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SCORE Baja 1000: Volkswagen enthüllt Touareg TDI für Baja 1000






Der Countdown zur wohl ungewöhnlichsten Rally der Welt läuft: Volkswagen startet am 21. November 2008 erstmals mit einem speziell konstruierten Touareg TDI bei der Baja 1000 in Mexiko. Heute enthüllte Dr. Ulrich Hackenberg, Vorstand Technische Entwicklung von Volkswagen, auf der LA Autoshow in Los Angeles den spektakulären Prototyp für das Rennen.

"Damit erweitern wir unsere Motorsport-Aktivitäten in Nordamerika um ein Standbein im Offroad-Sport", erklärt Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen. "Wir bekennen uns mit dem Start zu einer weiteren Disziplin, die zu den härtesten Motorsport-Veranstaltungen der Welt zählt."

Wenn die Dakar Rally die härteste Rally ist, dann ist die Baja 1000 in Mexiko die ungewöhnlichste Veranstaltung: 630 Meilen - etwas mehr als 1.000 Kilometer - ohne Unterbrechung gegen die Uhr, auf brutalstem Untergrund.

Spielregeln: Nur ganz wenige. Das Feld: Vom serienmässigen VW Käfer bis zum 800 PS starken Trophy Truck in der Unlimited-Klasse, dazu Zweiräder und Quads. Am Steuer des 550 PS starken Gelände-Prototyps wechseln sich Mark Miller, der auch zum "Dakar"-Werksaufgebot von Volkswagen zählt, und sein amerikanischer Landsmann Ryan Arciero ab - schliesslich werden für diese Distanz immerhin 14 Stunden Fahrzeit kalkuliert.

Die Ursprünge: Am Anfang der Baja 1000 steht Volkswagen

Vor 41 Jahren, am 19. April 1967, startete auf der mexikanischen Halbinsel Baja California zum ersten Mal die Baja 1000. Die ersten Sieger: Vic Wilson/Ted Mangels im Meyers Manx Volkswagen, dem Urvater aller Dünen-Buggys. 27 Stunden und 38 Minuten benötigten die beiden Amerikaner und brachen damit den bestehenden Motorrad-Rekord auf der Wegstrecke von Tijuana nach La Paz um mehrere Stunden.

Es war der Beginn zweier Legenden: Die Baja 1000 entwickelte sich zum bedeutendsten Offroad-Wettbewerb Amerikas, vergleichbar mit der späteren Berühmtheit der Dakar Rally in anderen Teilen der Welt. Und es war der Beginn einer langen Erfolgs-Tradition von Volkswagen Produkten und Baugruppen bei der Baja 1000. Denn die Technologie des robusten Käfer blieb in der Hand von Privatiers im Kampf um Klassensiege seither 13 Mal ungeschlagen - und wirkt bis heute weiter.

Nicht weniger als acht Fahrzeugklassen sind noch heute für Volkswagen Chassis, Motoren oder Gesamtfahrzeuge jeden Baujahres offen und schreiben die Verwendung dieser Technik teilweise explizit vor. Grund genug für Volkswagen, das Werks-Engagement um ein attraktives Förderungs-Programm zu ergänzen: Im November 2008 wird ein Preisgeld von rund 100.000 US-Dollar für die besten Fahrer dieser traditionellen Fahrzeug-Konstruktionen ausgelobt.

Die Zielsetzung: "Clean Diesel Racing" auf dem wichtigen US-Markt

Volkswagen knüpft an seine Motorsport-Tradition in den USA an und beweist mit "Clean Diesel Racing" seit 2006 seinen technologischen Führungsanspruch. Beim berühmten Pikes-Peak-Bergrennen starteten 2006 und 2007 serienmässige, um eine Sicherheits-Ausstattung ergänzte Touareg V10 TDI und erzielten 2007 einen Klassensieg.

Im Juni 2007 nahmen zwei Race Touareg in "Dakar-Version" mit 2,5-Liter-TDI-Antrieb die Baja 500, die "kleine Schwester" der Baja 1000, in Angriff. Ohne einen Tankstopp legten die beiden Werkspiloten Mark Miller (USA) und Giniel de Villiers (ZA) die 420-Meilen-Distanz (676 km) zurück und erzielten einen viel beachteten Doppelsieg in der Klasse sowie die Gesamtplätze elf und 16 unter 273 gestarteten Fahrzeugen. 2008 begann ein Rundstrecken-Rennsportprogramm mit dem Volkswagen Jetta TDI als erstem Diesel-Markenpokal in den USA.

