Liveberichte und Fotos von Rallys & Events



Aktuelle Nachrichten 4x4, Offroad, Rally



Teams, Fahrzeuge, Links, Downloads...



Das Fotoarchiv zum Ansehen und Bestellen

















Sie befinden sich in den marathonrally.com News Einzelartikeln. Um zur Übersicht zurückzugelangen, klicken Sie bitte unter dem Artikel auf den gewünschten Link.





Thema Paris - New York: Land Rover Team überquert die Beringstrasse







Die legendäre Marathonrally New-York - Paris war lang - aber sie hatte einen Knackpunkt: Die Beringstrasse. Diese ist eine Meerenge zwischen der östlichsten Stelle (169° 44' W) Asiens und dem westlichsten Punkt Amerikas (168° 05' W) und somit zwischen Russland und den USA (Alaska).

Obwohl nur 85 Kilometer breit und nur 30-50 Meter tief gilt die Beringstrasse als eine der gefährlichsten Meerengen. Bedingt durch die Enge und die niedrige Tiefe sind die Strömungen hier extrem - ebenso wie das Wetter und vor allem die Temperaturen. Nur von Juli bis September bleibt die Beringstrasse bei Temperaturen von 8-11 Grad eisfrei, in den anderen Monaten ist sie zu grossen Teilen zugefroren. Doch eben nicht ganz - erst ab -70 Grad könnte man die Beringstrasse theoretisch zu Fuss überqueren.

Die legendäre Rally verschiffte die Fahrzeuge seinerzeit - ebenso wie viele anderen Expeditionen. Doch einige wenige Abenteurer wollen es unbedingt über die Beringstrasse versuchen - und um eine Marke zu setzen am besten mit dem Auto. Der Limburger Extrem-Offroader Matthias Jeschke plant derzeit das grösste Projekt: Von Oktober 2008 bis April 2009 will er von Paris nach New York - und dabei die Beringsee als erster mit dem Auto überqueren.

Doch wie es eben so ist mit Rekorden - man ist nicht allein. Und so ereilte Jeschke (zumindest in einem Punkt) jüngst das Schicksal, das ihn auch schon bei seinem ersten Höhen-Weltrekordversuch ereilte: Jemand anders funkte ihm dazwischen (siehe Extra-Artikel).

Simon Dedman (Farmer) und Dan Evans (Dakar-Experte) heissen die beiden Briten, die es nun eher still und heimlich schafften, als erste die Beringstrasse mit einem Auto zu überqueren. Mit einem (fast) serienmässigen Land Rover Defender Pickup und zwei eigentümlichen Sonder-Konstruktionen schafften sie Mitte August, was bis dato unmöglich galt.

Ausholen muss man weit früher. Anders als Jeschke, der auf den Spuren der legendären "New-York - Paris" Rally fahren will, haben sich die Briten als Rekordfahrt eine "Cape to Cape" Tour ausgedacht: Vom südlichen Zipfel Afrikas bis zum südlichen Zipfel Amerikas. Und anders als Jeschke fahren die Briten nicht ein einem Zug durch - sondern gemächlich, Part für Part.

Doch eines haben sie mit Jeschke gemeinsam: Sie mussten erstmal in den östlichsten Part Sibiriens in den abgelegenen Ort Uelen. Dort kommt man nicht einfach so hin - und zudem nur im Winter. Denn die letzten 750 Kilometer vor Uelen sind "Pampa" pur - Sumpfgebiete, Wasser und Permafrost. Hier kommt man nur durch, wenn man im Winter fährt - das Eis ist die Grundlage. Doch selbst dann wird es schwierig.

Ergo nutzte die Land Rover Crew den letzten Winter, um nach Uelen zu kommen. Die Briten setzten bei Ihren letzten Kilometern auf einen Kettenantrieb, der die Räder des Land Rover ersetzte. Doch das ging schief, die Ketten hielten nicht, der Landy blieb stecken, mit seinen kleinen, noch mitgeführten "Strassenreifen" war ein Weiterkommen unmöglich. Ein Panzer schleppte die Crew schliesslich bis nach Uelen.

Endlich in Uelen angekommen wartete man auf den Sommer, da den Briten eine Überquerung der Beringstrasse auf Eis als unmöglich erschien. Sie wollten die 85 Kilometer Wasserweg schwimmend bewältigen - dafür bauten sie eine Schwimm-Konstruktion, die zuvor in der irischen See getestet wurde und all die Kilometer auf dem Dach den Defenders mitgeführt wurde.

