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 SA-Dakar 2012: Lettischer "OSCar" will erstes Elektro-Rallyraid Auto sein.
Erinnern Sie sich noch an die Automarke "OSCar"? Die quietschgelben Rally-Gitterrohrrahmen Rennfahrzeuge aus Lettland? Einst starteten sie mit der Optik eines VW Käfers, mauserten sich dann zum immer schickeren und ausgereifteren Rallyfahrzeug. Doch die Kunden blieben aus, die Rallystarts überschaubar. Nun will die lettische Rennschmiede OSCar erneut für Aufsehen sorgen: Mit dem ersten Elektro-Rallyraid Auto.
Hinter dem Projekt steht u.A. Entwickler und Rally-Profi Andris Dambis. "Elektrofahrzeuge sind in immer mehr Motorsportarten aktiv, aber niemand hat eine Marathonrally wie die Dakar in Angriff genommen. Da wollen wir die Ersten sein" meint der Lette überzeugt.
Das soll nicht irgendwann passieren, sondern bereits zur Dakar 2012. Dazu startet OSCar das Projekt "eO". "Es mag ein wenig verrückt klingen. Aber wir wollen bereits im kommenden Jahr antreten, ankommen und in der Klasse für ´Alternative Fahrzeuge´ gewinnen" so Rally- und Dakar-Profi Maris Saukans, der ebenfalls in das Projekt involviert ist.
Nachdem auch der Dakar-Veranstalter ASO seinen Daumen hob, konnte das Projekt starten. Bei den Batterien setzt man auf chinesische "Winston"-Technik (laut Dambis die beste Wahl), die serienmässig 180 kW / 245 PS leistet. Das reicht für gerade einmal 140 km/h. "Das ist nicht schnell, das ist klar" sagt Andris Dambis. "Wir wollen aber auch nicht gegen die Werks- und Topteams antreten."
Als Gegenleistung hat man ein enormes Drehmoment - sowie einen besonderen Trumpf im Ärmel: "Der Motor kann kurzfristig bis auf 315 kW / 422 PS gepuscht werden, z.B. in den Dünen oder bei Überholmanövern" so Dambis.
Bleibt das Problem der Reichweite - und das zwingt zu Kompromissen. Zu Beginn schafft der "eO" 150 Km bei Mix- und 300 Km bei leichtem Gelände. Zu wenig für eine Dakar. So muss der Traum vom reinen, elektrischen Antrieb warten. Man startet als Hybrid, bedient sich eines Motors als Strom-Generator.
"Wir würden es gerne anders lösen. Wir könnten mehr Batterien einbauen, sind aber schon am Platz- und Gewichtslimit. Wir sitzen sogar schon auf Batterien. Wir haben einen Nissan-Motor mit 200 Litern Benzin als Generator. Dieser treibt ausdrücklich nicht das Auto, sondern nur den Strom-Generator an. Somit wird das Auto selbst rein elektrisch betrieben" erklärt Andris Dambis.
Der Generator-Motor wurde von "Skandi Motors" (dem offiziellen Nissan-Importeurs Lettlands) gesponsert und stammt aus einem drei Monate alten Testwagen. Während der Elektro-Hauptantrieb rein aus China und die Karosserie aus Lettland stammt, setzt man beim Fahrwerk auf High-End Technik aus dem französischen Hause Donerre.
Kleiner Knüller: Auch Donerre arbeitet als Konstrukteur am Öko-Racer mit. Derzeit arbeitet man an einem System, das die Dämpfer-Energie auffängt und in elektrische Energie umwandelt. Ein spannendes Projekt - ein Blick in die Zukunft?
2011/04/18 | 16:01 CET | ARTICLE: MR/SY


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