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Pressepräsentation BMW X1: Der Kleinste ist ganz schön gross






"Da steht eine ganze Reihe von X3", wunderte sich der Kollege, als wir zur Präsentation des neuen X1 auf das Gelände der BMW-Niederlassung am BMW-Werk in Leipzig rollten. Er irrte sich ebenso wie ich. Wir beide hatten nicht vermutet, dass ein 1-er BMW so gross sein könnte. Der BMW X1 misst mit 4,54 Länge deutlich mehr, als wir vom kleinsten BMW der X-Reihe erwartet hatten. Er ist nur 15 Zentimeter kürzer als der X3.

Das Wundern ging weiter, als wir erst einmal in dem neuen Kompakt-SUV der Bayern sassen. Die Innenraumhöhe fällt beeindruckend aus, und auch hinten gibt es Platz für drei Fahrgäste, nicht eben viel viel, aber ausreichend und durch die um insgesamt 30 Grad stufenweise verstellbare Rückenlehne erstaunlich bequem. Steht die Rückenlehne senkrecht, ist es mit der Bequemlichkeit nicht mehr so weit her, dafür wächst der Kofferraum um 60 Liter auf 480 Liter. Legt man die dreigeteilte Sitzbank komplett um, entstehen 1350 Liter Laderaum bei 550 kg Zuladung. Ziehen darf der X1 einen maximal zwei Tonnen schweren gebremsten Anhänger.

Damit ist klar: Der BMW X1 ist kein Blender; er hat auch praktische Qualitäten. So kann man das mittlere Fünftel der Sitzbank nach vorn klappen und erhält dann vier Sitzplätze und eine Staumöglichkeit zum Beispiel für vier Paar Ski. Die vielen Ablagen im Innenraum und die zusätzlichen Möglichkeiten im "Keller" des X1 unter dem Kofferraumboden unterstreichen den Eindruck, dass die Münchner ein SUV auf die 17-Zoll-Räder stellen wollten, das dem Anspruch an diese Fahrzeuggattung gerecht wird. Aber Nützlichkeit und Reisekomfort machen noch keinen BMW.

Bleiben wir zunächst im Innenraum; denn hier wird der Wille deutlich, den X1 im Premiumsegment platzieren zu wollen. Die Armaturentafel samt Mittelkonsole zeigen die Präsenz, wie sie für BMW-Modelle typisch ist: Klare Gliederung durch Querlinien, geschickte Integration des Bildschirms für die Navigation, klar gezeichnete Instrumente, zum Fahrer hin orientierte Bedienelemente, wertige Materialien und eine erstklassige Verarbeitung prägen das Bild, das sich Fahrer und Beifahrer von den bequemen und sportlich geformten Vordersitzen aus bietet.

Der Einstieg auf die Sitze fällt leicht. Sie sind höher angeordnet als bei BMW-Limousinen, aber nicht ganz so hoch wie beim X3 oder X5. Selbst Sitzriesen, die den Sitz ganz nach oben fahren, bleibt über dem Kopf noch viel Raum bis zum Dach. So entsteht das Gefühlt, das SUV-Fahrer so schätzen: Sie haben gleichzeitig den Überblick und viel Raum.

Mit seiner Aussengestaltung reiht sich der X1 deutlicher in die BMW-Modellfamilien deutlicher ein als seine grösseren Brüder. Denn seine Motorhaube wirkt - wie für die Bayern typisch - lang, länger als bei den grösseren SUV des Hauses. Das Gesicht mit grossen Lufteinlässen und der senkrecht stehenden BMW-Niere passt ebenfalls zum Stil des Hauses. Den Eindruck von Sportlichkeit verstärken die Keilform und die ausgestellten, eckigen Radhäuser. BMW zeigte sich bei der Präsentation besonders stolz auf die Gestaltung des Hecks, mit betonten Querlinien und den markentypischen Heckleuchten.

Stolz können die Münchner auch beim X1 auf die Erfolge ihrer "Efficient Dynamics"-Techniken sein. Mit einem Bündel von Massnahmen gelang es Ihnen, das Diesel-Einstiegsmodell - den BWX X1 sDrive 18d - unter die 140-Gramm-Marke beim Kohlendioxidausstoss pro Kilometer zu drücken. 136 g/km oder ein Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm) von 5,2 Liter Diesel auf 100 km werden beim X1 sDrive, den für einen Basispreis von 29 550 Euro angebotenen Hecktriebler, angegeben.

Zu den Effizienz-Massnahmen zählen ein gute Aerodynamik mit einem für SUV beeindruckend niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,32, Rückgewinnung der Bremsenergie, geringe innere Reibung im Motor, elektrische Nebenaggregate, die nur bei Bedarf arbeiten und eine Start-Stopp-Automatik bei den Fahrzeugen mit der serienmässigen Sechs-Gang-Schaltung.

Das Technik-Paket kommt natürlich auch den anderen Motoren zugute. Das Sprektrum reicht bei den Zwei-Liter-Vierzylinder Diesel des X1 18d und X1 20d des sDrive und des Allradler xDrive mit 105 kW /143 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern über den sDrive und x Drive 20d mit 130 kW / 177 PS und 350 Nm bis zu 150 kW / 204 PS und 400 Nm beim xDrive 23d. Die beiden stärkeren Diesel brauchen 5,8 Liter (153 g/km CO2) bzw. 6,3 Liter (167 g/km CO2). Für die Sechs-Zylinder-Freunde hält BMW den X1 xDrive 28i mit drei Litern Hubraum und 190 kW /258 PS und einem Durchschnittsverbrauch von 9,4 Liter (219 g/km CO2) bereit.

Wir fuhren den BMW X1 x Drive 20d mit der schnell agierenden Sechs-Gang-Automatik rund um das Leipziger BMW-Werk, in dem der X1 hergestellt wird. Er liegt so gut in der Hand, wie man es von einem BMW erwartet, fährt sich eher wie eine Limousine und meistert auch schnelle Kurven souverän. Einzig die harte Fahrwerkabstimmung störte die Freude am Fahren. Da hat sich BMW wohl für dieses Auto zu sehr in die sportliche Ecke begeben.

Die Härte mag sich an der Zielgruppe des X1 orientieren. Hier erwarten die Münchner eher jüngere Käufer, die es eben lieber sportlich als komfortabel haben. Sie werden am 24. Oktober 2009 die Premiere des Premium-Kompakt-SUV beim Händler erleben können. Dort werden der grosse Benziner, die drei stärkeren Diesel stehen. Die 18d folgen im Dezember und der kleine Benziner sDrive 18d im Frühjahr. Wenn die Reihe komplett ist, reichen die Preise von 27 200 Euro für den kleinen Benziner bis zu 41 500 für den Sechszylinder-Benziner mit Allradabtrieb und Sechsgangautomatik. (ampnet/Sm)

Technische Daten BMW X1 xDrive 20d (Automatik)

Länge x Breite x Höhe (m): 4,45 x 1,80 x 1,55
Motor: Vierzylinder-Diesel, 19958 ccm, Common Rail, Abgasturbolader
Leistung: 130 kW / 177 PS bei 4000 U/min
Max. Drehmoment: 350 Nm zwischen 1750 und 3000 U/min
Leergewicht/Zuladung: 1570 kg
Verbrauch (nach EU-Norm): Durchschnitt 6,2 Liter
Emissionen: 164 g/km, Euro 5
Höchstgeschwindigkeit: 213 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 8,6 Sekunden
Basispreis: 34.400 Euro

Artikel vom 28.09.2009, Artikel: Redaktion/hs/ampnet/P.Schwerdtmann

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