allem bei den Belgiern - etwas verrissene Logistik mit der der LRR unter einen Hut zu bekommen, wurde ein neues Timing aufgestellt. Die LRR-Teilnehmer sowie ein Teil der LR-Teilnehmer fahren per Schiff nach Tunesien, viele Teilnehmer der LR kommen via Tripolis per Flugzeug nach Djerba. Gemeinsamer Treffpunkt ist dann Gabes, hier erfolgt die gemeinsame Technische Abnahme.
Die Route ist dann wie folgt geplant:
Etappe 1: Gabes - Douz
Etappe 2: Douz - Tembaine (Tafelberg)
Etappe 3: Rundkurs Tembaine
Etappe 4: Rundkurs Tembaine
Etappe 5: Tembaine - Douz
Etappe 6: Douz-Nefta
Etappe 7: Nefta-Gabes
Alternativ können am Tempelberg Rundkurse geschaffen, zusammengelegt oder gestrichen werden. Im Anschluss geht es zu einer gemeinsamen Siegerehrung nach Djerba, von dort treten die jeweiligen Teams dann die Heimreise via Flugzeug ab Djerba oder Schiff ab Tunis/La Goulette an. Insgesamt wird die Rally mit knapp 200 Teams nun zu einer neuen "Grossveranstaltung".
2010/03/02 | 16:31 CET | Editor: MR/HS


|

|