Die Entwicklung des Touareg TDI für den Baja-Geländesport ist die neue Spitze des Programms für eine Schlüsselregion: An der Westküste der USA sind Geländewagen überaus beliebt. Auch der Markt für Geländewagen-Zubehör ist beträchtlich.

Die Baja 1000 auf der Halbinsel Baja California geniesst Kultstatus bei Geländewagen-Fans. Dazu haben über die Jahrzehnte viele Grössen mit ihren Starts beigetragen: Steve McQueen, Paul Newman, Sébastien Bourdais, Oriol Servià, Jimmy Vasser, Danny Sullivan, Michel Jourdain jr., Gunnar Nilsson, Roberto Guerrero, Parnelli Jones oder auch Robby Gordon. Die Rally ist in den USA so berühmt, dass 2005 mit dem Streifen "Dust to Glory" sogar ein Dokumentarfilm über die Baja 1000 in die Kinos kam.

Die Veranstaltung: Superlative, Improvisation und ein "unsichtbarer" Gegner

Ob 24 Stunden Nürburgring oder 14 Tage Dakar: Die Baja 1000 hat von jedem etwas, ist noch komprimierter, unkonventioneller und letztlich unvergleichlich, eine einzigartige und gewaltige Herausforderung für Mensch und Material.

Die Grundregel: Der Gegner sitzt nicht im nächsten Fahrzeug, sondern der Gegner ist die Strecke selbst. Die extreme Baja-Route gilt es zu überstehen, aber das schaffen nur die wenigsten. Denn Jahr für Jahr ersinnt Sal Fish, seit 1973 Präsident des Veranstalters SCORE, mit seinem Team eine andere Route. Stets beginnt sie südlich von Kalifornien jenseits der US-Grenze. Austragungsort ist die Halbinsel Baja California, die zwei föderale Teilstaaten des Bundesstaates Mexiko umfasst.

Die Strecke: Geröllpisten, ausgewaschene Flussbetten, Trial-Sektionen, Sand. Und Silt, die schlimmste Form des weichen Untergrunds: Ähnlich Fech-Fech eine puderartige Masse, die selbst den Vortrieb 800 PS starker Trophy Trucks jämmerlich beenden kann. Start und Ziel des Kurses liegen in der Küstenstadt Ensenada. Für die 629,74 Meilen (1.013,47 km) gilt eine Maximalfahrzeit von 31 Stunden. Diese Streckendistanz entspricht ungefähr zwei typischen Tagesetappen der Dakar Rally.

Stopps im Sinne von Unterbrechungen der Zeitwertung (wie etwa zwischen den einzelnen Etappen der Dakar) oder festgelegte Orte für einen Service sind nicht vorgegeben. Jeder Halt für Betankung, Fahrerwechsel oder Reparaturen fliesst in die Gesamtfahrzeit ein. Eine offizielle Zeitnahme an den sechs zu passierenden Kontrollpunkten existiert nicht. Die Gegner bleiben damit oftmals "unsichtbar" - erst im Ziel ist klar, wer an welcher Stelle liegt. Die 2008 befahrene Strecke nutzt viele Abschnitte, die seit zwei Jahrzehnten nicht mehr Teil der Route waren.

Die Herausforderung: Meisterleistung zu Lande und in der Luft

Die Baja-Planung bleibt den Teams individuell überlassen. Die technischen Regeln: Die Fahrzeugentwicklung ist in der Trophy-Truck-Klasse fast vollständig freigestellt, nur Turbo-Benzinmotoren sind verboten. Sportliche Vorgaben: Das Training mit sogenannten "Pre-Runnern" (spezielle Trainingsfahrzeuge) ist ab Bekanntgabe der Strecke frei, Servicepunkte an der Strecke sowie Chase-Cars auf den Rally-Pisten sind erlaubt.

Volkswagen setzt acht Touareg als sogenannte Chase-Cars ein - diese sind für den Transport von Mechanikern, Werkzeugen und Ersatzteilen ideal geeignet. Die Chase-Cars dürfen dem Wettbewerbsfahrzeug auf der Strecke in Fahrtrichtung folgen, nicht aber im Gegensinn fahren.

