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Rainforest Challenge: Mit dem Dienstag beginnt das Abenteuer







Die legendaere "Camel Trophy" ist tot - es lebe die Rainforest Challenge! Am Montag Vormittag begann die eigentliche Challenge mit dem ersten Tag im Dschungel von Malaysia. Doch was war das? Enttaeuschung machte sich breit, als man die ersten Meter der ersten Etappe betrachtete: Kleine, mit Flatterband abgesteckte Sektionen ueber maximal 800 Meter - das sollte schon alles sein? "Nein" beruhigt Veranstalter Luis J.A. Wee, "das ist der erste Tag im Dschungel und quasi nochmals eine Art Prolog unter echten Dschungel-Bedingungen um herauszufinden, welche Fahrzeuge und Teams es wirklich schaffen koennen und welche nicht".

Und obwohl es auf den ersten Blick nicht so aussah - die erste kleine Etappe hatte es trotz weniger Quadratkilometer in sich. In vier verschiedenen Sektionen mussten die Teinehmer extrem steile und rutschige Haenge bewaeltigen sowie mehrfach einen kleinen Fluss durchqueren, der von grossen Steinen durchzogen war. Bereits nach wenigen Fahrzeugen erkannte man die Unterschiede zwischen den "Koennern" und "Anfaengern". Gleich am ersten Hang zerstoerten sich zwei Teilnehmer den Motor, da beide es solange mit Vollgas probierten, bis die Maschinen unter dem lauten Gejohle der hier noch zahlreich anwesenden Zuschauer platzten. Wer schlau war, rollte gleich zu Beginn die Winsch aus und zog sich den Hang hoch. In einer anderen Sektion musste zwischen zwei Extremhaengen eine Schleife gefahren werden - das funktionierte nur, wenn das Fahrzeug mit zwei Winden (vorne und hinten) gesichert wurde - andernfalls drohte das entsprechende Fahrzeug einen der Haenge herunterzustuerzen.

Der Montag bot somit einen Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Tagen auf die Teilnehmer der RFC 2006 zukommt. Ein Vorgeschmack auch in Bezug auf die Landschaft: Das letzte mal konnte der Dschungel ueber normale Strassen und somit auch fuer Zuschauer angefahren werden - bereits am Abend wurde dann klar, was folgt. In einem grossen Konvoi machte sich der Pressetross vorab auf zum naechsten Camp - wobei das Wort "Camp" fuer verwoehnte Rally- und Trophyfans eher uebertrieben ist. Inmitten der Strecke stoppte der Konvoi und der Konvoileader beschloss: "Hier ist das Camp!" "Wo?", fragten sich verwundert die Journalisten-Neulinge, "hier ist nichts ausser einem Fluss und zwei Meter hohem Gras links und rechts..." Die Loesung liess nicht lange auf sich warten: Mit zwei Landcruisern fuhren zwei Presseguides solange im hohen Gras hin und her bis es annaehernd flach wurde, grosse Macheten und Motorsaegen planierten den Rest des eben noch wild wuchernden Dschungelsegments. "Jetzt haben wir ein Camp" so der Konvoileader.

Etwas zaghaft und mit dem staendigen Hintergedanken an die zahlreichen vorhandenen und hoerbaren, aber nicht sichtbaren Tiere machten sich die "Journalisten-Neulinge" daran, ihre Feldbetten im Vertrauen auf den Konvoileader in das eben noch wuchernde Grasgebiet zu platzieren, waehrend die "Alten Hasen" ohne zu zoegern bereits alles aufgebaut hatten. "That`s the Rainforest Challenge" kommentierte der Konvoileader knapp.

