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Panamericana: Der 13. Tagesbericht vom 15. & 16. Mai 2006





Seit Anfang des Monats reisen der Abenteurer Matthias Jeschke, der Journalist und marathonrally.com Mitarbeiter Jörg Sand sowie ihr Team quer durch den amerikanischen Kontinent, um einen neuen Weltrekord aufzustellen: Die Bewältigung der legendären "Panamericana Route" in 14 Tagen - mit umweltfreundlichem Biodiesel. In Tagesberichten erzählt Matthias Jeschke, wie es der Truppe unterwegs ergeht. Hier der 13. Bericht:

Tagesbericht vom 15. und 16.05.2006

In Ecuador empfing uns der Konsul der Region und erleichterte uns den Grenzübertritt mit vorbereiteten Dokumenten enorm.

Das Einsatzkommando des Verteidigungsministeriums, welches uns in Staffeleinheiten durch ganz Ecuador begleitete, stand den Kräften in Kolumbien in nichts nach. Bemerkenswert war jedoch, dass diese Spezialkräfte für Sondereinsätze zu Wasser, zu Land und in der Luft ausgebildet wurden. Na ja, für uns als normale Mitteleuropäer schon etwas Besonderes. Das Abzeichen auf Baretts und Fahrzeugen zeigte einen vermummten Kämpfer mit Waffenkreuzung. Man konnte durchaus annehmen, dass diese Jungs zu denen gehören, die sonst in anderen Einsätzen beschäftigt sind und durchaus mit extremen Situationen umzugehen wissen. Zusätzlich wurden wir vom Automobilclub mit einem Motorrad und einem Servicewagen begleitet.

Dadurch, dass wir erst spät in der Nacht ankamen, fand das Fotoshooting in kleinem Kreis vor der Militärschule in Quito statt. Mit allen anderen bemühte sich unsere Hauptkontaktperson Matthias Ebert von der Deutschen Botschaft besonders um die Betreuung des Rekordteams. Er brachte uns - man höre und staune - indisches Essen zum Fototermin. Für die unfreiwillige Sandwichfraktion eine super Abwechslung.

Ecuador an sich beeindruckte uns durch seine landschaftliche Vielfalt. Hohe Berge und Vulkane, Flachland, Dschungel und Wüste wechseln in Ecuador einander ab und spiegeln in Prinzip die Landschaften Südamerikas wider. Auf Grund besonderer Vorkehrungen unserer Eskorte verloren wir leider auch in Ecuador Zeit auf unsere selbst gesteckte Vorgabe und mussten dringend handeln.

In Abstimmung mit allen Landeskoordinatoren entschieden wir uns nach Erreichen der ecuadorianisch-peruanischen Grenze, unseren gesamten Logistikplan und damit alle noch folgenden Medien Events um 10 Stunden zu verschieben.

Dies bedeutete natürlich jede Menge Arbeit, denn Lima, Arica, Copiapo, Santiago und Mendoza mussten zunächst als erste Eventstätten umgeplant werden. Wir danken allen involvierten Personen, Institutionen und Landeskoordinatoren für die teilweise nervenaufreibende Umorganisation. Die 10 Stunden Zeitverschiebung bedeuteten aber auch, dass unser eingeplantes Zeitpolster zum Rekord nun auf -3 Stunden geschmolzen war.

Es war ein skurriles Schauspiel, als an einem der bevölkertsten Grenzübergänge der gesamten Fahrt - dem bei Huaquillas - 10 schwerstbewaffnete, schwarz gekleidete Einsatzkräfte aus ihren Begleitfahrzeugen sprangen und uns zu allen Behördengängen etc. begleiteten. Und das inmitten von vielleicht 2000 Menschen. Ein Riesen Gewusel und jede Menge geschäftiges Treiben.

Die peruanische Seite war wohl, wegen des Eindrucks den unsere Begleiter machten, plötzlich etwas in Hektik. Polizisten kamen auf uns zu, befragten uns und telefonierten zeitgleich. Man unterhielt sich zwischen den Sicherheitskräften der Länder und nach einigen Minuten kam ein Kommandant auf die Fahrergruppe zu, begrüsste uns und teilte mit, man habe sämtliche! Polizeistationen und Checkpoints über unseren Konvoi informiert.

Um eine Frage vorweg zu nehmen: Sind sie schon mal auf 2800 km alle ca. 50 - 100 Kilometer freundlich von Polizisten gegrüsst, bewunken, beklatscht und angefeuert worden? Danke an Peru für die Freundlichkeit seiner Helfer.

Die Panamericana ist in Peru die einzige komplette Nord-Südverbindung und verläuft am äussersten Westrand des Landes fast vollständig durch Wüstengebiete. Entlang atemberaubender Steilküsten, vorbei an die Strasse zurückerobernden Dünen, über Pässe und Dürre Täler führte unser Weg durch ein Land, dass weit mehr zu bieten hat als wir sehen konnten. Ein Land unter anderem mit gigantischen Urwäldern.

Als wir nach Lima einfuhren gab es für alle einen guten Beweis der Goodyear RunOnFlat Technology. Mitten im 10-spurigen Innenstadtverkehrsstresschaos, verloren wir an dem rechten Hinterreifen von Alpha 3 plötzlich massive Luft. Der Reifen war kurze Zeit später luftleer. Um Zeit zu sparen und unseren Reifenpartner beim Wort nehmen zu können, entschieden wir rigoros bis zur Universität (UNALM) weiter zu fahren. Das Ende vom Lied?:

"Ein voll beladener Touareg mit 3,5 t Gesamtgewicht fährt problemlos, aber von unzähligen Autofahrern angehupt oder angeblinkt, unter Kamerabeobachtung unbehelligt, leicht schräg rund 20 Minuten mit plattem Hinterrad, bei Geschwindigkeiten um 60 bis 70 Km/h über Innenstadtautobahnen durch einer der grössten Städte der Welt zum vorbereiteten Medien Event. Genial."

Dort - an der "Universidad Nacional Agraria La Molina" (UNALM) war durch unseren Peru Landeskoordinator vor Ort, Thomas Grüderich und Herrn Javier Coello von der UNALM, ein schöner Empfang vorbereitet worden. Die UNALM hatte extra für uns 1500 Liter Biodiesel produziert und empfing uns gemeinsam mit hochrangigen Vertretern der Deutschen Botschaft, dem Rektorat, Studenten und der Presse auf dem Campus.

Alles war bestens organisiert und so wurden die Fahrzeuge schon betankt während die Ansprachen und die Pressekonferenz noch liefen. Direkt im Anschluss ging es dann zum örtlichen VW Partner, da wir dringende Arbeiten an den Achsen der Fahrzeuge vornehmen mussten. Alle drei Wagen brauchten nochmals Achsvermessungen um dem kaum noch zu bewältigenden anhaltenden brutalen Reifenverschleiss wegen der massiven Achsverstellung Herr zu werden.

Es ist ein absoluter Wahnsinn, was die Reifen alles ausgehalten haben, bis hierhin. Unzählige Einschläge in Löcher, aus denen man auch Brunnen machen könnte haben die Abnutzung der Reifen nicht gefördert. Aber Achsen die Radstellungen kreierten, welche so in keinem noch so lustigen Handbuch für Fahrzeugtechnik zu finden sind vernichten über kurz oder lang selbst beste Reifentechnik. Zeitweise arbeiteten 8 Mechaniker und die Crew an den Fahrzeugen um schnellstmöglich fertig zu werden. Anschliessend ging es auf endlosen Strassen gen Süden Richtung Chile.

Artikel vom 22.05.2006, Autor: Redaktion/Matthias Jeschke

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