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Transsyberia: Prominente Rallyfahrer wollen den Porsche einheizen








Keine Rally hatte im vergangenen Jahr derart für Kontroversen gesorgt wie die "Transsyberia Rally" durch Russland und die Mongolei. Mit einem Riesen-Aufgebot von speziell aufgebauten Porsche Cayenne sorgte der Stuttgarter Autobauer für Aufsehen - doch das kam in der Szene nicht nur positiv an. Umstrittene Streckenentscheidungen, benachteiligte Grenzkontrollen für Nicht-Porsche, eine eingeschränkte und angeblich zensierte Berichterstattung - das alles war nicht unbedingt gut für Veranstalter Richard Schalber.

In diesem Jahr will man vieles ändern - so sind zwar wieder massenhaft Porsche am Start, aber diese werden nicht nur "von eigenen Leuten" sondern auch von Kunden eingesetzt. Dabei setzt man auch auf Internationalität. Für die Top-Cockpits hat man wie im Vorjahr prominente Starter ausgewählt. So sind Armin Schwarz und "Lagos Race-Touareg"-Navigator Andreas Schulz dabei, für Polen startet Lukasz Komornicki mit Rafael Marton und für Frankreich Ex-FIA Weltmeister Christian Lavieille mit Francois Borsotto.

Weitere Highlights im Porsche: Pedro Gameiro und Pedro Figueiredo starten für Portugal, die Russen Denis Levyatov und Sergey Talantsev starten für "marathonrally.com Russland"-Partner "Nart Time".

Eigentlich eine klare Sache. Porsche will in den Rallyraid-Sport einsteigen (siehe auch vorletzter Absatz), vorher aber auf Nummer Sicher gehen. Das muss in diesem Jahr klappen, denn sonst kann die Aktion auch schnell nach hinten losgehen. Was bringt eine einzige Veranstaltung, bei der sowieso fast nur Porsche mitfahren und die zudem finanziell am Porsche-Tropf hängt? Porsche könnte ein Zeichen setzen und neben der Transsyberia - zumindest mit 1-2 Privatteams - auch an anderen Amateurveranstaltungen teilnehmen. Das würde die Sache glaubhafter machen und Porsche besser darstehen lassen. Zudem würde man mehr Erfahrung sammeln.

Zurück zum Starterfeld. Grösster Hingucker und "männlicher Kopfverdreher" ist zweifellos die einem Model gleichende Polin Klaudia Podkalicka, die ihren Landsmann Daniel Chwist navigieren wird. Eigentlich ist Klaudia keine Navigatorin sondern selbst aktive Fahrerin - und das erfolgreich. Bereits mit 13 Jahren stieg sie in den Motorsport ein und siegte zum Beispiel mehrfach im Kia Picanto Cup, Dacia Logan Cup oder auf kleineren Rallys. Im Januar diesen Jahres wollte die Stettiner Physik-Studentin eigentlich bei Lukasz Komornicki´s "Diverse Extreme"-Team im Race-Truck auf der Dakar mitfahren, doch die Absage machte die Träume zunichte.

Auch wenn das Nicht-Porsche-Starterfeld - wen wundert es - immer noch nicht so gross ist wie erhofft (bis dato sind 10 Marken-fremde Privatiers genannt), es tut sich langsam was auf der Transsyberia. Das hat der Veranstalter nicht zuletzt auch ORC-Chef Hans Baur zu verdanken, der in diesem Jahr nicht nur den Service für Porsche übernimmt, sondern sich auch sonst positiv für die Rally einsetzt.

Baur glaubt an die ursprüngliche Idee des Veranstalter Schalbers, einen neuen Marathonrally-Event (mit inkludiertem Tourismus-Charakter) für SUV zu platzieren - auch wenn man sich innerhalb der Organisation noch ein wenig unbeholfen verhält, eher "betriebs-befreundete" statt neutraler Presse einlädt und immer noch ein wenig "unter dem Domakles-Schwert Porsche" steht. "Ich vertraue fest darauf, das die Organisation eine ernsthafte neue Rally für eine grosse und interessante Zielgruppe schaffen will" meint Baur. Bereits für die neue "Libya Rally Raid" hatte Baur sein Vertrauen ausgesprochen - und selbst drei Teams an den Start gebracht.

Von der [ www.libya-rally-raid.org ] startet wohl der für Porsche interessanteste Teilnehmer: Kein Geringerer als Rally-Profi und -Veranstalter Wolfgang Pasetti wird zusammen mit seinem Navigator Martin Gröger und einem Toyota J9 starten. Wobei das "interessant" nicht unbedingt nur auf die von Pasetti gewohnt schnelle und professionelle Fahrweise gemünzt ist, vielmehr wird der italienische Wahl-Bayer auch als "Sprachrohr" der deutschsprachigen Rallyraid-Szene auf der Transsyberia starten.

Pasetti selbst sieht dem Ereignis gemütlich entgegen: "Wir gehen es ruhig an. Die langen Überführungsstrecken, unterbrochen mit kleinen Wertungsprüfungen machen auch klar den touristischen Anspruch deutlich. Vor allem freue ich mich auf das Land. Vor 14 Jahren war ich mit "Off Road"-Gründer Alfons Czerny zum ersten mal hier, gemeinsam durften wir als eines der ersten ausländischen Teams nach der Wende das unglaublich schöne Land bereisen. Ich bin gespannt, was sich hier alles verändert hat."

