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 Silk Way Rally: Lernphase im russischen Labyrinth für das deutsche HS Team.
Die Veranstalter der Silk Way Rally haben für die zweite Etappe eine kontrastreiche Strecke ausgesucht: Auf 309 Wertungsprüfungskilometern erwarteten die Teilnehmer Wälder, Flüsse, Steppen, Kornfelder und nicht zuletzt auch die ersten Dünen.
Für Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann, die sich nach ihrer Erkältung gesundheitlich auf dem Weg der Besserung befinden, war vor allem letztes Terrain Neuland im SAM.
Die Deutschen haben zwar schon Tausende Wüstenkilometer im zweiradgetriebenen Buggy absolviert, der erstmals eingesetzte Allrad-Prototyp erfordert jedoch eine ganz andere Fahrweise. Durch die schmalere Spurbreite und den geringeren Federweg verhält sich der SAM 30D CC auf den Dünenkämmen ganz anders als ein Buggy.
Trotz der geringen Erfahrung erreichte das deutsche "HS Rally Team" das Etappenziel, ohne sich auch nur einmal festgefahren zu haben. Allerdings büssten Kahle/Schünemann wertvolle Minuten ein, als sie sich - genau wie viele Konkurrenten - im Labyrinth der russischen Steppe verfuhren.
Das Tagesergebnis macht deutlich, dass eine späte Startposition heute eher einen Vorteil darstellte, weil diese Teams den Spuren ihrer Vorderleute folgen konnten. Etappensieger Christian Lavieille (Dessoude Proto) war als 14. Fahrzeug gestartet, der zweitplatzierte Vladimir Vasilyev (G-Force-Proto) gar als 95. ins Rennen gegangen.
In der Gesamtwertung liegt die Spitze weiter dicht beisammen: Kahle/Schünemann rutschen zwar auf die achte Position ab, ihr Rückstand auf die Spitze beträgt aber nur 24 Minuten. Der Abstand zum fünften Rang sogar nur 3.11 Minuten. Der weitere Verlauf der Rally verspricht also Spannung.
Probleme gibt es derweil beim Racetruck des Teams. Gestern hatten Mathias Behringer, Hugo Kupper und Michael Karg Glück im Unglück, als ein Reifen bei 140 km/h platzte. Nur mit grossem Geschick konnte Behringer den 10,5 Tonnen schweren Lkw auf der Piste halten. Heute wurde die Truck-Besatzung durch ein Getriebeproblem aufgehalten.
Matthias Kahle: "Die Navigation war heute wieder extrem schwierig. Ansonsten lief es für uns sehr gut. Wir befinden uns noch in der Eingewöhnungszeit mit dem SAM 30D CC. So ein Allrad-Prototyp erfordert eine ganz andere Fahrweise als die Buggies. Das Auto ist schmaler und hat weniger Federweg, da muss man an den Dünenkanten höllisch aufpassen, dass man sich nicht überschlägt. Dafür ist der Allradantrieb ein riesiger Vorteil. Man kann öfter den direkten Weg nehmen als mit einem Buggy."
Dr. Thomas M. Schünemann: "Eine tolle Sonderprüfung: schön zu fahren, unglaublich abwechslungsreich und landschaftlich sehr eindrucksvoll - wenngleich man natürlich im Renntempo die Landschaft nicht wirklich im Detail geniessen kann. Gesundheitlich geht es uns beiden heute etwas besser. Wir werden die kommende Nacht zur Erholung nutzen, damit wir für die morgige Speziale über 488 Kilometer gut gewappnet sind."
Am morgigen Dienstag steht die zweitlängste Etappe der Silk Way Rally auf dem Programm. Von Wolgograd nach Elista werden in der chasarischen Steppe 488 Kilometer in Wertung zurückgelegt, die Gesamtdistanz liegt bei 677 Kilometern. Mit einem Dünenanteil von 30 Prozent wird der Lernprozess für Kahle/Schünemann im SAM 30D CC in die nächste Runde gehen.
Ergebnis der Silk Way Rally 2012 nach Etappe 2
01) Alvarez/Graue (ARG) I Toyota Hilux Pickup I 06:55:07
02) Pelichet/Panseri (F) I Toyota Hilux Pickup I +7:18m
03) Gardemeister/Petersons (FIN) I Mitsubishi Pajero I +16:22m
04) Lavieille/Larroque (F) I Proto Dessoude 11 I +17:17m
05) Zapletal/Marton (CZ) I Hummer H3 I +21:26m
06) Gadasin/Shchemel (RUS) I G-Force-Proto I +22:18m
07) Chabot/Pillot (F) I SMG-Buggy V8 I +22:46m
08) Kahle/Schünemann (D) I SAM 30D CC I +24:37m
09) Novitsky/Mesheryakov (UKR) I G-Force-Proto I +30:19m
10) Savenko/Maltsev (RUS) I Honda Acura Buggy I +35:03m
2012/07/12 | 13:25 CET | ARTICLE: MR/HS/KAHLE








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