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Tests in Tunesien - oder warum eine Dakar-Absage auch gut sein kann





Nach der Ablehnung einer Dakar-Teilnahme 2008 durch die französische ASO war die Enttäuschung beim österreichischen Danner Racing Team um Teamchef Christof Danner gross. Ein simpler Formfehler trug dazu bei, das die Bewerbung abgelehnt wurde. Doch die Österreicher steckten den Kopf nicht in den Sand, begannen, ihren Puch/Mercedes G dennoch gemäss auf der Dakar gefordertem FIA-Standard umzubauen. "Vielleicht war das ja auch ein gutes Zeichen" berichtet Christof Danner, "so haben wir nicht nur ausreichend Zeit, das Auto umzubauen, sondern dann auch zu testen." Glück im Unglück dann schon auf der Hungarian Baja im August: Das Getriebe versagte, das Aus schon nach dem Prolog. "Das wäre uns sonst vielleicht auf der Dakar passiert" kommentierte Danner des Ausfall damals.

Gegen Ende des Jahres wollten Danner und seine Crew (wie auch viele weitere Rallypiloten) die Amateur-Wüstenrally "El Chott" in Tunesien bestreiten, um das Fahrzeug ein erstes und letztes mal vor der Dakar in den Dünen zu testen. Doch dann fiel die "El Chott" aus, ein Wechsel zur "Erg Oriental" war für die Österreicher zu kurzfristig, der Urlaub zudem schon gebucht.

Gemeinsam mit weiteren "El Chott"-Aktivisten entschloss man sich, zum ursprünglich geplanten Termin Anfang November dennoch nach Tunesien zu fahren - um dann eben auf eigene Faust zu testen und wenigstens ein wenig Urlaub zu machen. Aus einigen vereinzelten Teilnehmern wurde schliesslich eine grössere Gruppe - mit Motorrädern, Quads, Autos und Lkw. Ebenfalls mit dabei: Ex-El Chott Logistiker Karl-Heinz Müller mit seinem neuen Steyr 12M18 4x4 und Quad-Profi Walter Walschek mit seiner Bombardier.

Nach der Ankunft in Tunis und einer Akklimatisierungsnacht in Hammamet machte sich der Tross auf den Weg nach Gafsa, um von dort aus die erste Etappe der "alten" El Chott nachzufahren. Ziel war die Dünenstadt Nefta, bekannt vor allem durch die "Star Wars" Kulissen. "Auf dem Plan standen Erprobungen mit dem neuen Air-Restriktor, die Abstimmung des neuen Fahrwerks, Erprobung des neuen FIA-Sicherheitstanks und vieles mehr" so Christof Danner. Das Ergebnis des ersten Rallyeinsatzes mit viel neuem Equipment: Der Verbrauch liegt jetzt bei 25 Liter/100 Kilometer - allerdings nicht bei 100% Renntempo...der Verbrauch dürfte sich also bei 30 Litern einpendeln.

Bereits auf der zweiten, selbst-gelegten "El Chott"-Etappe von Nefta nach Douz kündigten sich beim Puch/Mercedes G Probleme an: Das Getriebe machte Geräusche im Stand, während der Fahrt war allerdings nichts davon zu spüren oder hören. Das änderte sich am nächsten Tag auf dem Weg in die Oase Ksar Ghilane. "Wir beobachten das Getriebeöl seit dem Start genau - auf versandeter Piste erreichten wir eine Temperatur von 125 °C. Die Dünen machten zuerst keine Probleme, doch nach einem (imaginären) CP-Stop fuhren wir uns fest, danach hatte das Getriebe keinen Kraftschluss mehr" so Christof Danner. Nach einer 30-minütigen Pause ging es wieder, allerdings nur einige Kilometer. Erneut stellten die Österreicher den Motor ab, hofften auf Kühlung - so ging es schliesslich bis zum Camp in Ksar Ghilane weiter.

"Ksar Ghilane ist seit der Fertigstellung der Asphaltstrasse touristisch völlig überlaufen" berichtet Danner - und so entschloss man sich, am kommenden Morgen weiter nach Ain Essbat zu fahren. Doch nach wenigen Kilometern erneut das Aus, kein Vortrieb mehr. "Interessanterweise liess sich nach einem Zündungs-Reset alles wieder schalten" so Danner, "das war für ein mechanisches Problem ungewöhnlich."

Nach einem kurzen, ergebnislosen Check und einem weiteren Fahrversuch am Folgetag folgte die Ernüchterung. Danner und sein Team liessen das Getriebeöl ab, bauten die Ölwanne aus. "Der Magnet sah aus wie ein Tannenbaum, in der Wanne überall Metallsplitter verschiedenster Art. "Offensichtlich war der Filter so verlegt, das die Pumpe nicht mehr den vollen Druck aufbauen konnte und permanent in Notlauf ging. Wir putzen alle Teile inclusive Filter und bauten wieder alles zusammen" so Danner. Das Ergebnis: Der Puch/Mercedes G lief wieder. Aber wie lange noch? Die Metallsplitter deuteten auf einen grösseren Schaden hin.

"Wir überlegten, wie wir die "Rest-Lebensdauer" des Getriebes am besten nutzen sollten" so Danner. Am Ende entschloss man sich, einen noch grösseren Getriebeschaden zu vermeiden. "Wir hängten das Rallyauto an den Service-Steyr von Karl-Heinz Müller und machten uns auf die Heimreise. Die Rückfahrt von Ain Essbat nach Hammamet wurde dann nochmal spannend - zahlreiche Überholende übersahen das Abschleppseil zwischen Lkw und Auto, ein letztes mal war volle Konzentration gefragt."

Die restliche Zeit nutzte man zum Entspannen - schliesslich wartet jetzt im österreichischen Graz eine Menge Arbeit auf das Team. Bereits im Frühjahr geht es aller Voraussicht nach wieder mit der Tuareg-Rally gen Afrika. "Unser Ziel ist weiterhin klar, wir wollen die Dakar 2009 mitfahren" so Christof Danner. Und somit erwies sich die Absage der ASO für die Dakar 2008 am Ende erneut als gar nicht mal so schlecht - mit diesem Getriebe hätte man im Januar wahrscheinlich schon auf den europäischen Etappen, spätestens aber in Marokko aufgeben müssen..

Artikel vom 26.11.2007, Artikel: marathonrally.com/hs/Danner Racing

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