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 Pharaons Rally: Das Buggy-Battle endete dramatisch - und neuer Weltmeister.
Man kann sagen, die letzte Etappe der Pharaonen Rally 2010 war wie ein sehr guter Krimi. Ein guter Anfang, ein dramatischer und spannender Inhalt - und ein überraschendes Ende, das dennoch für alle Beteiligten glücklich endete. "Dramatik" also pur am letzten Rallytag. Insgesamt ging es um die FIM Weltmeisterschaft bei den Motorrädern (bis zum Ende offen) und die FIA Weltmeisterschaft bei den Buggy-Pkw.
Die letzte Etappe war eigentlich recht einfach, quasi als "ruhiges Finale" gedacht. Zwar mussten 506 Kilometer insgesamt gefahren werden, davon aber nur 240 in Wertung. Von Siwa ging es an die Nordküste nach Al Alamein, die Temperaturen wurden angenehmer, die Landschaft flach, die Strecke schnell - keine Dünen und kein besonderer Anspruch mehr.
Auch wenn bei den Pkw schon fast alle Ergebnisse feststanden, gaben die Piloten auf der letzten Etappe nochmals richtig Gas. Bei Eric Vigouroux (Chevrolet Protruck) und Omar Hani (Rahhala 4x4) ging es immerhin noch um die 6. Position, der Franzose Gilles Florin wollte sich mit seinem Buggy eigentlich noch vor Vigouroux positionieren.
Der Italiener Maurizio Traglio (Tecnosport Nissan Pathfinder) ging als erster in die letzte Etappe, gefolgt von Schlesser, Pelichet und Mitsuhashi. Stunden später im Camp, Traglio kam als Erster, gefolgt von Eric Vigouroux, Jerome Pelichet und Jun Mitsuhashi. Wo war Schlesser? Erste Gerüchte machten die Runde: Schlesser habe sich überschlagen.
Tatsächlich. Knappe 15 Kilometer nach dem Start übersah der Gesamt-Führende Jean-Louis Schlesser eine Bodenwelle und überschlug sich mehrfach mit seinem Buggy. Bis auf eine Nackenverspannung blieben er und Copilot Arnaud Debron aber unverletzt.
Banges Zittern: Wird der Buggy weiterfahren können? Optisch sah er übel aus, die Fahrertür war abgerissen, Heck und Dach stark beschädigt, die Frontverkleidung ganz abgerissen, der Motor verlor Öl. Schlesser hatte insgesamt 1,5 Stunden Vorsprung...
Er und Beifahrer Debron entschieden sich "wir fahren weiter". Klappernd und quietschend ging es im kleinen Gang bis ans Ende der Stage. Der Mut sollte belohnt werden: Trotz des Crash blieben beide Gesamtsieger mit 22:33:39 Stunden, verloren nur 56 Minuten.
"Es war heftig" berichtet Schlesser. "Wir dachten schon, alles wäre vorbei. Doch die Grundkonstruktion des Buggy hat sich als sehr stabil erwiesen und so konnten wir nicht nur die Etappe beenden, sondern auch noch die Rally gewinnen."
Auf den zweiten Platz der Gesamtwertung schaffte es der Italiener Maurizio Traglio mit seinem belgischen Beifahrer Fabian Lurquin, nachdem man am Samstag einen dritten Etappensieg einfahren konnte. Ganze 01:14:39 Stunden später folgte der japanische Dakar-T2 Sieger Jun Mitsuhashi mit Navigator Alain Guehennec im Werks-Toyota Land Cruiser 200 - es reichte für Platz 3.
"Eine klasse Rally - und ein super Ergebnis, besonders weil wir mit einem seriennahen T2-Fahrzeug auf das Podium gefahren sind" freute sich Mitsuhashi. "Die Rally war neu für mich, aber sehr interessant. Nicht zu schwer, nicht zu leicht - eine perfekte Vorbereitung für die kommende Dakar-Rally!"
Eine klasse Leistung lieferten die beiden Bowler von Jerome Pelichet (Frankreich) und Roberto Tonelli (Italien), die sich ein internes Duell um Platz 4 und den Sieg der internen Bowler-Challenge lieferten. Nach einem ewigen hin-und-her machten Pelichet und seine Beifahrerin Eugenie Decre das Rennen, knapp 52 Minuten vor Roberto und Nicola Tonelli.
Ein Pkw-Team durfte neben den Siegern heute richtig jubeln: Eric Vigouroux und Navigator Alex Winocq machten den Weltmeistertitel in der Buggy-Klasse klar. Gestern durfte noch gerechnet werden, doch nach einem Sieg bei der Estoril-Marrakech Rally und dem vierten Platz auf der OiLibya Rally of Tunisia führte der US-Franzose mit 15 Punkten, Schlesser hatte 10 Punkte vom Sieg der OiLibya Tunesien Rally.
Rechnerisch musste Vigouroux mindestens viertbester Buggy werden - und das Ziel erreichen. Beides schaffte er am Ende, überholte noch den Buggy des Franzosen Gilles Florin und wurde somit zweitbester Buggy. Auf der letzten Etappe kam zudem ein zweiter Platz hinzu - eigentlich wäre es der erste Etappensieg gewesen, doch Vigouroux half beim Unfall von Schlesser und "schenkte" so seine Minuten an den Italiener Traglio.
2010/10/08 | 16:48 CET | EDITOR: MR/HS


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