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Rainforest Challenge: Ein traumhaftes Camp am Donnerstag






Nach den wilden Naechten der vergangenen Tage bot die Rainforest Challenge am Donnerstag das bisher schoenste Camp und eine Trophystage ausschliesslich im Wasser. Das Camp lag an einem grossen See inmitten eines Tales, umgeben von hohen bewachsenen Bergen - Postkartenidylle pur nahe an der Grenze zu Thailand.

Nach einer Ueberfuehrung von nur knapp 30 Kilometern - fuer den der Konvoi dennoch knapp drei Stunden Zeit benoetigte - warteten drei kleine Stages ueber jeweils knapp 500 Meter auf die Teilnehmer. Eine Stage wurde mitten im Wasser am Ufer des Sees abgesteckt - hier galt es, neben einigen Runden im Schilf bis zu 1,60 Meter tiefe Wasserloecher zu durchqueren, die zum Teil zudem mit nicht sichtbaren Baumstaemmen blockiert waren.

Die beiden weiteren Stages spielten sich im Trockenen ab, eine weniger schwere Fast-Speed Stage im hohen Gras und eine knifflige Passage ueber ein Gewirr aus Baumstuempfen und Balken. Nachdem sich die erste und zweite Stage jedoch ungewoehnlich lang hinzogen, beschlossen die Veranstalter, die letzte Stage ueber die Baumstuempfe nicht mehr zu starten.

Als erster Teilnehmer startete der Oesterreicher Markus Osswald in die Wasser-Stage, fuhr zur Freude der Zuschauer extrem schnell und mit entsprechenden Wasserfontaenen - und hatte dabei auch einen ganz besonderen Zuschauer: Der Premierminister der Region Kedah (quasi ein Bundesland Malaysias) war fuer wenige Stunden Gast bei der Rainforest Challenge und informierte sich interessiert ueber die Veranstaltung und deren Teilnehmer.

Markus Osswald liegt mit seinem Jeep Cherokee derzeit auf Platz vier der Gesamtwertung, die weiterhin von zwei Lokalmatadoren (Jeep und Toyota) und einem Team aus Indonesien (Jeep) angefuehrt wird.

Weiterhin vom Pech verfolgt wurde in den letzten Tagen das Landrover-Team aus Polen: Nach einem Achsbruch und diversen Reifenschaeden gab die Lenkung ihren Geist auf, dann die Radaufhaengung und schliesslich die Bremse. Nach einer langen Reparatur schafften es die Polen jedoch am Donnerstag noch in letzter Minute, in die Stage zu starten. "Wir lagen auf Platz 7 und sind jetzt auf Platz 14, insgesamt fehlen uns schon vier ganze Stages" berichtet der Mechaniker des Teams. "Leider wissen wir immer noch nicht, ob das Auto nun haelt..."

Fuer viel Spass bei den Zuschauern sorgt regelmaessig ein Vater-Sohn Duo aus China, das mit einem in Malaysia gemieteten Jeep und gemeinsam mit zwei weiteren Teams aus China angetreten ist. Vater und Sohn wechseln sich hinter dem Lenkrad ab. Waehrend der Sohn das Auto und das Terrain perfekt beherrscht, wurde dem Vater anscheinend alles moegliche in die Wiege gelegt - nur nicht das Fahren mit einem Gelaendewagen.

Und so wirft die zahlreiche Zuschauerschar vor jedem Start des blauen Chinesen-Jeeps einen Blick in das Fahrerhaus, um zu sehen, wer denn heute starten darf. Ist es der Vater, sammeln sich binnen kurzer Zeit die Zuschauer, um dann unter lauten Gejohle staunend zu entdecken, was sich "Vater-Jeep" diesmal wieder fuer eine lustige (wenn auch ungeplante) Einlage ausgedacht hat. Die Highlights bisher: Den Motor am Start (!) solange abwuergen, bis die Mixmalzeit ueberschritten ist, das Auto umkippen, trotz ausgerolltem Windenseil weiterfahren, das Winschseil an zu duenne Baeume befestigen (die dann auf das Auto fallen) und die Stage in falscher Richtung fahren wollen (abgesehen von zahlreichen individuellen Abkuerzungen innerhalb verschiedener Stages).

Fuer Staunen hingegen sorgen immer wieder die fuehrenden Lokalmatadoren mit fuer uns fast unaussprechlichen Namen. Sie schaffen es immer wieder, die Stages in atemberaubender Zeit trotz aller Widrigkeiten zu bewaeltigen - dabei schenken sie dem Fahrzeug nichts und gehen gegenueber der Technik aeusserst brutal vor. Umso erstaunlicher: Diese Teams sieht man so gut wie nie an ihren Fahrzeugen schrauben.

Am Abend wurden die Zelte direkt am Rande des Wassers aufgeschlagen - und wie es sich fuer ein solch derart schoen-romantisches Camp gehoert, traf man sich am Abend in einer gemeinsamen Runde mit Gitarrenmusik am Lagerfeuer zu den abenteuerlichsten Geschichten der Teilnehmer aus aller Welt.

Am Freitag startet der Konvoi der Rainforest Challenge 2006 in die lange und heiss erwartete "Twighlight Zone". In zweieinhalb Tagen und zwei Naechten muessen die Teilnehmer hier knapp 50 Kilometer Luftlinie durch den dicht bewachsenen Dschungel passieren - dazwischen warten nochmals zwei kleine Stages. Das bedeutet: Mit Macheten und Motorsaegen Wege freischaffen, Bruecken ueber Fluesse errichten und Berge per Winsch bewaeltigen.

Nur ein kleiner Teil der Presse wird mit in die Twighlight-Zone gehen, da die Veranstalter hier fuer nichts eine Garantie geben kann. Nur soviel: Im vergangenen Jahr brauchte die Organisation knapp zwei Wochen, um die letzten havarierten Fahrzeuge aus dem Dschungel zu holen. Eine weitere Besonderheit: Die diesjaehrige "Twighlight-Zone" wird zum ersten mal in einem Dschungelgebiet im Nordosten des Landes ausgetragen - seit ueber 30 Jahren wurde in diesem Gebiet kein Weg und keine Landschaft mehr gepflegt.

Mit Beendigung der Twighlight-Zone endet am Montag auch die Rainforest Challenge 2006 mit einer grossen Siegerparty in einem Hotel nahe des Ziels. Im Anschluss geht fuer einen Teil der Teilnehmer zurueck nach Kuala Lumpur, wo die Trophy dann auch fuer die internationale Presse beendet wird.

Artikel vom 01.12.2006, Artikel: RFC-Live-Team/hs








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