Und noch ein zweiter deutschsprachiger "Spezi" hat sich angekündigt: Christof Danner [ www.danner-racing.at ], mehrfacher Sieger der Tuareg und El Chott Rally sowie seit Anfang des Jahres auch FIA-Teilnehmer, wird die Rally für Österreich in seinem Puch (Mercedes) G bestreiten. Navigiert wird Danner dabei von Jan Szekeres. Wer Danner kennt weiss, aus Spass fährt er kaum eine Rally mit. Danner hat Ansprüche, Danner will vorne mitfahren. Bereits auf der Tuareg-Rally in Marokko hielt er die Profi-Fahrzeuge in Schach - nicht, weil er der unbedingt Schnellste war, aber weil er am besten navigieren konnte und ihm die "Dakar-Profis" letztlich nur noch brav folgten.

Eventuell für eine Überraschung sorgen könnte auch das Team Kramer/Ettenberger, das mit einem der letztjährigen Werks-Suzuki Vitara DDiS an den Start geht. Andreas Kramer in der Rallyraid-Szene kein Unbekannter: Über Jahre schraubte er an den FIA-Boliden des Treburer X-Raid BMW-Teams von Sven Quandt, war selbst aktiv auf diversen Pkw-Rallys und kennt kaum wie ein Anderer die aktuelle FIA-Profi-Rallyszene.

Ein reines Damenteam gibt es übrigens auch: Melina Frey startet gemeinsam mit Alexandra Hahn für Südafrika, ebenfalls auf einem Suzuki Vitara. "Dank des Offizierslehrgangs, der mich mehrfach an meine Grenzen brachte, fühle ich mich physisch und psychisch bestens für die Transsyberia vorbereitet", so Alexandra Hahn. Bereits zwei Kosovo-Einsätze hat sie als Leiterin der Notaufnahme im Feldlazarett absolviert.

Nach langer Zeit wieder in Wertung auf einer Rally dabei ist die Reise-Spezialistin Uta Baier, die gemeinsam mit Mario Steinbring in einem Toyota Landcruiser antritt. Baier hat sich in Deutschland vor allem als Partnerin von Andrea Mayer einen Namen gemacht und übernahm vor einigen Jahren ihr Extrem-Reiseunternehmen, das heute unter dem Namen "Teambuctou" bekannt ist. Auch als Teilnehmerin hat Baier Erfahrung, so startete sie schon auf dem Motorrad sowie mit einem Race-Truck auf Rallys wie der legendären "Dakar".

Last but not least dürfte das Interesse einem ganz besonderen Amateur-Team gelten: Panos Meyer und Birger Veit, die unter dem Teamnamen "JoeVito" starten und auch sonst medial recht kreativ sind. Nach eigenen Angaben haben die Jungs keine Ahnung vom Offroaden und besitzen als höchste sportliche Ehrung die Urkunde von den Bundesjugendspielen irgendwann aus den 80ern. Entsprechend haben sie sich in diversen Offroad-Foren schlaugemacht und berichten in amüsanter Form über ihre Fortschritte in einem Tagebuch auf der Webseite [ www.joevito.de ].

"Joe und Vito" alias Panos und Birger starten mit einem speziell für die Transsyberia aufgebauten Land Rover Defender 90, den sie einige Monate vor der Rally gebraucht übernommen hatten. Fans hoffen vor allem auf die "positive Naivität" der beiden - denn das hat vielen Rally-Newbees schon ordentlich geholfen. Ein Auszug aus ihrem (mittlerweile gewachsenem) Fachwissen: "Wir haben einen Treeslider. Damit kann man über Trees sliden."

Achja, vier weitere deutsche Teams sind dann auch noch in der Startliste zu finden: Horst Eckert und Andreas Köhler sind ebenso dabei wie Christian Pfeil-Schneider und Tommy Steuer, Oliver Naske (mit dem Schotten Robin Parkinson) sowie Lars Kern und Daniel van Kan (alle im Porsche Cayenne). Für Lars Kern und Van Kan ist es bereits die zweite Transsyberia, 2007 gelang beiden im Werks-Suzuki Vitara Platz 4 in der Gesamtwertung.

Kleine Stories am Rande: Citroen wird entgegen ersten Gerüchten nicht mit einem Werksteam an der Transsyberia teilnehmen. Anfang des Jahres hatte Citroen laut über einen Wiedereinstieg in den Marathonrally-Sport nachgedacht, nichts lag da näher, als dies mit einer "Soft"-Version bei der Transsyberia zu tun. Verhandlungen mit Fahrern waren bereits fast abgeschlossen, doch die Aktion verlief im Sande.

Interessant dürfte hingegen das Engagement von Horst Eckert werden. Eckert hatte bereits - wenn auch noch ruhig - über ein Porsche Cayenne-Team auf der Dakar 2009 nachgedacht (wir berichteten exklusiv). Das scheint nun keineswegs vom Tisch, im Gegenteil. Auf der offiziellen Porsche-Webseite zur Transsyberia [ www.porsche.com/transsyberia ] wird Hock u.A. beschrieben mit "Vorbereitung und Aufbau des Dakar-Porsche-Teams von Hock Racing 2009" - wer die restriktiven Regeln eines Autoherstellers bezüglich derartiger Formulierungen kennt kann wohl behaupten "Nachtigall ick hör dir trapsen". Hock ist es übrigens zu verdanken, das auch Lars Kern wieder dabei ist - er startet als "Auto 2" für Hock Racing. "Nachtigall...?"

Die Rally startet kurz nach dem Ende der Dresden-Breslau am 10. Juli 2008 mit der Technischen Abnahme in der russischen Hauptstadt Moskau und endet 27. Juli in Ulaanbaatar in der Mongolei. Mit 2.500 Euro Startgeld ist die "Transsyberia" recht günstig angesetzt, allerdings kommen noch Kosten für den Fahrzeug An- und Abtransport sowie Visa etc. hinzu. Marathonrally.com wird (je nach Möglichkeit) täglich über die Rally online berichten. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite [ www.transsyberia.de ].

Artikel vom 10.06.2008, Artikel: Redaktion/hs

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