Noch haerter als die Presse erwischte es die Teilnehmer am ersten Abend. Die erste grosse Challenge nach der Tagessektion bestand fuer diese darin, die knapp vier Kilometer zwischen dem ersten und zweiten Camp mit dem Fahrzeug als "Transport"-Stage zu bewaeltigen. Vier Kilometer klingen nach normalen Masstaeben sehr wenig, sind hier aber eine halbe Ewigkeit. Zwischen diesen vier Kilometern liegen drei Berge, jeder ca. 200 Meter hoch und extrem steil, ca. 12 Fluesse, bis zu 6 Meter hohe Findlinge, tausende Baeume und Buesche und einige sehr schwierige Schlammfelder. Das Ergebnis liess nicht lange auf sich warten: Bereits nach wenigen Metern brach die Dunkelheit an. Alle Teilnehmer, die sich bereits in der "Transport"-Stage befanden, stoppten und bauten an Ort und Stelle ihr Nachtlager auf, alle anderen verschoben den Start in die "Transport"-Stage auf Dienstag Morgen und verblieben im ersten Camp.

Wie hart es wird, zeigt sich dann am Dienstag frueh. Wie geplant wollte sich der Pressetross gegen 9.00 Uhr (Ortszeit) aufmachen, um den Teilnehmern so gut es geht zu Fuss entgegen zu wandern - doch kurz darauf wird der geplante Marsch gecancelt: "Die Strecke ist so schwer, das die ersten Teilnehmer nicht vor 14.00 Uhr Mittags (Ortszeit, 8.00 Uhr CET) erwartet werden. Wie gesagt - auf nur vier Kilometern Strecke. Entsprechend schnell, wie sich die Strecken aendern, werden eben auch die Entscheidungen geaendert. "Wir muessen uns der Natur anpassen, nicht die Natur uns" kommentiert Veranstalter Luis J.A. Wee.

Aus sportlicher Sicht gibt es entsprechend am Dienstag frueh noch nicht viel zu berichten - auch mit Tabellen koennen wir nicht dienen, da es keine Zwischenauswertungen gibt. Traditionell wird dies auch in den naechsten Tagen nicht passieren, denn erst am Ende wird zusammengerechnet. Eine schlechte Nachricht haben wir jedoch aus deutschsprachiger Sicht zu berichten: Markus Osswald aus Oesterreich war gestern einer der ersten Teilnehmer, der versuchte, die "Transport"-Stage im Dunkeln zu bewaeltigen. Das ging leider schief - Osswald rutschte mit seinem Jeep Cherokee gegen einen Baum und drueckte sich die Fahrzeugfront mitsamt Kuehler ein. Ob eine Reparatur gelungen ist, werden wir wohl erst in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch erfahren.

Fuer die "Alten Hasen" unter den Rainforest-Teilnehmern und Presse-Kollegen ergibt sich in diesem Jahr noch eine besondere Ueberraschung: Neben der Tatsache, das die RFC zum ersten mal in der noerdlichen Region Khedar nahe Thailand ausgetragen wird, wird in diesem Jahr vor allem der Regen vermisst. Seit Beginn der Trophy am Samstag ist trotz offizieller Regenzeit kein Tropfen Wasser mehr gefallen und das sorgt derzeit dafuer, das die Strecken harmloser sind und somit schneller bewaeltigt werden koennen.

Bei einer Luftfeuchtigkeit von 100% und Temperaturen um die 40 Grad in der Sonne ist das Wetter bisher sehr schoen, aber auch anstrengend: Von morgens bis Abends ist der Koerper eines jeden Teilnehmers permanent am Schwitzen und somit auch durchgehend feucht - entsprechend ist es auch egal, ob man mit oder ohne Kleidung in einem der zahlreichen Fluesse schwimmen geht. Noch ist das uebrigens problemlos moeglich - das Wasser ist sauber, klar und frei von gefaehrliche Tieren, erst in den kommenden Tagen wird sich dies mit dem Betreten der seit 35 Jahren nicht mehr erkundeten "Twighlight-Zone" im Grenzgebiet von Malaysia und Thailand aendern: Hier warten Land- und Wasserschlangen, Blutegel, Spinnen, Tiger, beissende Fische und Affen und sogar wilde Elefanten auf die Teilnehmer...

Artikel vom 27.11.2006, Artikel: RFC-Live-Team/hs








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