

|

 SA-Dakar: Ausstieg von Volkswagen nach 2011 wird immer wahrscheinlicher.
Die Gerüchte gibt es in jedem Jahr. Doch so stark wie derzeit standen die Zeichen bei Volkswagen für einen eventuellen Einstieg in die WRC und WTCC und gleichzeitigen Ausstieg aus der Dakar-Rally noch nie.
Die wichtigsten Anzeichen: Zwar hat man mit dem leicht überarbeiteten Race-Touareg 3 ein vollends entwickeltes, stabiles und siegfähiges Rallyfahrzeug - doch um mit der Konkurrenz auf Kurs zu bleiben und neue Reglements einzuhalten, müsste bis 2012 ein komplett neues Fahrzeug her.
Zudem werden die Gerüchte in der WRC-Szene immer dichter, das VW mit dem Pkw-Rallysport liebäugelt. Am kommenden Wochenende kombiniert VW beide Sportarten erstmals - wenn auch nur als Vorausfahrzeug bzw. Präsentation.
VW-Motorsportdirektor Kris Nissen bestätigte gegenüber dem Magazin [ www.motorsport-total.com ] bereits im Mai, dass man in Wolfsburg durchaus darüber nachdenkt. "Ich denke die Rally-WM passt zu Volkswagen", sagte der Däne. "Wenn wir 2012 nochmals bei der Dakar fahren wollen, müssten wir jetzt schon anfangen, ein neues Auto zu bauen. Und das haben wir nicht."
Zudem hat der Ruf der Dakar und des französischen Veranstalters ASO spätestens seit der Absage 2008 stark gelitten. Selbst Nissen bestätigt gegenüber Motorsport-Total: "Bei der Dakar gibt es keine Planungssicherheit. Das habe ich auch dem Veranstalter gesagt. Es fehlen klare Perspektiven. Man kann nicht im Februar sagen, wo man im kommenden Jahr nach welchen Regeln fährt. Wir können heute kein Geld in die Hand nehmen und alles auf den Kopf stellen, wenn es A: kein definiertes Reglement gibt. Und man B nicht weiss, wo 2012 und 2013 gefahren wird. Das ist in anderen Serien anders."
Sollte man allerdings an der Dakar festhalten, dann nur, wenn sie nicht mehr in Afrika stattfindet. Und somit hätte die "zukünftige Dakar" wie auch die "Südamerika-Dakar" mit der einstigen "Mutter aller Marathonrallys" nichts mehr gemein. "Ganz wichtig ist für uns ein attraktiver Austragungsort wie Südamerika. Das kann aber auch China, Russland oder Indien sein. Von einer Rückkehr nach Afrika ist aber keiner begeistert" so Nissen gegenüber dem Magazin.
2011 wird die SA-Dakar wie berichtet definitiv gefahren. Vier Fahrzeuge will VW in die südamerikanische Wüste schicken, die offiziell wieder von den Teams Sainz/Cruz, Al-Attiyah/Gottschalk, De Villiers/Von Zitzewitz und Miller/Pitchford pilotiert werden. Noch im Mai hätte Nissen auch gerne einen Chinesen gehabt - "aber woher nehmen".
Ziel 2011 ist der dritte Sieg des Teams. "Wir haben mit dem Race Touareg 3 den nächsten Schritt in der Weiterentwicklung einer bereits erfolgreichen Technologie vollzogen“, meint Nissen. „Vor allem in Sachen Aerodynamik haben wir die nächste Stufe erreicht und dabei die Qualitäten des Vorgängers nochmals verbessert. Herausgekommen ist eine spektakuläre Aussenhaut und ein weiterentwickelter technischer Kern.“
In der kommenden Woche will VW nicht nur den überarbeiteten Race-Touareg 3 auf der "WRC ADAC Rally Deutschland" in Trier vorstellen. Eigens für die WRC-Rally wurde ein Scirocco R mit umweltschonendem Bioerdgas Antrieb umgebaut - und keine Geringeren als der ehemalige WRC-Weltmeister Carlos Sainz sowie Nasser Al Attiyah werden das Fahrzeug am Freitag (Sainz) bzw. Samstag und Sonntag (Al Attiyah) pilotieren.
Sainz freut sich ganz offiziell auf seine Rückkehr in die WRC-Szene, in der er von 1987 bis 2005 zu Hause war. "Natürlich ist es schön, wieder in die eigene Vergangenheit zurückzukehren", bekennt der Spanier, der zusammen mit Lucas Cruz startet. "Mit dem Scirocco R wird es garantiert viel Spass machen, die Prüfungen vor dem Feld abzufahren und somit auch noch einen Beitrag zur Sicherheit der Zuschauer zu leisten."
Auch für Nasser Al-Attiyah ist die WRC bekanntes Terrain: Der 39-Jährige aus Qatar startet in dieser Saison neben seinem Engagement im Marathonrally-Sport auch in der Super-2000-Kategorie der Rally-WM. Navigiert wird Al-Attiyah im Scirocco vom Berliner Timo Gottschalk, mit dem der Araber bei der SA-Dakar 2010 den zweiten Platz belegte.
Für den Einsatz bei der Asphalt-Rally hat Volkswagen den bis zu 202 kW (275 PS) starken Scirocco R aus dem Cup modifiziert. Um den Unterboden des Fahrzeugs zu schützen, ist die Bodenfreiheit um rund 20 mm gewachsen, eine Platte aus Kevlar schirmt Motor und Getriebe nach unten ab. Bei den Reifen setzt Volkswagen auf eine eigene Rally-Asphaltkonstruktion von Partner Dunlop. Die Bioerdgas-Versorgung erfolgt durch ein stationäres und ein mobiles Tankfahrzeug von erdgas mobil.
2010/08/14 | 21:19 CET | Editor: MR/HS/AR


|

|