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 OiLibya Tunisia: Matzker - "Tunesien hat uns mit offenen Armen empfangen".
Bei der jüngst beendeten "OiLibya Rally of Tunisia" (wir berichteten in der internationalen Ausgabe) startete auch das Kölner Team Matzker - und das mit gleich zwei seiner berühmten Land Rover Defender. "Jetzt erst recht" lautete die Devise des Teams.
"Touristen bleiben aus, die Hotels geschlossen, eine Rally wurde gar abgesagt - dieser Ausnahmezustand konnte uns nicht abschrecken, den zweiten FIA World Cup Lauf in Tunesien zu bestreiten" berichtet das Team.
Und das Fazit: "Tunesien hat uns mit offenen Armen empfangen und die Herzlichkeit der Bevölkerung war bewundernswert. Wir sind froh darüber, dem Land mit dieser Rally ein Stück Normalität zurückgegeben zu haben" so Teamchef Amadeus Matzker.
Die "OiLibya Rally of Tunisia" gilt als eine der Wichtigsten und Schwierigsten im FIA Kalender und feierte mit dieser Ausgabe ihr 30. Jubiläum. Dementsprechend hatten die Veranstalter eine besonders anspruchsvolle Streckenführung ausgearbeitet. Internationale Top-Teams waren angetreten, um sich daran zu messen.
Mit zwei Renn- und drei Servicefahrzeugen stellte sich das Team Matzker dieser Herausforderung.
Als Kunden starteten Rainer Krech mit Navigatorin Brigitte Reitbauer im Matzker Land Rover Defender md4r. Als zweites Team startete Amadeus Matzker mit Navigator Lee Palmer höchst persönlich.
Der eigene, V8 Benzinmotor angetriebene Defender md5r von Amadeus Matzker war in der vorangegangenen einjährigen Pause grundlegend umkonstruiert worden: Neue Achsen mit eigens entwickelten Sperrdifferentialen, eine neue Zünd- und Kühlanlage für den Motor sowie ein vollständig neu entwickeltes Fahrwerk galt es bei diesem Einsatz zu testen.
Die erste Sonderprüfung über 265 Kilometer durch ein riesiges, feinsandiges Dünengebiet führte von Nefta im Westen in die Oase Ksar Ghilane. Der Erfolg der technischen Weiterentwicklungen am Fahrzeug machte sich sogleich mit einer deutlich höheren Durchschnittsgeschwindigkeit bemerkbar.
Die durch das Tempo verursachten Sprünge über die Dünenkuppen liessen das Fahrzeug dann aber unsanft in den Sand eintauchen, wobei der Lüftermotor Sand ansaugte und versagte. Sofort wurde der Lüfter ausgetauscht und die rasante Fahrt fortgeführt. Als dann aber die hintere Kardanwelle brach war die bislang perfekte Zeit nicht zu halten. Ein Weiterkommen ohne Allradantrieb war im Sand nur schwer möglich und so handelte sich Amadeus Matzker 6 Stunden Zeitstrafe ein, was ein Top-Endergebnis ausschloss.
Am zweiten Tag der Rally machte sich ein 80 km/h starker Sandsturm über dem Biwak breit und zwang die Veranstalter, die für diesen Tag vorgesehen Etappe abzusagen.
Bei der 3. Etappe hiess es dann 216 Kilometer scharfkantige Dünen zu überwinden - um, auf Platz 7 in der Tageswertung liegend - zufrieden und ohne technische Probleme das Ziel im Biwak zu erreichen.
Über 219 Kilometer durch bergiges Terrain führte die vierte, schnellere und weniger sandige Sonderprüfung. Mit nur drei Minuten Rückstand auf die Werksteams wurde die Wertungsprüfung sehr erfolgreich absolviert.
Der fünfte Tag der Rally bot auf 295 Kilometer Sonderprüfung alles, was ein gutes Rallyfahrzeug für einen Substanztest benötigt. Gefährliche Gebirgspassagen, breite Bachläufe mit grossen Felsen und tiefen Furchen sowie mächtige Steilhänge auf engen Wegen bestimmten den ersten Teil der 5. Etappe.
Felsen, plötzliche Steinstufen, Geröll und scharfkantige Kamelgrasdünen, gefolgt von schnellen Schotterwegen, forderten Mensch und Technik in grosser Hitze Höchstleistung ab.
Am letzten Tag, dem "Grand Prix de Tozeur", wurden zweimal 63 Kilometer Sonderprüfung druchfahren. Zwei Fahrzeuge starteten immer gegeneinander und beide Defender konnten ihr Duell souverän für sich entscheiden. Mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 170 km/h ging es durch den Chott El Jerid und dann über eine anspruchsvolle, technische Piste durch Kamelgras und kleine Dünen.
Nach 1.106 Kilometern Härtetest erreichte auf Platz 4 in der Klasse T1.1 und Platz 11 der Gesamtwertung der Kölner Amadeus Matzker und sein Copilot Lee Palmer das Ziel. Rainer Krech und Brigitte Reitbauer beendeten die Rally ohne techische Probleme und um viele aufregenden Erfahrungen reicher, auf Platz 9 in ihrer Klasse und 14 in der Gesamtwertung.
Amadeus Matzker: "Es war eine überaus anspruchsvolle Rally in der sämtliche Geländeformationen abgebildet wurden. Wir haben durch die Weiterentwicklungen an dem Fahrzeug einen überaus grossen Fortschritt in Geschwindigkeit und Leitungsfähigkeit erzielt und freuen uns das Tempo der Weltspitze mitgehen zu können."
2011/05/24 | 08:25 CET | ARTICLE: MR/SY/MATZKER


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