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 SA-Dakar 2012: Dessoude überrascht mit neuen "Bastel-Protos" und Buggies.
Wenn man vor einem Rally-Teamchef den Hut ziehen darf, dann sprechen wir über den Franzosen André Dessoude. 2012 startet sein französisches Nissan Team bereits zum 30. mal bei der Dakar und kaum ein Team hat derart Höhen und Tiefen mitgemacht wie Dessoude.
Neben Highlights wie die Saison 2003 und 2004 (hier betreute man das Nissan Werksteam gemeinsam mit Glyn Hall/Südafrika) standen Abgründe wie die Dakar-Absage 2008 - nach der Dessoude kurz vor der Pleite stand und dies auch laut als Kritik gegen den Veranstalter ASO öffentlich kundtat.
Dessoude ist aber vor allem für Eines bekannt: Nach aussen sehen die Fahrzeuge oft alt oder nicht gerade vielversprechend aus - doch unter der Haube steckt bewährte oder innovative Technik. So sorgen die bereits "uralten" Nissan Pathfinder T2 immer noch für überraschende T2-Klassen-Siege. Und die teils selbst-entwickelten (oder weiterentwickelten) Protos sorgen sogar für respektable Siege wie z.B. auf der "Pharaonen Rally".
Und Dessoude trickst. "Warum Protos neu entwickeln, wenn man Gutes adaptieren kann?" Erfolg brachten die beiden Protos N04 und N05 auf Basis der letzten Werks-Nissan aus dem Jahre 2004. Einer brannte 2009 ab, der andere fährt auch 2012 wieder: Hinter dem Lenkrad die Chinesen Zhou Jihong und Liao Min. Doch das ist diesmal nicht die Besonderheit.
André Dessoude war mal wieder "Spartechnisch richtig pfiffig." Man nehme einen Ex-Werks Mitsubishi Racing Lancer, räume die Technik raus und stecke Nissan-Technik rein. Kein Witz. Gleiches macht man mit einem Mitsubishi L200 Strakar - und schon hat man zwei neue Dessoude Prototypen.
In der Tat: Dessoude präsentiert zwei Ex-Werks Mitsubishi als neue "Dessoude"-Protos - mit Nissan Technik drin. Dazu startet man mit zwei Oryx-Buggies und eben den Chinesen. 2012 kommt man das erste mal ganz ohne T2-Pathfinder aus. Und auch die mit-entwickelten "Great Wall" aus China starten 2012 (sogar mit Carlos Sousa) als eigenes Team (eingemietet bei SMG Gache).
"N011" nennt Dessoude den umgebauten Racing Lancer, der von dem ehemaligen Weltmeister-Duo Christian Lavieille und Jean-Michel Polato pilotiert wird. Unter der Haube arbeitet ein adaptierter 3,7 Liter Nissan Motor. "Ein gutes und schnelles Auto, um die X-raid Armada zu destabilisieren" lacht Teamchef André Dessoude.
"Der Einbau der Nissan-Maschine war der aufwändigste Part" berichtet der Teamchef. "Aber nach ersten Tests lief die neue Konstruktion stabil. Allerdings werden wir unsere Strategie aus den Vorjahren fortsetzen und vorsichtig in die Rally starten. Dazu setzen wir auf konsequenten Service. Bei einer Dakar ist gute Planung Alles, dennoch weiss man nie, was einen erwartet."
Der zweite umgebaute Mitsubishi (L200 Strakar) nennt Dessoude "Atacama". Gefahren wird der Proto von den T2-Spezialisten Frédéric Chavigny und Jean Brucy. "Für uns bedeutet das einen Umstieg. Tschüss T2, Hallo T1! Wir sind gespannt und brennen darauf, jetzt auch einmal ganz vorne mitzufahren" so Chavigny, der im Vorjahr im Dessoude Pathfinder den 2. Platz in der T2 belegte - trotz eines Überschlages.
Einer der beiden Oryx Diesel-Buggy wird wie im Vorjahr von der ehemaligen Freeclimbing-Weltmeisterin Isabelle Patissier und deren Lebensgefährte Thierry Delli-Zotti eingesetzt, im zeiten Buggy starten Rally-Legende Thierry Magnaldi und Francois Borsotto.
Insgesamt fünf Servicefahrzeuge begleiten das Team, darunter vier T5-Lkw und ein T4 als "Fast Assistance" in Wertung. "Unser neues Team ist das Ergebnis umfangreicher Investitionen, sowie in Material als auch in die Menschen."
"Wir werden in diesem Jahr ohne Druck ins Rennen starten, egal was passiert. Diese Rally ist einmalig und es ist unmöglich, sie komplett durchzuplanen. Aber ich glaube, unseren neuen Fahrzeuge, die Motovation und Moral im Team sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Dakar 2012" so André Dessoude.
2011/11/17 | 13:22 CET | ARTICLE: MR/SY/DESSOUDE






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