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 Silk Way Rally: Starterfeld mehr Flop als Top - Gewinner vorprogrammiert.
Wir hatten es bereits befürchtet: Die "Silk Way Rally", eigentlich geplant als zweite grosse Marathonrally nach der Dakar, erfüllt ihre erhofften Ziele nicht. Im Gegenteil: Gegenüber dem Vorjahr stagnierten die Zahlen noch, bis auf Volkswagen und Kamaz ist kein "Big Player" mehr dabei.
Waren es im Vorjahr noch über 80 Teilnehmer, sind es 2010 nur 64. Bei der "Central Europe Rally" in Rumänien und Ungarn 2008, gleichermassen unter dem Label "Dakar Series", gingen 124 Autos und Lkw an den Start (plus Motorräder und Quads).
Gehofft hatte man noch im Frühjahr auf 100 bis 150 Teilnehmer. Mit welchen Dimensionen man rechnete, zeigen auch die Zahl der Flugzeuge und Hubschrauber: Ganze 14 Maschinen begleiten die Rally - damit kommt ein Flugzeug/Heli auf 4,5 Teilnehmer.
Noch am Mittwoch sprachen Kamaz und Projekt-Direktor Semyon Yakubov laut "The Voice of Russia" von 250 Fahrzeugen aus 35 Ländern. Damit waren dann wohl eher auch die Wohnmobile der Mechaniker gemeint.
Lediglich 48 Pkw und 16 Lkw haben genannt - damit wurden die Ziele weit verfehlt. Zudem: Von den 48 Pkw sind 30 eher als "regional" zu bezeichnen - darunter auch "Spassautos" wie UAZ, Gas-Gas oder Lada Niva (in Russland als Chevrolet geführt).
Zeitpunkt, die aufwändige Logistik, die Wirtschaftskrise - oder schlicht eine arrogante PR, mit der man es sich mit Teilen der Presse verscherzte - die Gründe sind vielfältig.
Erstaunlich: Die ausführende französische ASO schaffte es, gerade einmal zwei (!) Fahrzeuge aus dem Heimatland Frankreich zu aquirieren. Spanische Teilnehmer bei den Pkw: 0 (mit Ausnahme von Sainz/Volkswagen), Portugal: 0, Deutschland: 3, Ungarn: 1.
Lediglich bei den Trucks finden sich mit Pep Vila Roca (De Rooy Iveco) und David Oliveiras (Epsilon Service) zwei Spanier, mit Franz Echter (Maurer MAN) und Matthias Behringer (Service Kahle/Schünemann) noch zwei deutsche Teilnehmer.
Als grosse Teams sind lediglich Volkswagen (vier Fahrzeuge) und Kamaz (6 Fahrzeuge) am Start. X-Raid, Mitsubishi, Nissan-Overdrive und andere Top-Teams bleiben der Rally fern, fahren z.T. lieber auf der NPO-Shamrock Rally in Marokko oder Pharaonen Rally in Ägypten - eher affin als Test für die Dakar.
Die wenigen Top-Namen neben den Werks-Fahrzeugen: Ex-FIA-Weltmeister Christian Lavieille im Dessoude B-Auto, der amtierende Baja-Weltmeister Boris Gadasin und Teamkollege Bogdan Novitskiy (beide G-Force Proto), Ales Loprais (Tatra), Alexey Berkut (Mitsubishi) und Hugo Duisters (Iveco De Rooy).
Aus Deutschland (wie berichtet) dabei: Matthias Kahle (SMG Buggy), Oliver Koepp (Lennson CC), Uwe Zirbes (Hummer H1), Matthias Behringer (MAN) und Franz Echter (MAN).
Die Gewinner dürften somit schon vorab mangels Konkurrenz feststehen: Volkswagen bei den Pkw, Kamaz bei den Trucks - lediglich Teamintern könnte es noch interessant werden. Und definitiv fest steht: Finanziell ist die Rally schon jetzt ein gigantisches Abschreibungsobjekt.
Und wer bis hier gelesen hat: Der "Flop" liegt nicht in einer schlechten Organisation. Der "Flop" liegt in der Kommunikation. 2008 (Central Europe Rally) hat man bewiesen, wie gut es funktionieren kann.
2010/09/02 | 20:41 CET | EDITOR: MR/HS


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