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 SA-Dakar 2012: Matthias Kahle "Unser grosses Ziel ist der dritte Buggy-Sieg".
Vor 20 Jahren steuerte Matthias Kahle einen Schürfkübelbagger durch den Tagebau Reichwalde in der Oberlausitz und träumte von einer Laufbahn im Rallysport. Heute ist der Görlitzer Rekordchampion in der Deutschen Rally-Meisterschaft und pilotiert den SMG-Buggy des Hamburger "HS Rally Team" bei der Dakar. Doch wer ist Matthias Kahle eigentlich? Ein Porträt.
Was seine Motorsportkarriere betrifft, war er ein Spätstarter. Als der gebürtige Görlitzer seine erste Rally fuhr, war er 24 Jahre alt. Zum Vergleich: Ein "gewisser Sebastian Vettel" feierte im Juli dieses Jahres seinen 24. Geburtstag und krönte sich nur 98 Tage später zum zweiten Mal zum Formel-1-Weltmeister.
Kahles Motorsportlaufbahn mag zwar spät gestartet haben, dafür nahm sie einen umso steileren Verlauf. Im zweiten Jahr wurde er Amateur-Rallymeister, und nur ein Jahr später folgte der wichtigste Moment in der Karriere des Sachsen. Im Herbst 1995 wurde Kahle zu einer Nachwuchssichtung von Toyota Deutschland eingeladen. Dort setzte sich der damals noch unbekannte Matthias Kahle gegen einige deutlich erfahrenere Kollegen durch, gewann die Sichtung und erhielt den begehrten Werksvertrag bei Toyota.
"Das war für mich der Sprung zum Profi", erinnert sich Kahle. "Ich wusste sofort: Jetzt geht’s los! Das ist so ein Gefühl, wie wenn man bei ´Deutschland sucht den Superstar’ gewinnt."
Bei Toyota hielt der Nachwuchsfahrer, was man sich von ihm versprochen hatte: In seiner ersten Saison in der Deutschen Rally-Meisterschaft (DRM) wurde er Sechster, im Jahr darauf holte Kahle den Titel. Nach seinem Wechsel zu Seat und später zu Skoda folgten sechs weitere Meisterschaften, die letzte im Jahr 2010.
Der mittlerweile siebenfache Deutsche Rallymeister ist mit fast 50 Rallysiegen der erfolgreichste Pilot in der Geschichte der DRM. Seit 2004 setzt er seine Erfolgsgeschichte bei Marathonrallys fort. Seine Bilanz im HS Buggy: Sechs Klassensiege und drei zweite Plätze bei elf Einsätzen.
Und wie lautet Kahles Erfolgsgeheimnis? "Ein Geheimnis gibt es nicht", erklärt der mittlerweile 42-jährige Familienvater. "Ich bin früher sehr viel Fahrrad und Motocross gefahren, bestimmt zwei bis drei Stunden am Tag. Daher habe ich sicher mein Gefühl für Bewegung und Traktion. Es war schon immer mein Wunschtraum, Rallyfahrer zu werden und ich glaube, diesen Willen braucht man, um ganz vorne dabei zu sein."
Kahle konnte sich schon immer für all das begeistern, was zwei oder vier Räder hatte. Bereits im Alter von acht Jahren durfte er den Trabant seiner Grosseltern auf dem heimischen Hof bewegen. Ein Trabant war auch Kahles erstes Auto. 1989 zahlte er 10.000 DDR-Mark für ein mehr als zehn Jahre altes Modell, das entspricht in etwa seinem damaligen Jahresgehalt als Grossgeräteführer im Tagebau Reichwalde.
In der Tat hat das Tagebaugebiet in der Oberlausitz gewisse Ähnlichkeiten zu Kahles aktuellem Arbeitsumfeld: Die kargen Landschaften der Atacama-Wüste. Die Unterschiede bei seinen Arbeitsgeräten könnten aber kaum grösser ausfallen: Statt eines 600 Tonnen schweren Schürfkübelbaggers fährt Kahle gemeinsam mit Copilot Dr. Thomas M. Schünemann den SMG-Buggy des Teams mit einem 350 PS starken V6-Biturbo-Dieselmotor.
Was seine Ambitionen für die Dakar 2012 angeht, gibt sich Matthias gewohnt bescheiden: "Bei einer Wüstenrally geht es in erster Linie darum, das Ziel zu erreichen und die Rally möglichst ohne Probleme zu überstehen", erklärt der frühere Grossgeräteführer. "So haben wir es in den vergangenen Jahren immer gemacht und dann standen wir in den Ergebnislisten ganz automatisch sehr weit vorne. Aber natürlich ist unser grosses Ziel der dritte Buggy-Sieg bei der Dakar."
2011/12/19 | 14:11 CET | ARTICLE: MR/SY/EICKHOF/KLEIN






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