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 | Rainforest Challenge: Letzte "normale" Hardcore-Stages am Freitag |
 Am Freitag frueh wechselte der Rainforest-Challenge Tross vom schoenen See-Camp endlich in die heiss erwartete "Twighlight Zone", dem Kernstueck der Rainforest Challenge und ausschlaggebend fuer die Bezeichnung "haerteste Trophy der Welt". In zweieinhalb Tagen und zwei Naechten muessen die RFC-Teilnehmer knapp 51 Kilometer durch den Dschungel bewaeltigen - doch nicht irgendeinen Dschungel, sondern ein seit ueber 30 Jahren nicht mehr gepflegtes Stueck Naturschutzgebiet nahe der Stadt Sik im Nordwesten Malaysias.
"Wir haben von heissen Quellen mitten im unwegsamen Dschungel gehoert und uns gedacht - da muessen wir hin" berichtet Veranstalter Luis J.A. Wee. "Die Behoerden haben uns geholfen, wo es nur geht. Und nun sind wir mit Hilfe der Region Kedah und des Militaers hier" so der malayische Veranstalter stolz. Das Militaer hat eine besondere Aufgabe bei der RFC 2006: Sie begleitet den Konvoi und sorgt mit Luftueberwachung dafuer, das kein Teilnehmer verloren geht. Jeder Teilnehmer, auch Presse und Organisation, muessen sich morgens ab- oder anmelden und ihre geplante Position mitteilen. Kommen sie dort binnen eines Zeitrahmens nicht an, sendet das Militaer Suchtrupps und einen Helikopter los.
Zu Beginn der "Twighlight-Zone" hatten sich die Veranstalter noch eine besonders harte Special-Stage inmitten des "ganz harten" Dschungels ausgedacht. Durch ein extrem schlammiges Gebiet mussten die Teilnehmer zwei spezielle Trial-Passagen bewaeltigen. Neben dem Schlamm machten dies vor allem zahlreiche extrem steile Anstiege, dutzende Querliegende Baeume und sehr grosse Steine zu einer Herausforderung.
Das Camp wurde am Freitag Abend direkt neben der Strecke und den besagten heissen Wasserquellen in kleinen Lichtungen aufgebaut - die besondere Spuren aufwiesen: Elefanten loeschten hier noch kurz vor Eintreffen des Trophy-Trosses ihren Durst. Entsprechend wurde das Camp mit tiefen Seilen umrandet: "Die tiefen Seile haben ihren speziellen Grund. Zur Zeit sind die Elefanten immer mit ihren Jungen unterwegs und lassen diese - von Neugier getrieben - vorangehen. Stossen diese gegen die Seile, kehren sie wieder um" erzaehlt der Portugiese Jose, bereits zum vierten mal bei der RFC dabei. "Die Jungen sind nicht das Problem, sie haben keine Angst vor Menschen und sind nur neugierig. Aber die grossen Elefanten wollen ihre Jungen natuerlich verteidigen und koennen fuer uns Menschen sehr gefaehrlich werden."
Elefantenbesuche blieben nach ausfuehrlicher Inspizierung am Morgen aus - dafuer hatten sich andere Gesellen in gebuehrendem Abstand um das Camp versammelt: Kleine Affen begutachteten die menschlichen Besucher kaum sichtbar aber deutlich hoerbar - blieben aber friedlich. Als besonders nervig erwiesen sich in diesem extem naturnahen Camp die zahlreichen "Leeches", bei uns besser bekannt als "Blutegel".
Die Leeches sind eine Mischung aus Schnecke und Raupe und sitzen zu tausenden im nassen Gruen um nur darauf zu warten, sich an ein Tier oder einen Menschen zu heften und dessen Blut zu trinken. Die Leeches koennen zwischen 3 Millimetern (!) und 24 Zentimetern gross sein - je nach Alter und der bisherigen Nahrung. Wer mit festem Schuhwerk unterwegs ist, hat keine Probleme mit den Leeches, doch die meisten hier sind "cool" und laufen nur in Sandalen. Umso blutiger sehen deren Fuesse und Beine am morgen aus, denn die Leeches hinterlassen kleine Loecher, durch die noch ordentlich Blut nachliesst. Entledigen kann man sich der Leeches am besten mit einem Feuerzeug, kurz mit der Flamme rangehalten lassen die Blutsauger sofort von einem ab. Ansonsten sind die Leeches harmlos, verursachen (solange sie kleiner sind) keine Schmerzen und fallen nach einiger Zeit von selbst ab.
