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Transsyberia: In aller Seelenruhe - Porträt des Siegerteams



Keine Situation beschreibt Rod Millen und Richard Kelsey besser als Folgende: Es geschah auf der vorletzten Etappe, zu Beginn der ersten Wertungsprüfung. Ein Fluss versperrte den Teams den Weg, 30 Meter breit, stellenweise ein Meter tief. Co-Piloten sprangen am Ufer aus ihren Autos, stürzten sich augenblicklich in die Strömung und versuchten, wild gestikulierend ihren Fahrern den Weg durch den Fluss zu weisen.

Auch Millen und Kelsey erreichten das Ufer in ihrem Porsche Cayenne. Sie hielten an und warteten. Während sich um sie herum Szenen gleich einer Massenpanik abspielten, standen sie am Ufer und warteten. Und beobachteten. Und warteten. Es vergingen 10, 20, 30 Sekunden, dann rollte der Wagen an und schob sich durch die Strömung wie ein Amphibienfahrzeug. Andere Teams trieben zu diesem Zeitpunkt in ihren Fahrzeugen bereits durch die Fluten wie ein führerloses Ruderboot. "Warum hätten wir aussteigen sollen?", fragt Millen am Abend im Fahrercamp. "Wir haben die Wasseroberfläche beobachtet. Sie kräuselte sich. Also wussten wir: Da ist es flach, das ist unser Weg." Nach wenigen Sekunden sind die Neuseeländer am anderen Ufer und fahren dem Etappensieg entgegen.

Das mag Routine sein oder Glück. Oder einfach Gelassenheit. Neuseeländische Gelassenheit. Nicht ohne Grund nennen sich die Neuseeländer auch untereinander "Kiwis". Wie ihr Nationaltier, das nur nachts aus seinem Versteck kriecht und in aller Seelenruhe durch das Unterholz tapst. So scheu der Kiwi ist, so zurückhaltend sind Millen und Kelsey. Ständen sich nicht jeden Morgen auf der Startliste, könnte man meinen, sie seien vorzeitig abgereist. Zurück nach Neuseeland oder in die USA, wo Rod Millen seit Jahrzehnten wohnt. In Kalifornien, Newport Beach.

Nicht weit entfernt von dort feierte Rod Millen seine grössten Erfolge. Pikes Peak heisst der Berg in Colorado, der mit Millens Namen eng verknöpft ist. Fünf Mal gewann der Neuseeländer den Pikes Peak International Hill Climb, zuletzt 1994. Über ein Jahrzehnt war seine Bestzeit das Mass aller Dinge, erst im Juli dieses Jahres wurde sein Rekord unterboten. Für Millen zu verschmerzen, denn die Liste seiner Erfolge ist lang: Dreifacher USA-Rally-Champion, dreifacher Neuseeland-Rally-Sieger, dreifacher USA-Off-Road-Rally-Gewinner, Asia Pacific Rally-Champion. Die Aufzählung liesse sich fortsetzen.

Auch dem Mann an Millens Seite, Richard Kelsey, reicht für seine Pokale längst nicht mehr nur ein Regalbrett. Sieg beim Pikes Peak, SCCA National Rally Championship und zuletzt Baja 1000 sind nur die wichtigsten seiner Errungenschaften. "Richard macht verdammt gute Arbeit", sagte Millen nach der 13. Etappe, auf der ihn Kelsey mal wieder sicher durch schwieriges Terrain gelotst hatte. "Ich kann mich hundertprozentig auf Richard verlassen."

Das weiss Millen nicht erst seit der Transsyberia Rally 2007 zu schätzen. Vor neun Jahren lernten sich die beiden kennen, Millen stellte Kelsey in seiner Firma ein. Heute ist die Hierarchie längst aufgehoben, Bestand hat hingegen das gemeinsame Ziel, erfolgreich zu sein. "Auf der ersten Etappe haben wir es sehr relaxt angehen lassen. Etwas zu relaxt", sagt Millen und lacht. "Dann haben wir uns entschieden, ein bisschen zuzulegen." Aber eben nur "ein bisschen". Millen und Kelsey treiben ihr Auto nicht mit aller Gewalt nach vorn, sie schleichen sich langsam von hinten an. "Ich muss nicht unbedingt die Pace machen", sagt Millen. "Wenn jemand anderes möchte, bitteschön." Die Etappensiege überlassen sie anderen, unauffällig fahren sie immer wieder unter die ersten Fünf. Auf der 13. Etappe wittern sie ihre Chance, in Führung zu gehen. Während die Führenden Brandenburg und Preuss in ihrem Porsche 911 durch den Fluss treiben, stehen Millen und Kelsey am Ufer und beobachten die Wasseroberfläche.

Artikel vom 18.08.2007, Artikel: marathonrally.com/hs/Transsyberia

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