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Northern Forest: Harte Positionskaempfe auf spiegelglattem Eis





Mit drei Runden a 86 Kilometern - unterbrochen von einem Servicepunkt - praesentierte sich am Samstag die erste grosse Etappe der Baja Northern Forest in Russland. Der Tag begann extrem kalt: Minus 33 Grad zeigte das Thermometer gegen 9:00 Uhr (7:00 Uhr deutsche Zeit) an - die kaelteste Temperatur in dieser Region seit Wochen.

Die kalten Temperaturen machten nicht nur einigen Fahrzeugen zu schaffen, sondern vor allem den Insassen. "Wir froren an Haenden und Beinen" berichtet Mitsubishi-Pilot Ruslan Misikov, "auch einen Teil der Windschutzscheibe haben wir nicht freibekommen. Aber das Problem haben fast alle hier." Hart traf es vor allem die T1-Piloten und Fahrer der aelteren Lada Niva und UAZ: Die zahlreichen Ritzen liessen bei diesen Fahrzeugen besonders viel eiskalten Fahrtwind ins Wageninnere.

Die Strecke fuehrte durch eine riesige Waldlandschaft, vorbei an zahlreichen zugefrorenen Seen. Vor allem am Morgen sorgte die Kaelte fuer einen besonders schoenen Anblick: Die hohen Tannen waren ueber und ueber mit einer weissen, glitzernden Rauhreifschicht ueberzogen und Millionen von Schneestaub-Partikeln rieselten ebenso glitzernd von den Baeumen.

Ungewohnt fuer die auslaendischen Gaeste war jedoch die Ausarbeitung der Rallystrecke: Statt kniffliger Offroadpassagen ging es ueber breite und vereiste Wald-Pisten, die groesstenteils ebenso von normalen Rally-Pkw haetten bewaeltigt werden koennen. Das hatte den Nachteil, das im Endeffekt ausschliesslich hohe Geschwindigkeiten - und der entsprechende Mut des Fahrers, diese auf Eis zu erlangen - fuer eine gute Position entscheidend waren. Offroadkenntnisse waren weniger gefragt und fehlende "anspruchsvolle" Passagen liessen diejenigen von Anfang an chancenlos, die mit einem schwereren oder langsameren Fahrzeug antraten.

"Es war wahnsinnig schnell" berichtet auch FIA Marathonrally Worldcup T2-Champion Christian Lavieille, "ich konnte ueber weite Passagen mit Hoechstgeschwindigkeit fahren. Leider ist unser (gestellter) Toyota Landcruiser nicht der Schnellste und so war bei 165 km/h Schluss. Dazu kamen Probleme mit der hinteren Bremse und unser Terratrip fiel aus. Die Strecke war sehr schoen, ueberwiegend vereist und an manchen Passagen eng. Aber ich haette mir mehr Kurven und etwas mehr Gelaende gewuenscht, dann haetten wir mit unserem Fahrzeug bessere Chancen gehabt."

Somit wurde die erste Etappe vor allem ein Wettkampf der Highspeed-Boliden, die Formel 1-aehnlich mit lautem Motorensound an den zahlreichen Zuschauern "vorbeiflogen". In einem harten Duell mit dem Vorjahressieger Alexey Berkut (Mitsubishi Pajero) kaempfte sich am Ende des Tages der Russe Boris Gadasin mit seinem Nissan Navara an die Spitze, gefolgt von Janis Naglis (Mitsubishi Pajero) aus Lettland. Bester Franzose wurde Dominique Housieaux (Mitsubishi Pajero), der mit 8:21 Minuten Rueckstand auf Platz 6 die Etappe beendete. Doch fast haette ein unachtsamer Fehler fuer eine saftige Zeitstrafe gesorgt: Housieaux zuendete sich in der Refueling-Zone eine Zigarette an - gegenueber dem Sportgericht konnte er am Abend jedoch glaubhaft machen, das er diesen Bereich nicht als Refueling-Zone erkannt hatte.

Christian Lavieille schaffte es mit seinem fuer ihn ungewohnten Toyota immerhin auf die siebte Position, Jacky Bourgin (Mitsubishi Pajero) erreichte Platz 20, Landsmann Etienne Smulevici (Toyota Landcruiser) Platz 29. Waehrend der Schnee fuer Housieaux, Lavieille und Bourgin eine neue Erfahrung war, hatte Etienne Smulevici das letzte mal vor 14 Jahren das Vergnuegen. Dennoch tat er sich am meisten mit dem weissen Untergrund schwer: "Wir sind die erste Runde sehr langsam angegangen, da mir die spiegelglatte Eisschicht nicht ganz geheuer war" berichtet der Franzose. "Mit der Zeit haben aber die Spikes der Reifen die Strecke rauher und sicherer gemacht, so das wir in der dritten Runde mehr Gas gegeben haben. Diese Art zu fahren ist ungewohnt, aber interessant."

Auch wenn die Etappe aufgrund der hohen Geschwindigkeiten bereits gegen Mittag beendet war, zufrieden zeigten sich schliesslich alle Teilnehmer. "Ehrlich gesagt, wir hatten erhebliche Probleme mit unserer Heizung und wir waren froh, als wir nach der Etappe endlich ins Warme durften" lacht der russische Copilot Alexey Kuzmich. "Auch wenn die Navigation selbst nicht besonders schwierig war, wir hatten extrem mit dem Schneestaub zu kaempfen und haben kaum etwas gesehen. Das machte es erst recht schwer, sich nach vorne zu kaempfen".

Wie Vieles auf dieser Baja ist auch der Schneestaub fuer "Neulinge" eine ungewohnte Erfahrung. Die Spikes der Reifen fraesen bei den hohen Geschwindigkeiten hundertstelmillimeter kleine Schnee- und Eispartikel aus der Strecke, die wie bei Wuesten- oder Schotterrallies eine dichte Staubwolke hinter dem Fahrzeug erzeugen. Dieser "Schneestaub" verfliegt ohne Wind ebenso schwer wie Sandstaub und faengt zudem die Sonnenstrahlen ein - das erschwert die Sicht zusaetzlich.

Die zweite und gleichzeitig letzte Etappe am Sonntag duerfte nicht viel anders werden: Die Samstags-Etappe wird in umgekehrter Reihenfolge gefahren, allerdings dann nur in zwei Runden und ohne Service-Zeit.

Artikel vom 25.02.2006, Artikel: Northern Forest Liveteam








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