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 MDR California 200: Schwerer Unfall überschattet die USA-Offroadszene
Während in einigen Ländern Zuschauer kaum eine Bedeutung spielen, lockt der Offroadsport in Amerika tausende Menschen an die Strecken. Im deutschen Offroad-Sport nicht vorstellbar: Mit der Strecken-Sicherung nimmt man es dabei - auch aufgrund der Weite der Wüsten und Machbarkeit - nicht so ernst. Dicht gedrängt stehen die Massen nur wenige Meter neben den Pisten.
Bisher ging das fast immer gut - bis zum vergangenen Wochende. Bei der "MDR California 200", einem Wüstenrennen mitten in der Mojave-Wüste knapp 100 Meilen nordöstlich von Los Angeles, kam es am Samstag Abend (14. August) zu einem Unfall mit Zuschauern, bei dem 8 Menschen ihr Leben verloren und 12 verletzt wurden.
Zehntausende Zuschauer hatten sich entlang der knapp 50 Meilen langen Rallystrecke versammelt. Besonders beliebt: Ein Sprunghügel, bei dem die Trophy Trucks und Buggies teils meterhoch abhoben. Immer dichter drängten sich die Zuschauer vor allem in die Landezone hinter den Sprunghügel, Absperrungen gab es nicht. "Die standen teilweise mitten auf der Strecke, sprangen erst in letzter Sekunde zur Seite" berichten Zeugen des Unfalles.
Die Stelle gilt als besonders gefährlich, da in der Landezone auch Felsen aus dem Boden ragen. Der 28-jährige Rallyfahrer Brett S., der als erfahren galt, verlor nach dem Sprung über den Hügel die Kontrolle über seinen Ford Trophy-Truck, driftete seitlich von der Strecke in die Zuschauer und überschlug sich mehrfach. Er selbst kann sich an den Unfall kaum erinnern.
"Medienberichten, nach dem der unverletzte Fahrer flüchten musste, weil die Menge ihn mit Steinen bewarf, wurden von der California Highway Patrol sowie Zeugen dementiert" berichtet US-Medienpartner [ www.race-dezert.com ].
"Wir fühlen mit den Opfern und deren Angehörigen" hiess es seitens der Behörden aus den USA. "Den Fahrer trifft allerdings keine Schuld, auch waren kein Alkohol oder Drogen im Spiel. Der Unfall passierte mitten in der Wüste, man kann hier nicht alles absperren. Die Zuschauer waren auf eigenes Risiko hier und sich den Gefahren bewusst - und standen zu dicht an der Strecke." Dennoch wurden Untersuchungen angeordnet, ein Inboard-Video beschlagnahmt.
Die US-Offroad-Szene zeigte sich schockiert über den Unfall. Über die Non-Profit Organisation "Fast Aid" wurde ein Spendenkonto eingerichtet, das Hinterbliebenen und verletzten Opfern zu Gute kommen soll [ www.fast-aid.org/california-200.html ]. Der betroffene Rallyfahrer meldete sich über seine Facebook-Seite persönlich zu Wort und drückte seine tiefe Erschütterung aus. "Meine Gedanken und Gebete sind bei den betroffenen Familien."
2010/08/16 | 02:16 CET | Editor: MR/HS/RACE-DEZERT.COM/YOUTUBE


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