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 Northern Forest: Veranstalter kämpfen mit Tonnenweise Schnee bei -32 Grad.
Während Deutschland bei ein paar Schneeflöckchen und leichten Minusgraden bereits kurz vor dem gefühlten Weltuntergang steht, hat man in Russland derzeit richtig zu kämpfen. Bereits seit einigen Wochen ist die Strecke der "Baja Northern Forest Russia 2010" gesperrt - denn man versucht, daraus wieder eine Strecke zu machen.
Über den Schnee bei uns können die Organisatoren nur lachen: "Wir hatten in den letzten Wochen massive Schneefälle" berichtet Chairman Igor Kan, "der Schnee türmt sich Meterhoch." Und das mitten in der Pampa: "Wir haben es mit normalen Schneeräumgeräten versucht, wir haben es mit 12-Tonnen Schneeräumern versucht, keine Chance. Entweder kommt man gar nicht erst an die Strecke heran oder kann aufgrund der Höhe nicht räumen."
Hilfe kommt jetzt in Form ganz schweren Geräts: "Wir arbeiten jetzt mit Räumpanzern, Forester-Waldfahrzeugen und Kettenfahrzeugen und hoffen, das die es schaffen" schmunzelt Kan. "Es war ganz schön schwer, diese zu beschaffen - schliesslich werden sie momentan überall im Land gebraucht. Dazu mussten wir die Genehmigungen der Forstbehörden bekommen, mit diesen schweren Fahrzeugen überhaupt in den Wald fahren zu dürfen."
Ein weiteres Problem sind die Temperaturen. "Tagsüber haben wir derzeit zwischen 29 und 32 Grad - Minus. Das ist ein weiteres Problem für die Räumfahrzeuge, denn diese laufen alle nur mit Diesel. Wir haben mit Additiven spezielle Diesel-Mischungen geschaffen, zudem müssen die Motoren lange vorgewärmt und während des Betriebes eingepackt werden. Die Motoren bleiben dann sicherheitshalber laufen, zu gross ist das Risiko, das wir sie mitten im Nirgendwo nicht mehr starten können."
Läuft der Motor, kommt das nächste Problem: Die Hydraulik. "Kaum waren die ersten Kettengeräte im Einsatz und blieben die Motoren an, begannen die Hydraulikflüssigkeiten zu frieren, Gelenke und Leitungen brachen. Also basteln wir weiter und versuchen, auch die Hydraulik zu wärmen."
Kommt noch der Faktor Mensch. "Wer Panzer und Kettenfahrzeuge kennt weiss, das diese nicht gerade komfortabel sind und kaum über Heizungen verfügen. So wurden die Fahrerhäuser mit speziellen Windschutz-Platten versehen, zusätzliche Heizungen eingebaut. Schliesslich können die Piloten nicht mal eben aus der Strecke fahren, müssen stundenlang weit abgelegen arbeiten."
Nachdem die wichtigsten Probleme also beseitigt waren, kam die "wahre Logistik": Mit Schneemobilen musste man die Strecke ersteinmal unter der bis zu vier Meter hohen Schneedecke finden und markieren, dann abmessen, wie und wo die Räumfahrzeuge durchkommen. "Es ist ein ewiger Kampf" meint Kan, "da hat man dann ein Räumfahrzeug vor Ort, das fährt nur ein paar Zentimeter neben der Strecke und bleibt stecken. Und der Ärger beginnt von vorne..."
Probleme dieser Art dürften anderen Rallyraid-Veranstaltern gänzlich unbekannt sein - umso spannender wird die Rally selbst. Als einzige Baja im Schnee stellt die "Northern Forest" vom 26. bis 28. Februar den zweiten Lauf zum FIA Baja Worldcup. Neben den FIA-Punkten zählt die Rally zusätzlich als 2. Lauf der Lettischen Meisterschaft sowie als 1. Lauf zur russischen Rallyraid-Meisterschaft.
Marathonrally.com wird als offizieller Partner live aus Russland in Deutsch und Englisch von der Rally berichten.
2010/02/04 | 16:49 CET | Editor: MR/HS


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