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 MT Rally: Polnische Rally begann mit harter Nachtetappe - erste Ausfälle.
Bereits am Donnerstag begann im polnischen Drawsko Pomorskie die "MT Rally 2010", die zwar an die "Breslau" erinnert, aber dennoch ein ganz anderes Konzept verfolgt. Ein verlängertes Wochenende statt einer Woche, nur ein grosses Gelände (Breslau-Teilnehmer kennen das Areal zwischen Recz und Drawsko) und keine Überführungen, eine "Touristen-Klasse" die frei nach den Teilnehmern auf der Strecke fahren kann - und wahlweise "Cross Country" auf Speed oder "Sport" mit Schlamm und Wasser.
Zahlreiche Teams (knapp 120, Autos, Motorräder und Trucks) folgten der Einladung der polnischen Veranstalter "Tomasz und Moli" - und es sollte gleich zu Beginn hart werden. Nach einem Briefing folgte der Prolog (alle Waypoints wurden durch Fahnen-schwingende Orga-Mitglieder markiert), gegen Abend ging es dann in eine 100-Kilometer Nacht-Etappe. Diese Nacht sollte für einige Teams sehr hart - und sehr lang werden.
"Die Navigation ist ja schon sehr tricky, aber wenn man nichts sieht, wird es eben sehr lustig" meint zwinkernd Breslau-Legende Harry Scherpen aus Holland, unterwegs mit einem Mercedes G. In der Tat waren die Dunkelheit und die zahlreichen Wege im Gelände nicht einfach. Rolf Blaess im ORC-Mercedes ging es zu schnell an, startete mit einem Mega-Jump und musste dann wegen eines technischen Schadens aufgeben. "Zum Glück ist das jetzt passiert" mein Blaess - denn in zwei Wochen tritt er auf der "Baja Saxonia" an. "Jetzt müssen wir schnell reparieren, das war eigentlich nicht auf dem Plan."
Das deutsche Jeep-Team "Stuhlkreis" musste gar die Nacht im Auto verbringen - bei eisigen Temperaturen, eingemümmelt in dicke Jacken und Pullis. "Das Auto sprang nicht mehr an" meint Navigator Tobias Witt, "so blieben wir draussen. Am Morgen dann ein Versuch - und es klappte, wir konnten wieder ins Camp fahren." Da man aber noch auf eigener Achse nach Hause muss, wollte man nichts mehr riskieren und brach die Rally ab.
Thomas Becher und Hans-Peter Wohlfahrt (Toyota Land Cruiser) schafften die Etappe bis kurz vor Schluss - dann ging das Licht aus: "Die Lichtmaschine hatte ihren Geist aufgegeben. Wir hatten nur noch ein wenig Licht der Nebelscheinwerfer, haben es dann langsam ins Ziel geschafft. Am Freitag in aller Frühe haben wir die Lichtmaschine gewechselt, konnten dann mit einer Stunde Verspätung wieder starten" berichtet Navigator Wohlfahrt.
Freude hingegen bei dem deutschen Team Buck/Voigt (Mercedes G) - man schaffte die Nachtetappe als bestes deutsches Team mit 03:09:16 Stunden auf Platz 4. Überraschung auch für Rainhard und Pauline Friedl aus Österreich: Sie pilotierten ihren Mitsubishi Pajero erstmals nach einer längeren Rallypause prompt auf Platz 6. "Da hatten wir gar nicht mit gerechnet. Wir sind einfach nur gefahren, waren dann auf einmal vorne" freut sich Friedl, der zuletzt 2010 auf der "Albanian Baja" startete.
Die Etappe gewann in der Cross-Country Klasse (ohne Schlamm) das polnische Team Oleszczak/Chelmicki (02:26:16) vor Krawczyk/Witczak (02:46:04) und Matkowski/Kanulok (02:50:38). Bei den "Schlammfreunden" der Sport-Klasse gewann Breslau-Sieger Robert Kufel (02:12:23) vor Lukaszwicz/Puhanik (02:18:00) und Cydulski/Cydulski (02:21:03).
Für eine "deutsche" Überraschung bei den "nassen" Sportlern sorgte das Team Hennies/Hinz aus Niedersachsen (Mercedes G Proto), für den Beifahrer war es das erste Rennen, trotz schwerer Navigation und der klasse Leistung von Fahrer Eike Hennies schaffte man es beim MT-Rally Debut auf einen hervorragenden 7. Platz. "Ich komme eigentlich aus der "Tieferlegungs-Tuning-Szene", doch das wurde irgendwann langweilig. Also habe ich Offroad ausprobiert... und bin begeistert" so "Newbee"-Beifahrer Michael Hinz. "Ich will auch Beifahrer bleiben, das macht einfach nur Spass."
Auch bei den Motorrädern wird zwischen "Cross Country" und "Sport" unterschieden. In der Sport-Kategorie dominieren die deutschsprachigen Teilnehmer: Klaus Nennewitz (03:39:45) gewann vor Frank Hartwig (04:09:07) und Hagen Malkranz (04:11:09). Bei den "schnellen" Cross-Country-Fahrern gewann der Pole Marcin Macala (03:35:58) vor Bartek Cieminski (03:44:27) und Zeski Bialodr (03:58:24).
2011/04/08 | 19:35 CET | ARTICLE: MR/SY


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