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 Silk Way Rally: Eine Marathonrally als gigantische PR-Aktion für Russland
Wenn der französische Sport-Konzern ASO eine Rally veranstaltet, wird diese in der Regel perfekt. Aber eine ASO-Veranstaltung bedeutet auch: Es geht nicht um Passion, es geht vor allem um´s "Geld verdienen".
Bei der "Silk Way Rally", die im September in Russland startet, ist es anders. Zwar verdient die ASO mit der Ausführung mehrere Millionen, doch für den Teilnehmer wird es verhältnismässig günstig. Denn die "Silk Way Rally" ist nicht nur Motorsport, sondern eine gigantische PR-Aktion Russlands, um für die Olympiade 2014 in der Vorzeigestadt "Sotchi" zu werben.
2009 war das noch anders. Die "Silk Way Rally" wurde mit grossen Erwartungen als Lauf zur "Dakar Series" ins Leben gerufen. Aus der "Dakar Series" wurde nichts, aus der "Silk Way" aber eine klasse Rally durch Russland, Kasachstan und Tatarstan, mit kleinen Start- und hohen Preisgeldern. Presse und Service durften sogar gratis mit, selbst der Sprit wurde teilweise gesponsert.
Ins Leben gerufen wurde die "Silk Way Rally" nicht wie viele denken durch die ASO, sondern durch den neuen turkmenischen Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedow, der sein Land (bis 2006 eine ungewöhnliche Diktatur) öffnen wollte. Sponsor und verantwortlich für die subventionierten Start- und Preisgelder war der staatliche Gaskonzern "Turkmengaz".
2010 gab es eine "neue Weisung". Rally ja - aber nicht mehr durch Kasachstan und Turkmenistan, sondern ausschliesslich durch Russland. Als Zielort wurde die Olympiastadt Sotchi bestimmt - eine Vorzeigestadt, aber logistisch für eine Rally recht unpraktisch rechts des Schwarzen Meeres gelegen.
Eigentlicher Organisator der Rally ist ein russisches Konsortium unter Federführung von Kamaz-Master. Doch wer mitredet, ist klar: Vladimir Putin selbst sicherte der Rally seine volle Unterstützung zu.
Dafür floss Geld: Als ausführenden Veranstalter holte man die ASO ins Boot, die "Silk Way Rally" soll zumindest bis zur Olympiade als längerfristiges Projekt veranstaltet werden. Glaubt man russischen Quellen, lässt sich das Land die Rally direkt und indirekt bis 2014 rund 18 Millionen Dollar kosten.
Weiterer Clou für die ASO: Waren einst "Herbst-Wüstenrallies" wie die "UAE Desert Challenge" die grosse Generalprobe für die Dakar, sind diese durch das Dakar-Exil in Südamerika und der damit verbundenen komplizierten Logistik kaum noch dafür geeignet. Ergo fahren viele Teams die "Silk Way" als Generalprobe - und die ASO verdient doppelt.
Subventioniert wird die russische Marathonrally dennoch: Mit Startgeldern ab 1.500 Euro (pro Person/Teilnehmer) ist man am unteren Level. Die Kosten entstehen hauptsächlich durch die Logistik.
Und: Für Amateure, die ankommen, gibt es wie im Vorjahr "Geld zurück". Alle Amateure, die das Ziel erreichen, bekommen 5.000 US-Dollar. Die drei Besten unter den Amateuren bekommen zusätzlich 10.000, 8.000 und 6.000 Dollar.
Dennoch hält der Organisator ASO die Hand auf. Da auch die Presse wieder fleissig zur Kasse gebeten wird, haben sich zahlreiche Medien dazu entschlossen, nur bedingt über die "Silk Way Rally" zu berichten.
Zur gleichen Zeit gibt es zwei weitere Marathonrallys, die aus Passion veranstaltet werden: Die Balkan Offroad Rally mit zahlreichen deutschen Teilnehmern von Bulgarien nach Griechenland - sowie die atemberaubende AustralAsian Safari in Australien. Da auch wir die Passion dem Profit vorziehen, wird marathonrally.com intensiv von diesen beiden Veranstaltungen berichten.
Informationen über die "Silk Way Rally" finden Interessierte jeweils Nachts (verschiedene Sendezeiten zwischen 23:00 Uhr und 1:00 Uhr) beim TV-Sender Eurosport, online berichtet unser Partner [ www.rallye-raid-news.de ].
2010/09/02 | 03:00 CET | EDITOR: MR/HS


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