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 | Rainforest Challenge: Trophy nach einer Gala offiziell gestartet |
 Am Freitag ist die Rainforest Challenge 2006 - die als haerteste Trophy der Welt gilt - nach einem Gala-Dinner mit Malayischer Politik und Prominenz sowie diversen Folkloregruppen offiziell fuer eroeffnet erklaert worden. Gegen 23:00 Ortszeit (15:00 CET) endete er mit einem ersten offiziellen Briefing fuer die insgesamt 26 teilnehmenden Teams sowie dutzenden Trophy-Touristen, Journalisten und Orga-Mitgliedern.
Begonnen hatte der Freitag (nach zwei Tagen der Akklimatisierung in Kuala Lumpur) mit einer achtstuendigen Busreise in den Norden des Landes und dort in die Stadt Alor Setar in der Provinz Kedah, in der in diesem Jahr die komplette Trophy ausgetragen wird. Die Provinz grenzt im Norden an Thailand - in einer Etappe muessen die Teilnehmer bis auf wenige Meter sogar die Thailaendische Grenze anfahren. Da viele Teilnehmer direkt in den Norden fuhren, traf in Alor Setar auch erstmals das komplette Starterfeld zusammen.
In Malaysia hat gerade die Regenzeit begonnen - das bedeutet zwar ueberwiegend bestes Wetter und Sonnenschein, aber auch garantierte Schauer zwischendurch - die dann Wolkenbruchartig herunterkommen und binnen Minuten alles ueberfluten. Bei Durchschnittstemperaturen von 36 Grad (im Schatten) und einer Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent ist der Regen jedoch kaum stoerend - er ist angenehm warm und bei Sonne trocknet die Kleidung schnell. Auswirkungen hat das warme Nass jedoch besonders auf die Strecke...
Besonders viel Laune verbreiten derzeit die Polen Marek Janaszkiewicz, seine Frau Agnieszka und ein eigens mitgereister Servicetechniker, alle drei sind das erste mal in Malaysia dabei und sehen die Veranstaltung als eine grosse Herausforderung an. Dafuer haben sie eigens einen Land Rover Defender aufgebaut - und den wollen sie "hauptsache, irgendwie" ins Ziel und auch wieder zurueck nach Polen bringen. Im Bus versorgte der polnische Fahrer die Mitreisenden mit polnischem Bier, am Abend uebernahm er ungeplant das Mikrofon eines Folkloresaengers und trug seinen Part zur Party bei.
Als besondes froehlich erweisen sich auch die zahlreichen Teams aus der Volksrepublik China, die gleich einen ganzen Stab an Journalisten, Fotografen und TV-Teams mitgebracht haben. Ueberhaupt hat die Veranstaltung bisher einen froehlich-familiaeren Touch, viele Teilnehmer kennen sich aus vergangenen Jahren, erzaehlen sich Abends die spannendsten Geschichten und erschrecken gerne auch schon einmal den einen oder anderen Neuling mit ihren "schlimmsten Erfahrungen".
Nicht zu den Neulingen gehoert der Oesterreicher Markus Osswald, der gemeinsam mit einem Arbeitskollegen die Trophy bestreitet. "Vor allem die neue Region im Norden fasziniert mich" berichtet Osswald, der mit einem Jeep XJ auf die Reise geht. "In diesem Dschungel-Gebiet ist seit 35 Jahren kein Auto mehr gewesen, das hat es in der Rainforest-Geschichte noch nie gegeben und da will ich unbedingt dabei sein". Auch wenn der Oesterreicher mit Wahlheimat Singapur und Sued-Malaysia ansonsten ein eher adretter "Businessman" ist, scheut er sich wie die anderen Teilnehmer nicht vor Dreck und Schlamm: "Im Gegenteil, ich habe kaum Kleidung mit. Wozu auch, wir sind mehrere Tage komplett im Dschungel, dreckig, permanent Nass und schlafen im Camp - wenn wir es denn erreichen - gleich im Stehen ein" grinst Osswald.
Der Dschungel, gross und umheimlich: Es geht nicht durch bewohntes Gebiet oder ueber ausgefahrene Pisten - nein, es geht mittendurch, wie bei der einst legendaeren "Camel Trophy" - nur eben ein ganzes Stueck dreckiger. Das ist auch der Grund, warum waehrend der kompletten Veranstaltung nur knapp 81 Kilometer gefahren werden: "Ihr werdet sehen, an einigen Tagen schaffen selbst die Besten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nur 10 Kilometer" so Veranstalter Luis J.A. Wee. Auch die Camps sind "back to the roots": Kein offzielles Catering, keine Toiletten, keine Duschen. keine Grosszelte. Die grosse Gemeinschaft zaehlt: "Jedes Team hat einen Betreuer, der sich um das Team kuemmert, Essen organisiert, den Teilnehmern hilft." Dafuer ist ein grosser Organisationsstab noetig - alleine ueber 12 Pressefahrzeuge werden fuer die zahlreichen Journalisten von Dschungel-Guides pilotiert.
Und wenn es mal hart auf hart kommt? "Alles schon passiert" grinst Veranstalter Wee, knappe 1,65 Meter gross, verschmitzt. "Im letzten Jahr musste sich ein Pressekonvoi drei Tage lang durch den Dschungel kaempfen und zwei Fahrzeuge plus Ladung retten - sie allen versucht, auf eigene Faust einen Weg zu finden und die Farzeuge im Nirvana versenkt" so Wee. "Am Ende der Trophy steckten noch 15 Fahrzeuge von Teilnehmern, Orga und Presse im Dschungel, wir haben zwei Wochen gebraucht, um alle zu bergen. Aber am Ende bekommen wir alle und jeden heraus". Fuer eventuelle Notfaelle wird die Trophy von einem Hubschrauber mit spezieller Such- und Bergetechnik begleitet.
Am Samstag startet die Rainforest Challenge 2006 nach einem Showstart mit dem ersten Teil des Prologes, der sich aufgrund des Schwierigkeitsgrades ueber zwei Tage hinzieht. "Wir haben beim Prolog, der von tausenden Zuschauern besucht wird, mit einem Bulldozer etwas die Strecke verfeinert - nun hat der aussergewoehnlich viele Regen in diesem Jahr diese Strecke nach eigenen Regeln veraendert" grinst Veranstalter Wee. Im Anschluss an der ersten Prolog-Tag geht es ins erste Dschungelcamp, um das die Trophy sternfoermig verlaeuft - und mitten im Dschungel verbleibt der Rallytross dann ohne Extras bis zum Ende der naechsten Woche. "Wer hier mitfaehrt, ist einer der Besten der Welt oder will beweisen, das er dazugehoert" beschreibt Navin Surath Marapana, Teilnehmer aus Sri Lanka und langjaehriger Profi im Trophy-Sport die Veranstaltung knapp. "Es hier zu schaffen, ist einfach ein unbeschreibliches Gefuehl!"
Artikel vom 24.11.2006, Artikel: RFC-Live-Team/hs

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