Ebenso sind Hubschrauber gestattet. Volkswagen wird wie alle Top-Teams einen Helikopter einsetzen. Die Fluggeräte dürfen nur warnen und navigieren, nicht aber Ersatzteile oder Mechaniker transportieren. In Mexiko gilt zudem ein Nachtflugverbot für Helikopter. Zahl und Orte der Stopps ergeben sich auf Basis folgender Faktoren: die Reichweite einer Tankfüllung, der Austausch von verbrauchten Ersatzrädern, die vorgesehenen Fahrerwechsel sowie etwaige Reparaturen.

Eine weitere logistische Herausforderung: Der Zugang zur Strecke ist durch die raue Topografie sehr begrenzt - manch unwegsame Passage lässt sich vom normalen Strassennetz aus mit keinem radgetriebenen Fahrzeug der Welt überwinden. Instrumente für Navigation (Kompass, GPS) und Kommunikation (Funk, Mobil- und Satellitentelefone) sind - im krassen Gegensatz zur Dakar Rally - bei der Baja 1000 nicht limitiert. Ein Limit entsteht aber auf ganz andere Weise: Selbst modernste Technik ist in den häufig vorkommenden Funklöchern nutzlos.

Die Antwort: Volkswagen Baja Race Touareg mit V12-TDI-Motor

Der überraschende Erfolg mit dem "Dakar"-Touareg war die Initialzündung für ein ehrgeiziges Programm von Volkswagen of America speziell für die Baja-Rallys. In enger Zusammenarbeit mit dem Team von Mark Miller und Ryan Arciero entstand ein innovativer Prototyp für das Trophy-Truck-Reglement.

Erstmals wagt sich ein Automobil-Hersteller mit Diesel-Technologie in dieser Klasse an den Start. Seine Kraft von gut 550 PS bezieht der hinterradangetriebene Baja Touareg TDI aus einem 5,5-Liter-V12-Dieseltriebwerk aus dem Volkswagen Konzern. Der effiziente und sparsame TDI-Antrieb verspricht zusammen mit einem über Lenkrad-Wippen bedienten Schaltgetriebe eine deutlich bessere und damit Reifen-schonendere Kraftentfaltung als Otto-Antriebe. Während das Tankvolumen der Benziner unlimitiert ist und die Reservoirs üblicherweise auf 120 bis 130 Gallonen ausgelegt sind, müssen Diesel-Fahrzeuge mit 65 US-Gallonen (246 Liter) vorliebnehmen. Das Chassis mit einem Rohrrahmen und hinterer Starrachse mit Federwegen von gewaltigen 75 Zentimetern entspricht den üblichen Prinzipien der Trophy Trucks.

Mark Miller und Ryan Arciero sind zwei ausgewiesene Experten im Cockpit. Sie haben jeweils schon mehrfach Baja-1000- und Baja-500-Wettbewerbe sowie Offroad-Titel in den USA gewonnen. Dem 46 Jahre alten Mark Miller aus Phoenix/Arizona steht der 34 Jahre alte Willie Valdez jr. aus Los Angeles/Kalifornien als Navigator zur Seite. Ryan Arciero stammt aus Los Angeles/Kalifornien und ist 35 Jahre alt. Er ist Mitglied einer seit mehr als 50 Jahren im Rennsport aktiven Familie, für deren Teams schon Dan Gurney, Phil Hill, Michael Andretti und andere bekannte Namen fuhren. Arcieros Copilot ist der 32 Jahre alte Benny Metcalf jr. aus San Clemente/Kalifornien. Die Entscheidung für Ort und Zeitpunkt des Fahrerwechsels fällt nach Streckenbesichtigung und Strategieplanung.

Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen und Clark Campbell, Motorsport-Manager von Volkswagen of America, sind sich über die Zielsetzung einig: "Wir wollen bei der Premiere des Volkswagen Touareg TDI die Route der Baja 1000 meistern und das Ziel erreichen. Das wäre bei einer so harten und ungewöhnlichen Veranstaltung ein erster Erfolg und ein vielversprechender Ausgangpunkt für die erste vollständige Offroad-Saison 2009."

Artikel vom 19.11.2008, Artikel: Redaktion/hs/Uwe Baldes

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