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 Südamerika Dakar: Aus der einstigen "Dakar" wird die "Südamerika-Dakar".
Sie war einst die härteste Marathonrally von Allen: Die "Dakar", gleichzeitig "Mutter aller Wüstenrallies". In Afrika galt es nicht nur, Distanzen von teilweise bis zu 1.000 Kilometer pro Tag zu bewältigen, neben den eigentlichen Rallystrecken galten die Überführungen, das "Durch-" und vor allem "Ankommen" als oberste Priorität.
Das hat sich seit dem Umzug nach Südamerika geändert. Die Strecken wurden zwar härter und landschaftlich reizvoller, aber kürzer. Die gefürchteten Überführungsstrecken fielen fast ganz weg, der Service bewegt sich grossteils auf normalen Strassen, die Camps sind überwiegend statt in der Einsamkeit inmitten von Städten oder auf Parkplätzen von Einkaufszentren.
Aus der Einsamkeit wurde ein Zuschauerevent, der Millionen begeisterte Fans an die Strecken lockt. Anstatt mit aufwändiger Offroadtechnik kann man die Rally als Zuschauer heute mit einem VW Bus begleiten. Für die Presse-Kollegen von Robby Gordon reichte 2010 ein VW Jetta, das Presse-Team von marathonrally.com startete mit einem Mercedes Kombi - das reichte überwiegend aus.
Kurz: Aus der "härtesten Marathonrally" der Welt wurde die "härteste WRC-ähnliche Rally" der Welt, ein umjubelter Zuschauerevent, eine gigantische PR-Maschine - fast schon wie in der "Formel 1".
So ist es auch kein Wunder, das viele Teilnehmer die Südamerika-Dakar der alten Afrika-Dakar vorziehen. "Es ist schön, wenn man nach einer spannenden Etappe vorbei an jubelnden Zuschauern an die Tankstelle fahren kann, dann ins Hotel fährt und abends ein saftiges Steak geniesst" erklärte Buggy-Star Matthias Kahle gegenüber marathonrally.com.
Zudem ein viel genannter Tenor ist die neu gewonnene Sicherheit - man muss nicht mehr fürchten, entführt oder in der Einsamkeit Afrikas verloren zu gehen. Das sagen zumindest einige Teilnehmer, auch wenn man dies in Afrika nicht gerne hört.
Doch die Zuschauer bergen auch ein grosses Risiko, das 2010 erstmals traurige Realität wurde. Wo Menschen dicht gedrängt an den Strecken stehen, sind schwere und tödliche Unfälle vorprogrammiert. "Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es zu einem wirklich schweren Unfall kommt" sagen Kritiker.
Das Kritiker oder Auflagen-abhängige Medien wie z.B. die "BILD" daraus gleich einen Weltuntergang machen, dürfte dem Marathonrally-Sport allgemein nicht gerade helfen. Ältere unter den Lesern können sich traurig daran erinnern, denn einst kosteten eine Serie schwerer Zuschauer-Unfälle der legendären 80er-Jahre Pkw-Rally Szene mit Audi Sport Quattro und Co. ihren Ruf, das Reglement wurde als Konsequenz "weichgelutscht", PS-starke Motoren verboten.
Um die Sieger der ehemaligen "Dakar" in Afrika und deren Leistungen in Ehren zu halten (u.A. Volkswagen in den "Anfängen"), haben die führenden Online-Medien der "Rally Raid Media Group" (USA, England, Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland) beschlossen, die "Dakar" fortan in "Südamerika-Dakar" umzutaufen.
Was ändert sich dadurch im kommenden Jahr? Im Prinzip nichts. Nur das die Begleitkosten durch regionale Mietwagen und billigen Tankstellensprit enorm günstig geworden sind, der Veranstalter ASO von der Presse keine exorbitanten Teilnahme-Gelder mehr verlangen kann (bis zu 25.000 Euro) - und wir eben mit dem neuen Namen die Leistungen der einstigen Dakar-Teilnehmer würdigen.
Die ursprüngliche "Dakar" hingegen hat gleich drei würdige Nachfolger gefunden: Das "Africa Race" von Hubert Auriol und René Metge (übrigens in jedem Jahr krampfhaft bombardiert vom Dakar-Veranstalter ASO), die "Heroes Legend" Rally von Stéphane Peterhansel für Amateure und Einsteiger sowie die "Budapest-Bamako" - Letztere mehr als "Spass- und Durchkommen-Event", dafür aber für ein klitzekleines Startgeld.
Das Jahr 2011 wird also für Sie als Leser besonders spannend - denn die "Südamerika-Dakar", das "Africa Race" und die "Budapest-Bamako" starten zeitgleich bzw. zeitnah - mit einer wahren News-Flut für alle Fans des Marathonrally-Sportes.
2010/05/03 | 10:36 CET | ARTICLE: MR/HS


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