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Northern Forest: Nissan kann sich vor Mitsubishi durchsetzen







Am Sonntag ist die Baja Northern Forest mit den zweiten und letzten Etappe in der Nähe von St. Petersburg beendet worden. Der Russe Boris Gadasin konnte seine Gesamtführung (ab der ersten Etappe) auch am dritten Rallytag festigen und fuhr mit seinem Nissan Navara Pickup mit nur 2:03 Minuten Vorsprung vor dem zweitplatzierten Ruslan Misikov (Mitsubishi L200) den Gesamtsieg ein. Auf den dritten Platz schaffte es der Lette Janis Naglis mit seinem Mitsubishi Pajero, ihm fehlten am Ende nur knappe 2:52 Minuten für einen Sieg. Vorjahressieger Alexey Berkut (Mitsubishi Pajero) verlor am Sonntag erneut ein wenig Zeit und erlangte schliesslich mit 5:32 Minuten Rückstand Platz 4.

Die letzte Etappe entsprach der Strecke des Vortages, nur mussten diesmal nur zwei Runden á 86 Kilometer in entgegengesetzter Richtung gefahren werden. Wie am Freitag und Samstag war die Strecke wieder extrem glatt. Die Spikes der Reifen hatten das Eis war aufgefräst und somit rutschfester gemacht, wie auf Sand hatten sich so jedoch auch zahlreiche Spurrillen gebildet, die das Fahren vor allem bei den hier hohen Geschwindigkeiten erneut erschwerten. Die umgekehrte Streckenführung tat ihr Übriges...

"Es war schon etwas ungewöhnlich" berichtet der zeitplatzierte Ruslan Misikov, gleichzeitig auch Chef des veranstaltenden "Nart-Time" Rallyraid Teams. "Die Strecke war zwar in umgekehrter Richtung die gleiche, aber durch die ausgefahrenen Spuren reagierte das Fahrzeug ganz anders. Es war, als würde man auf schiefen Schienen fahren, wir rutschten ständig an die Schneekante. Erst ärgerte ich mich darüber, weil wir Zeit verloren, doch auch Boris und Janis rutschten ebenso wie ich und dadurch glich sich alles aus." Das bestätigte auch Janis Naglis aus Lettland: "Es war, als würde man mit Vollgas rückwärts fahren und die Kurven falsch angehen. Aber am Ende hat es gepasst und ich freue mich riesig über meinen dritten Platz."

Bestes französisches Team wurden Dominique Housieaux und Copilot Jean-Michel Polato mit ihrem Ralliart Mitsubishi Pajero auf Platz 5 mit nur 6:49 Minuten Rückstand insgesamt. "Das war eine komplett neue Erfahrung und es ist klasse, das wir es gleich beim ersten mal soweit nach vorne geschafft haben" berichtet Housieaux am Abend. "Die Baja war extrem schnell und gleichzeitig durch den Schnee und die vereisten Pisten auf eine andere, neue Art besonders anspruchsvoll. Aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kommt man mit den neuen Bedingungen klar und es ist fast wie das Fahren auf Schotter."

FIA Marathonrally T2-Champion Christian Lavieille und sein Beifahrer Arnaud Debron schenkten ihrem gestellten Toyota Landcruiser auch am dritten Tag nichts und erreichten schliesslich die 8. Position. "Das war mal was ganz Neues" freute sich der sympathische Franzose am Ende. "Ich habe eine Menge gelernt und will im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen - dann aber mit meinem eigenen Fahrzeug. Ich denke, das die Northern Forest grossen Anklang bei westeuropäischen Teams finden würde. Es wäre klasse, wenn die Baja in Zukunft zum FIA Baja Cup zählt. Die Veranstaltung war sehr professionell durchgeführt, die Roadbücher stimmten und Landschaft, Temperatur und vor allem die Menschen hier taten ihr Übriges. Dazu kam die aussergewöhnlich schöne und familiäre Stimmung, soetwas habe ich bisher kaum erlebt."