Am Samstag morgen starteten dann die verbliebenen Teilnehmer der RFC endlich in die besagte Twighlight-Zone. Einige von ihnen hatten in den vergangenen Tagen zahlreiche der kleinen Trial-Stages ausgelassen, um ihre Fahrzeuge zu reparieren oder extra fuer die Twighlight-Zone neu zu preparieren. Darunter auch das Team von den Phillipinen mit ihrem langen Landrover Defender. Deren Hauptproblem neben dem fast serienmaessigen Fahrzeug war die Winsch, deren Zuglast kaum das Gewicht des Landrovers bewaeltigen konnte. Entsprechend bewaeltigte das Team bis Freitag so gut wie keine Stage und musste auch bei zahlreichen Ueberfuehrungen passen. "Wir haben nun eine staerkere Winsch organisiert und montiert und hoffen, zumindest die Twighlight-Zone zu schaffen" so ein Teammitglied.
Auch die Publikumslieblinge aus Sri Lanka mit ihrem aufwaendig umgebauten Landrover-"Boot" sind in der Twighlight-Zone dabei, legten vorab ihren Silberling in der letzten Stage nochmals publikumswirksam auf die Seite. Auch bei den Jungs aus Sri Lanka hat der Landrover-Teufel nicht nur einmal zugeschlagen: "Bis jetzt haben wir uns neben anderen Teilen insgesamt 9 (!) Steckachsen kaputtgefahren - im naechsten Jahr ist es wohl das beste, sich einen Steckachsenhersteller als Sponsor zu suchen" lacht der Sri Lanka Teamsprecher Nalin. Die Ersatzteile hat sich das Team kurzerhand einfliegen lassen: "In Malaysia waren einfach nicht mehr genug Steckachsen rechtzeitig zu bekommen".
Gute Nachrichten bis Samstag Abend aus Europaeischer Sicht: Sowohl der Oesterreicher Markus Osswald (Jeep Cherokee), die Daenen Vater und Sohn Skjoeld (Jeep Cherokee) sowie das Ehepaar Janaszkiewcz aus Polen (Landrover Defender) haben die letzte Stage vor der Twighlight-Zone gut ueberstanden und sind ohne weitere technische Probleme gestartet. Wahrend die Teams Osswald und Skoeld "Alte Hasen" auf der Rainforest Challenge sind, ist es fuer die Polen die erste RFC. Entsprechend viel hatten die beiden am Anfang auch mit ihrem Fahrzeug zu kaempfen, es ging so ziemlich alles kaputt, was so an einem Landrover traditionell kaputtgehen kann. "Nach dutzenden Reparaturen scheint unser Fahrzeug nun endlich fit und wir hoffen, die Twighlight-Zone moeglichst problemlos zu bewaeltigen.
Mit den Teilnehmern ist auch eine Handvoll Journalisten und Mechaniker mit in die Twighlight-Zone gestartet. Allerdings werden diese kaum Zeit fuer ihre hauptsaechlichen Aufgaben haben: "Im letzten Jahr haben wir hauptsaechlich versucht, uns und unsere Fahrzeuge frei zu bekommen" berichtet ein Journalist aus Italien, "Teilnehmer haben wir gar nicht mehr angetroffen." Somit ist der Grossteil der Journalisten und Tross-Mitglieder am Samstag Abend aufgebrochen, die Twighlight-Zone zu umfahren und die Teilnehmer am anderen Ende zu empfangen. Es wird also spannend!
Artikel vom 03.11.2006, Artikel: RFC-Live-Team/hs

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