Ende Juni war es soweit: Man traf sich erneut in Uelen, nam das geparkte Auto in Empfang und montierte die Schwimmkonstruktion. Nach einem langen und nervenaufreibenden Ausreiseprozedere sollte es noch einige Tage dauern, bis man endlich starten konnte. Denn die See musste so ruhig wie möglich sein, grosse Wellen würden das Ende der Expedition bedeuten.

Die ruhige See kam - wenn auch nur für kurze Zeit. Am 07. Juli startete man Nachmittags in die Beringsee - doch die Fahrt dauerte nicht lange. Mitten in der Beringstrasse liegen zwei steinerne, bewohnte Inseln. Die grössere (Diomede) gehört zu Russland, die kleinere (Little Diomede) zur USA. Zwischen den beiden Inseln liegt die Länder-, Kontinents- und Datumsgrenze. Wie man sich die Insel vorstellen muss, kann man in einem kleinen Video [ HIER ] sehen.

Die Wellen und die extreme Strömung liessen die Briten nach Süden abtreiben - sie retteten sich um 4:30 Uhr (russische Zeit) bzw. 7:30 Uhr (US-Zeit) morgens auf die US-Insel. Bis 9:00 Uhr winschte man zusammen mit den Einwohnern der Insel den Defender ans sichere Ufer, ein Sturm kündigte sich an. Dieser schlug dann auch gegen Mittag mit voller Wucht zu. "Es sieht so aus, als würden wir hier eine längere Zeit verbringen" meldete Simon Dedman via Satellit.

Man nutzt die Zeit, um sich am wohl entlegendsten Ort der Welt ein wenig einzuleben. Vielmehr bleibt den beiden auch nicht übrig. "Da wir heute nicht abfahren werden nun ein paar Informationen über Little Diomede. Es ist im Grunde ein Granitblock der bis zu 400 Meter aus dem Meer ragt und einen Umfang von knapp 3 Kilometern hat. Etwa 140 Menschen leben hier in Fertigbau Häusern die in den steilen Felshängen verankert sind. Die meisten sind hier geboren und man lebt von Robben, Walross, Wal und Fisch. Zu dieser Jahreszeit nisten auch Millionen von Seevögeln hier und die Einheimischen essen in den kommenden 2 Monaten auch Vogeleier. Es gibt aber auch einen kleinen Store, der z.B. Pepsi, Coke und Doritos verkauft" berichtet Dedman.

Zusätzlich zur Abgeschiedenheit auf den autarken Insel (nur einmal die Woche kommt ein Post-Hubschrauber) gibt es auch etwas Schönes: "Wir haben hier 24 Stunden Tageslicht und die Sonne versinkt nur für eine knappe halbe Stunde hinter dem Horizont."

Am 13. Juli wagte man einen erneuten Versuch, doch die unsichere Wetterlage zwang beide zur Umkehr zurück auf die Insel. Nachdem sich das Wetter wieder nicht änderte gab man entnervt auf, flog mit dem Hubschrauber zum Festland und vorerst zurück nach England. Wieder in der Heimat nutzte man die Gelegentheit, um weiteres Geld für die Expedition zu sammeln - denn der ungeplante Daueraufenthalt auf der Insel war nicht billig.

Mit frischen Finanzen, gesundheitlich aufgetankt und endlich gutem Wetter kehrte man schliesslich Anfang August auf die Insel "Little Diomede" zurück - und diesmal sollte es klappen. Am 7. August war das Wetter gut und man schaffte es schwimmend nach Wales an der US-amerikanischen Küste.

Bis in die US-Stadt Fairbanks müssen sich die beiden Briten mit ihrem Land Rover Defender nun noch offroad durchkämpfen, ab Fairbanks werden sie auf Strassen den Rest Nord- und Südamerikas durchqueren.

Detaillierte Informationen sowie viele Links, Fotos und Kartenmaterial finden Sie in einem speziellen Thread des Offroad-Forums, den Sie (auch ohne Anmeldung) [ HIER ] anschauen können (vielen Dank an Robert Kranz für die Mühe).

Weitere Informationen über die Expedition der Briten finden Sie auf der offiziellen Webseite [ www.capetocape.org.uk ].

Artikel vom 20.08.2008, Artikel: Redaktion/hs/Offroad-Forum/Kranz

Zurück zur News-Übersicht: [ HIER KLICKEN ]

Zurück zur Startseite: [ HIER KLICKEN ]








































smava - Kredite von Mensch zu Mensch









Kostenlos und wöchentlich - der Marathon Newsletter







 COPYRIGHT 2003 - 2010 MARATHONRALLY.COM | LONDON | COLOGNE | NUREMBERG | BUDAPEST | KUALA LUMPUR | ST. PETERSBURG | QATAR | PRAHA | MANILA