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Transsyberia: Cayennes kämpfen schwer, Reifenprobleme, Privatiers sauer






"Mit dieser Veranstaltung hat sich Herr Schalber keinen Gefallen getan" heisst es nach der 9. Etappe hinter vorgehaltener Hand über die Transsyberia Rally, die gestern mit der 9. Etappe nach dem Ruhetag erstmals durch die Mongolei führte. Peinlich für die Cayenne-Armada: Nach nur drei Sonderprüfungen übernahm der Toyota Landcruiser aus England die Führung vor Erik Brandenburg im privaten Porsche 911 "Safari", in den Top 5 findet sich kein prominenter Spitzenfahrer mehr. Für zahlreiche Teams endete die Etappe am Abschleppseil. Auf der 106 Kilometer langen Wertungsprüfung von Ölgy nach Mankhan in der Mongolei blieben einige Autos im Sumpf stecken oder mussten nach Schäden an der Ölkühlung abgeschleppt werden.

Zu einem grossen Problem entwickeln sich bei den Porsche-Teams die Reifen des Herstellers Dunlop: Schon auf der mehrtätigen Russland-Überführung erwiesen sich die Reifen der Porsche Cayenne als äusserst unzuverlässig, obwohl es fast nur über Asphaltpisten ging, waren auf vergleichweise wenigen Kilometern mehrere Reifenwechsel pro Tag und Team keine Seltenheit.

"Mit diesen Reifen kann man in einem englischen Park spazieren fahren, aber keine Rally in der Mongolei bestreiten", ärgerte sich Armin Schwarz. Nachdem ihm auch der zweite Ersatzreifen geplatzt war, fuhr Schwarz auf der demolierten Felge ins Ziel. Zuvor hatten sich der frühere Rally-Europameister und sein Co-Pilot Oliver Hilger im Gelände verfahren. "Die letzten 40 Kilometer habe ich keinen Strasse und keinen Weg gesehen", sagte Schwarz.

Auch andere Teams verloren auf den mongolischen Schotterpisten mehrere Reifen: Die Japaner Yoshifumi Ogawa und Hirohisa Kaneko mussten wiederholt den Wagenheber ansetzen, ebenso die kanadische Besatzung Kees Nierop und Laurance Yap. "Wir werden heute Abend analysieren müssen, woran es liegt", sagte Jürgen Kern. Noch am Ruhetag hatte Kern die Reifenprobleme der vergangenen Tage auf Fahrfehler der Piloten zurückgeführt.

Auf der gestrigen Sonderprüfung (erst die 3. nach tausenden Kilometern!) ging es neben Schotterpisten vor allem durch tiefen und schweren Schlamm. Ein Trick half dem steckenden Toyota-Team: Nachdem sich die Piloten im Sumpf festgefahren hatten und knapp zwei Stunden bis zum Seitenfenster im Schlamm steckte, vergruben sie einen Ersatzreifen, um an ihm die Seilwinde zu befestigen. Anderen Teams gelang es nicht, sich aus eigener Kraft zu befreien. Die Polen Jarek Sliwka und Andrzej Bryl, das Team Germany 2 mit Oliver Hille und Thomas Riethmüller (beide Teams im Porsche Cayenne Transsyberia) sowie die spanische Besatzung Jose Luis Aguilar Cortes und Jose Luis Aguilar Jimenez im Mercedes 250 GD mussten vom Servicefahrzeug geborgen werden. Weitere vier Fahrzeuge waren manövrierunfähig, wurden abgeschleppt oder auf Transporter verladen. Jürgen Kern platzte beim Bergen eines anderen Fahrzeugs das Frontdifferential, bei Carles Celma, Oleg Kesselman und Richard Meaden sind die Ölwannen oder -kühler beschädigt.

"Die Porsche-Kollegen fuhren sich heute die Fahrzeuge kaputt, das war unglaublich" berichtet ein Privatier gegenüber marathonrally.com. Weniger überraschend für die Offroad-Szene ist dann auch die Übernahme der Spitzenposition durch das britische Toyota-Team Garnham/Garnham. "Die sind mit einem fast serienmässigen Land Cruiser von 1998 dabei und fahren den Hightech-Cayenne um die Ohren" berichtet ein Teilnehmer. Selbst der private, zweiradangetriebene Porsche 911 "Safari" verwies die Cayenne auf die weiteren Plätze.

Immer grösser wird der Unmut bei einigen privaten Teams: "Es ist traurig, es hat immer mehr den Anschein, das hier alles zugunsten der Porsche ausgerichtet ist" berichtet ein Rallymitglied, das nicht genannt werden möchte. "Ständig werden die Etappen verkürzt, weil es den Porsche nicht liegt. Am Sonntag wurde wieder ein Teil der Sonderprüfung abgesagt - unsere einizige Vermutung: Die Reifen der Cayenne hätten das mal wieder nicht mitgemacht.

Wir fahren tausende Kilometer durch Russland ohne grossen Anspruch, müssen ständig hinten anstehen. An der Grenze zur Mongolei hiess es "erst die Porsche, dann Ihr" - als wir dann endlich drankamen, war kein Verantwortlicher mehr da. Als Privatier hat man das Gefühl, nur zweite Wahl zu sein. Nach unserer Meinung hat sich Veranstalter Schalber keinen Gefallen getan - was ist er denn ohne die Porsche?"

Der Unmut ging sogar soweit, das einige Teams schon überlegten, die Rally abzubrechen und auf eigene Faust ins Ziel zu fahren. Es bleibt also mehr als spannend - die zehnte Etappe der Transsyberia Rally führt die Teilnehmer am Montag über eine Distanz von 330 Kilometer von Mankhan nach Darvi.

Artikel vom 13.08.2007, Artikel: marathonrally.com/hs/Transsyberia

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