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Northern Forest Kolumne: Billigbekleidung, Harry Potter und Red Bull






Die Nacht von Freitag auf Samstag laesst erahnen, das es am Samstag Frueh sehr kalt werden duerfte. Dolmetscherin Xenia, in Sankt Petersburg bei Minusgraden noch bauchfrei unterwegs, hat sich in ihre Bettdecke gekuschelt, froestelt und bemaengelt die Kaelte im Raum. Der Blick auf das Thermometer bestaetigt allerdings angenehme 26 Grad. Aha, auch russische Frauen sind fuer Maenner also ein Buch mit sieben Siegeln...

Der Morgen wird tatsaechlich hart. Gewoehnten wir uns bisher nur schwer an die Minusgrade, gibt es am Samstag fuer die zarte deutsche Journalistenhaut eine besondere Keule, kaum das die Tuer geoeffnet ist: Schmerzende 33 Grad Minus hat es heute - hoffentlich bewaehrt sich unsere Kleidung. Fuenf Grad mehr oder weniger macht bei hohen Minusgraden eine Menge aus, fuer Reinhold Messner nichts Neues, fuer uns Wuestenfuechse schon.

Doch wir sind tough, wir laufen zu Fuss in die Strecke. Bewegung haelt warm, das wurde einem schon als Kind beigebracht. Und tatsaechlich, irgendwie merkt man die Temperatur kaum noch - mit Ausnahme der wenigen freien Partien im Gesicht. Auf den Wangen ein Wechselbad der Gefuehle: Unangenehme Kaelte geht ueber in Schmerzen, Schmerzen wechseln in angenehme Kaelte. Wirklich, irgendwann kommt ein Punkt, ab dem einem alles egal ist - die Kaelte wird vom Feind zum bezwungenen Freund.

Ueberhaupt nicht gluecklich mit der fiesen Temperatur ist die Technik, die hart am Limit arbeitet. Die Kamera des Kollegen (Canon) will bereits nicht mehr, alles verweigert den Dienst. Unsere Nikon, bis dato geschuetzt von einer waermenden Hand, will uns glauben lassen, der Akku sei leer. Ist er aber nicht. Er friert halt. Zum Glueck hat uns ein einheimischer Kollege vorgewarnt und sein ungewoehnlicher Geheimtip sorgt schliesslich fuer eine glueckliche Nikon: Immer zwei Wechselakkus in oder nahe der Unterhose (nach seinen Aussagen der waermste zugaengige Punkt beim Mann) aufbewahren und laufend die Akkus wechseln. Ist eine neue Erfahrung, funktioniert aber prima.

Maenner sind und bleiben Kinder - und kleine Rivalitaeten erhalten die Freundschaft. In fruehen Jahren unter Modellbahn-Jungs der Kampf zwischen Maerklin und Fleischmann, beim heranwachsenden Proletariat das Duell zwischen Opel (GSI) und VW (GTI), beim Fussballfan der Glaube an den einen oder anderen Verein. Bei manchen Fotografen ist es eben die Wahl zwischen Nikon und Canon. Wir machen da selbstverstaendlich nicht mit - aber heute haben wir gewonnen.

Keine Glaubensfrage sondern eine Frage des Portemonnaies ist oftmals auch die Kleidung. Teure Designerklamotten oder KIK-Style? Da wir unser Budget lieber in Technik investieren, blieb fuer die Russland-Preparation nur der Gang zu KIK, C&A und Deichmann. Und siehe da, Sparfuechse aufgepasst: Es hat funktioniert. Unser schickes Kaelte-Outfit besteht aus einer klassischen Hartz-4-Jogginghose aus dickem Stoff (7 Euro), zusaetzlich verpackt mit einer KIK-Skihose fuer 9,90 Euro. Das Schuhwerk, grobe Boots mit dreifacher Einlage, bewaehrt sich bestens und kostete nur 19,90 Euro, das T-Shirt stammt von der Erg Oriental (gratis), der Pullover darueber und die Muetze oben drauf sind Werbegeschenke, die dicke Winterjacke gab es bei C&A fuer 49,00 Euro. Kollege Ainars aus Lettland grinst bei unserer Kostenaufstellung: Der 10-Quadratzentimeter-Designer-Slip seiner Freundin kostete genausoviel wie unser komplettes Winteroutfit - und das kommt ihm bei rationeller Betrachtung dann auch irgendwie seltsam vor.

Da wir und unsere Akkus von der Kleidung warm gehalten werden, bleibt bis zum Start der Fahrzeuge Zeit fuer weitere Kaelte-Experimente. Knoffhoff Nummer 1: Unser Atem, konzentriert gegen die Sonne ausgeatmet, zerfaellt vor unseren Augen im gleissenden Sonnenlicht in Milliarden Eiskristalle, die wie Schnee auf den Boden rieseln. Und Vaeterchen Extrem-Frost hat noch einen weiteren Gruss von Harry Potter parat: Ein Wuerfelzucker-grosses Haeufchen Schnee verdampft (!) in unserer heissen Hand. Wir wartenden "Spielkinder" entdecken noch mehr - und die Kaelte gefaellt uns immer besser. Dennoch, auf Dauer waere das nichts fuer uns.

Gegen Mittag geht es schliesslich zurueck ins Pressezentrum, es klingelt das Handy. Ein Kollege aus dem Pressezentrum ist dran und berichtet, das wir besondere Gaeste haetten, die uns was "Neues" zeigen wollen. Ok, wir sind unterwegs. Angekommen entpuppen sich die geheimnisvollen Gaeste als nette Red-Bull-Werbegirls, die uns tatsaechlich etwas ganz neues praesentieren: Red Bull als Grog. Zumindest koennte man es so nennen - denn tatsaechlich schuetteln die Maedels die Kohlensaeure raus, erhitzen das gelbe Getraenk und geben einen Schuss "Hochprozentiges" hinzu. Das sei natuerlich kein offizielles Rezept, aber es wirke. Und in der Tat, das ganze schmeckt irgendwie nach Gummibaerchen-Zitronentee und waermt erstaunlich gut auf. Wieder was gelernt!

Artikel vom 25.02.2006, Artikel: Northern Forest Liveteam








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