

|

 NORRA Mexico (2): Zirbes und der Protruck - Der erste Renntag in Mexico.
Vor einigen Tagen [ berichteten ] wir über den Start von Rallypilot Uwe Zirbes auf der mexikanischen "Mexican 1000" im Rahmen der "NORRA Series". Für Zirbes wurde ein langer Traum wahr - denn anstatt seines Rally-Hummer H1 setzte er auf einen Protruck.
Nach viel Pech mit dem Hummer kam das "Protruck-Glück". Zirbes ging in die Vollen: Auto gekauft, Team gebildet, Vollgas. Unter dem Namen "Euromex" startete er eine neue Karriere - und die sorgt für Aufsehen.
Die Geschichte eines Deutschen Abenteurers, der neue Grenzen entdecken wollte - und die eigenen Grenzen überschritt. Eine Serie in mehreren Teilen.
Teamreport Uwe Zirbes - Teil 2 - Der erste Renntag
Am ersten Rallytag gab drei Wertungsprüfungen mit unterschiedlichen Anforderungen. Der erste Teil war ziemlich easy zu fahren, nicht grossartig unterschiedlich zu den europäischen Rennen, die ich kannte. Der Unterschied war lediglich, das anstatt zwischen Bäumen zwischen Kakteen gefahren wurde.
Der Speed ist hier enorm hoch, wir hatten teilweise 123 Meilen (ca. 180 km/h)auf dem Tacho und konnten somit mit unserem Ford Racetruck enorm gut aus der ersten Etappe herauskommen.
Die zweite Etappe war hingegen schon verdammt hart. Wellen und Hügel, etwa 1 bis 1,50 Meter tief oder hoch - und das über 60 Meilen. Unglaublich das man hier mit 55 Meilen (ca 80 km/h) drüber fliegen kann! Mit jedem europäischen Fahrzeug würde man entweder die zehnfache Zeit brauchen - oder nach drei Hügeln wäre das Auto Schrott!
Ich lernte von meinem Kollegen Elias, wie man mit welchem Tempo die einzelnen Strecken bewältigt. Es ist tatsächlich so, das man am besten mit gleichbleibendem, schnellen Tempo einfach über die Löcher und Wellen "fliegt".
Der Mix machts. Ist man zu langsam, schlägt man schnell ein und baut einen Crash. Ist man zu schnell, landet man meist quer zur Strecke - oder schwer händelbar auf einem Rad. Ist es zu steil, schlägt man zu schnell frontal auf. Man muss ein wenig wie im Motocross agieren. Ohne meinen Copiloten hätte ich die zweite Etappe niemals überstanden!
In der dritten Etappe mit etwa 88 Meilen Länge gab es nur Steine. Grobe, feine oder schroffe Felswüste. Leider hat uns genau das unsere Zeit gekostet. In Führung liegend erwischte es das Getriebe - und wir mussten ca. 60 Meilen im Schlepptau ans Ziel gebracht werden.
Die daraus resultierenden Zeitstrafen kosteten uns ca. 8,5 Stunden. Laut Auswertungsbogen lagen wir aber auf Platz 9 - und mein erfahrener Teamkollege aus Mexico mit dem Ford Prerunner sogar auf Platz 6.
Irgendwann Abends gegen 21.00 Uhr am Checkpoint angekommen, mussten wir nun auf die Suche gehen - nach einem Getriebe. Und das mitten in Mexico!
Gott sei Dank, das wir hier in einem Offroad-liebenden Land sind. Hier kann man tatsächlich ohne Probleme nachts gegen 1:00 Uhr jemanden aus dem Tiefschlaf holen, fragen, ob er eventuell seine Garage öffnet und uns aus seinem Fahrzeug ein Getriebe ausbauen lässt. Genau so ist es auch geschehen! Unglaublich aber wahr!
Ende Teil 2. Den dritten Teil lesen Sie in der kommenden Woche. Videos und Infos über das Rennen finden Sie auf der TV-Rallyseite [ www.factoroffroad.tv ] - ein Team begleitete Uwe Zirbes über die gesamte Rally.
2011/05/23 | 02:48 CET | ARTICLE: MR/SY/ZIRBES/EUROMEX


|

|