Während das dritte französische Team von Jacky Bourgin und Gerard Ancement ihren Mitsubishi Pajero mit Platz 18 im guten Mittelfeld platzierte, fielen Etienne Smulevici und Beifahrer Sylvain Poncet (auf der Dakar unterwegs mit dem Österreicher Raphael Sperrer) auf der zweiten Etappe mit technischen Problemen ihres gestellten Toyota Landcruiser aus. "Schade", berichtet Smulevici, "ich hatte mich gerade an die Streckenbedingungen gewöhnt und unser Tempo wurde immer besser." Smulevici, ältester Teilnehmer unter den "Ausländern" und mit 25 gefahrenen Dakar-Rallies der erfahrendste aller Teilnehmer, hatte sich an den ersten Tagen mit dem Schnee noch etwas schwer getan, kam nur auf den hinteren Plätzen ins Ziel. "Ich gebe zu, ich habe hohen Respekt vor diesem Bedingungen und es hat lange gedauert, bis ich meinen Rhythmus gefunden habe. Aber es war äusserst interessant und ich werde wohl ebenfalls wiederkommen."

Ein einziger Unfall schien die Baja Northern Forest zunächst zu überschatten, doch schon kurz nach Ende der letzten Etappe kam die gute Nachricht - nichts passiert, alle wohlauf. Ausgerechnet der älteste und erfahrendste Teilnehmer der russischen Rallraid-Meisterschaft, Alexandr Kiselev, kam mit der letzten Strecke irgendwie nicht so ganz klar und legte seinen russischen UAZ-Geländewagen schon knapp 40 Kilometer nach dem Start auf´s Dach. Der Schaden hielt sich in Grenzen und so konnten Kiselev und sein Beifahrer weiterfahren - doch die Konzentration war futsch. 10 Kilometer vor dem Ziel überschlug sich der UAZ ein zweites mal, diesmal war der Schaden jedoch erheblich und das Team musste aufgeben.

Die Ausfallquote hielt sich in Grenzen: Von 36 gestarteten Teilnehmern kamen 30 am Sonntag auch über die Ziellinie. Grösster Pechvogel der Veranstaltung war die jedoch der Russe Leonid Novitsky - der gleichzeitig mit dem prominentesten Fahrzeug teilnehmen wollte. Sein Mitsubishi L200 ist das ehemalige Werksauto von Carlos Sousa und Andrea Mayer, doch das brachte ihm kein Glück. Noch am Donnerstag Abend - bevor es also überhaupt losging - fuhr Novitsky mit seinem L200 zu letzten Einstellungsfahrten in die Wälder, kam zu seinem Team zurück und liess aufgrund der kalten Temperaturen den Motor laufen. Nach einer Tasse Kaffee ging er wieder zu seinem Fahrzeug - der Motor war abgestorben. Alle Versuche, das Fahrzeug wieder zum Laufen zu bekommen, scheiterten - und so blieb dem Russen am Ende nichts anderes übrig, die Rally als Zuschauer zu begleiten.

In der Nacht von Sonntag auf Montag endete die Baja Northern Forest schliesslich mit einer fulminanten Siegerparty. Nach der offiziellen Siegerzeremonie (mit Musik, einer wunderschönen Deko und Tisch-Feuerwerk) ging es nach draussen vor die Halle, dort wartete ein grosses Aussen-Feuerwerk auf die Teilnehmer. Statt wie auf anderen Bajas die Veranstaltung hier zu beenden, ging es jetzt erst richtig los: Mit einer riesigen Party, Musik, Livebands, Gratis-Getränken und Buffet bis zum Abwinken ging es noch bis in den frühen Morgen weiter. Dabei hatten die Veranstalter an nichts gespart: Clowns und Animateure unterhielten das Publikum zusätzlich mit lustig-frivolen Spielchen, drei russische Schönheiten überraschten die männlichen Besucher mit zahlreichen "mystischen" Strip-Einlagen.

Artikel vom 27.02.2006, Artikel: Northern Forest Liveteam








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