

|

 SA-Dakar 2011: Walcher Racing Team startet mit wieder Race-Unimog 500.
Wie der Vater - so der Sohne: Die sportlichen Gene hat der junge Schwabe Markus Walcher auf jeden Fall von seinem Vater Gerhard geerbt, gewann er doch jüngst die DMV Deutsche Rally Raid Meisterschaft GORM in der Klasse der seriennahen Fahrzeuge (T2).
Während der Junior im Motorsport auf einen ehemaligen Direktions-Porsche Cayenne setzt, hat der Vater sein Herz für Trucks entdeckt. Gerhard Walcher gilt als einer der Geschichten-reichsten "Kämpfer" auf der Dakar Rally - seit Jahren schon.
Bereits 1985 wollte man die Dakar bewältigen - mit einem Seitenwagen-Gespann. Das klappte nicht wie gewünscht, dennoch versuchte man es weitere drei mal auf der Dakar. Auch an anderen Rallys nahm man teil, hier mit Erfolg. So gewann man z.B. 1992 die Pharaonen Rally in Ägypten mit einem Suzuki Gespann.
Die Fehl-Versuche mit den Gespannen frustierten - doch der Dakar-Virus liess Gerhard Walcher nicht los. 2002 wechselte man auf vier Räder. Doch auffallen wollte man weiterhin: Anstatt eines 08/15-Fahrzeuges wählte man einen Scam SMT35 - einen Allrad-angetriebenen Fiat Ducato Doppelkabiner mit Planenaufbau, ursprünglich als Alpen-Klettergerät für Militär oder Feuerwehr gedacht.
Es folgten erfolgreiche Einsätze auf der Italian Baja, Optic Tunesien, Master Rally und Baja Deutschland. Das ermutigte für die Dakar: 2005 ging man schliesslich mit dem Scam in Barcelona an den Start. Weit kamen Walcher und sein Beifahrer Jürgen Mattheis nicht, der Scam war der harten Dauerbalastung nicht gewachsen.
Die "Rechnung" blieb offen - und Walcher´s Wille, endlich einmal das Ziel zu erreichen, immer grösser. Man entschied sich, vom Modell "Auffallen" zum Modell "Unbedingt ankommen" zu wechseln und investierte in ein gutes Angebot.
Objekt der Begierde war ein Mercedes Benz Unimog U500 des italienischen Paccani-Teams. Dies hatte den Unimog bereits mehrfach auf der Dakar eingesetzt, der nun grosse Truck schien ausgereift.
Doch die Rechnung blieb auch mit neuem Truck und Navigator Stefan Niemz wieder offen - technische Probleme sorgten auf der Dakar 2006 trotz hoher Motivation der Besatzung für das frühe Aus.
Umso mehr engagiert startete man modifiziert und der Tücken des Unimog bewusst 2007 erneut auf der Dakar - und diesmal sollte es klappen. Ohne fremden Service und zuletzt mit einem enorm erhöhten Ölverbrauch schaffte man es über die Ziellinie im Senegal. Ein jahrzehntelanger Traum erfüllte sich für das Team.
Der Wechsel nach Süd Amerika hat nun wieder die Rally-Lust von Gerhard Walcher und Stefan Niemz geweckt. Wieder ohne Fremdservice, dafür aber mit einem nun bestens bekannten und hoffentlich ausgereiften Unimog starten beide auf der Süd Amerika Dakar 2011.
"Wir sind sehr gespannt auf die neuen Landschaften und freuen uns auf 14 Tage harten Wettbewerb" meint Gerhard Walcher. "Unser Ziel ist aber klar: Wir wollen ankommen."
Damit die Chancen dafür gut stehen, wurde das Fahrzeug in den letzten Wochen einem umfangreichen Pflege- und Wartungsprogramm unterzogen. Der Turbolader des 400 PS Dieselmotors wurde ebenso erneuert wie die Kupplung, die Bremsen, die Reifen und viele weitere Teile.
In der vergangenen Woche wurde der Unimog nach Süd Amerika verschifft - im Januar wird es spannend. Und nur wenige Wochen, nachdem Senior Gerhard aus Süd Amerika zurückkehrt, darf auch Junior Markus Walcher erstmals im heissen Sand spielen: Mit dem Porsche Cayenne will man auf der Tuareg Rally in Marokko starten.
2010/12/30 | 13:35 CET | ARTICLE: MR/HS


|

|