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 RT Germany 11.1/GORM: Rallyprofis eröffnen Deutsche Meisterschaft Saison.
Bereits am Donnerstag hat sich die deutsche Amateur-Rally "Elite" im brandenburgischen Kallinchen getroffen, um auf dem ersten "Rally Trial Germany" des Jahres den Auftakt der Deutschen Rallyraid Meisterschaft "GORM" zu bestreiten.
Erstmals dauert das Rennen ganze vier Tage. 43 Teams, darunter 24 Autos, 6 Trucks, 5 Buggies und Side-by-Side, 4 Quads/ATV und 2 Motorräder traten zum Start an. Während am Donnerstag lediglich der Prolog gefahren wurde, ging es am Freitag bereits "richtig" zur Sache.
Erstmals wird vier Tage gefahren. Auf den Prolog am Donnerstag folgte ein 4-Stunden-Rennen am Freitag (getrennt nach Pkw/Buggy/Side-by-Side sowie Trucks/Motorräder/Quads/ATV). Am Samstag gibt es ein zweites 4-Stunden-Rennen, am Sonntag dann nochmals 1,5 Stunden. Glück hat man mit dem Wetter: Südlich Berlins herrscht bereits Hochsommer, 27 Grad am Donnerstag, 30 Grad am Samstag - und es soll so bleiben.
Veranstalter Jörg Schumann ist dafür bekannt, seine Strecken nicht gerade zimperlich zu gestalten. Der Rundkurs auf dem Teltow-Flämig Ring in Kallinchen wurde entsprechend hart ausgearbeitet. 80 Prozent Wald mit Baumstümpfen, Wurzeln, heftigen Bodenwellen und staubigen Feinsand wechselten sich mit 15 Prozent Tiefsandfelder und 5 Prozent Asphalt ab. Der eigentliche Asphaltring wurde in diesem Jahr nicht involviert.
Es wurde hart, richtig hart. Um es vorweg zu nehmen: Lediglich 14 Pkw erreichten am ersten Rallytag am Freitag das Ziel, von den Buggies und Side-by-Side blieb in der letzten Runde nur ein (!) Side-by-Side über. Herausgrissene Achsen, Einschläge in Bäume, geplatzte Dämpfer-Ausgleichbehälter, gebrochene Lenkung oder simple technische Schäden und kleine Unfälle brachten einen frischen Wind in das Tages-Ergebnis.
Es erwischte alle Klassen, alle "Hierarchien". Die deutschen Meister Stensky/Stensky legten mit ihrem Lennson CC unglaubliche Zeiten vor, überrundeten schon in der zweiten (!) Runde die ersten Teilnehmer. Immer dicht dran: Oliver Koepp aus München, ebenfalls im Lennson. Koepp holte Runde für Runde auf, übte enormen Druck aus und war zum Ende des ersten Drittels nur noch einen Meter hinter Stensky/Stensky. Doch Staub und Ehrgeiz sorgten für einen Fahrfehler, eine Sekunde nicht aufgepasst, Aufprall gegen einen Baum. Der Lennson wird aber gefixt, Koepp gibt nicht auf und macht am Samstag weiter.
Die weiteren Top-Favoriten Grünbeck/Dasinger (Mercedes G) und Kaldarasch/Kaldarasch (Lennson CC) holten auf - doch dann erwischte es Jörg Grünbeck und Thomas Dasinger, der Motor zickte, lief nicht mehr auf allen Zylindern, vorläufiger Ausfall (man macht ebenfalls Samstag weiter).
Die Stunde war reif für Kaldarasch. Mit den Runden wuchsen auch Tempo und Mut des Schweriner Ehepaares, man kam immer näher an die Stensky-Zeiten heran. Die letzten beiden Runden überraschten die Kaldarasch´s: Vater und Sohn Stensky liefen auf, schafften es aber nicht mehr, trotz heftigen Duelles zu überholen. Überraschen tat auch der über 30 Jahre alte Mercedes G 280 von Schütte/Schlacht, die ihren G nur so durch die Strecke "prügelten" und zeitweise sogar auf Platz 2 lagen.
Ein Wiedersehen gab es mit dem Ex-Stensky Siegerauto, das spontan am letzten Freitag an einen Kunden verkauft wurde - der prompt beim RTG antrat. Doch der erste grosse Rallytag wurde für Kunde Andreas Lübcke zum Abenteuer. An einem Steilhang veriss er das Lenkrad, kippte auf das Dach und wurde von einem Baum aufgefangen. Die Kaldarasch´s wollten überholen, wurden von einem liegenden Baum umgelenkt - und hingen nun ebenfalls im Hang am Baum. Beide Autos wurden dennoch nur leicht lädiert, keiner wurde verletzt.
Das Rennen selbst wurde für ca. 45 Minuten unterbrochen, es folgte ein Neustart (Einzelstart), die Fahrzeit wurde entsprechend verlängert. Davon profitierten einige, langsamere Teilnehmer, die durch den plötzlichen Rennabbruch eine Runde "geschenkt" bekamen.
In der Klasse T2 (serienmässige Autos) präsentierten sich Jan und Hendrik Holtz des "marathonrally.com Jugend Motorsport Teams" mit einem nagelneu, schick aufgebauten Mitsubishi Pajero V25 - und zeigten gleich, was man leisten kann. Von Beginn an lieferte man sich ein spannendes Duell mit den Holländern Schoonbrood/Schoonbrood (Toyota Land Cruiser), Hartmus Möbus im ebenfalls nagelneuen Mitsubishi V60 DID und dem Mercedes-Teams der "toughen" Schulze-Jungs. Alle kamen ins Ziel - entsprechend fightete man bis zur letzten Runde.
"Die letzten werden die Ersten sein" - mit diesem Motto startet T2-Kandidat Martin Kochendorf seit Jahren. In diesem Jahr haben sich zwei weitere Teams das Motto übernommen. Neben Kochendorf startete Hubert Riese mit einem fast total-serienmässigen Jeep Wrangler, Thomas Tiess mit einem fast-serienmässigen Land Rover Discovery. Alle zogen ruhig und brav ihre Runden - und alle kamen ins Ziel. Auch eine Taktik: Nichts kaputtmachen, Zeiten egalisieren und am Ende von den Ausfällen der "Hitzköpfe" profitieren. Am Freitag hat´s geklappt.
Die Ergebnisse der Pkw standen zum Zeitpunkt des Artikels noch nicht fest, diese präsentieren wir separat zu einem späteren Zeitpunkt am heutigen Abend.
Ralf Finkel im Mercedes Unimog schien zunächst das Rennen bei den leichten Trucks zu dominieren, doch nach einem technischen Defekt musste man aufgeben. Die Führung übernahm Markus Hey im zweiten Unimog vor Uwe Zirbes im Hummer und Bettina Zirbes im Steyr.
Abschliessend: Der "Pechvogel" der Rally ist in diesem Jahr bereits jetzt schon "ASS"-Chef Stefan Schneider. Sein Profi-Sidy-by-Side schaffte es nur bis zur technischen Abnahme, dann beendete jäh ein Problem mit der Elektrik alle Ambitionen. Doch Schneider, Team und Ehefrau fuhren nicht enttäuscht nach Hause - im Gegenteil. "Wenn wir schonmal hier sind, wollen wir auch das Rallyflair geniessen" lacht Solvita Schneider. Man bleibt, feiert mit im Camp. Und nicht nur das: Zum zehnjährigen Bestehen seines Unternehmens wurden am Donnerstag nicht wenige "Kurze" im gesamten Camp verteilt.
2011/06/03 | 23:21 CET | ARTICLE: MR/SY


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