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 Tuareg Rally: Die eigentlich ungeplante Rally - Teamreport vom Daktec Team.
Es war nicht so geplant, es hatte sich so ergeben... Eigentlich wäre das Daktec-Serviceteam aus dem brandenburgischen Rathenow fast zeitgleich auf der "Libya Rally Raid" (LRR) in Libyen im Einsatz gewesen. Jedoch die bekannten politischen Umstände hatten zur Absage der Rally geführt. Was nun, was tun?
Teamreport Daktec Team - von Matthias Krüger
"Tuareg Rally"-Chef Rainer Autenrieth hatte schon die letzten drei Jahre versucht, unser Team für die Wüstenrally in Marokko zu gewinnen. Durch die Absage der LRR haben wir spontan zugesagt. Doch die Zeit war zu kurz, um ein komplettes Kundenteam auf die Beine zu stellen. So blieb der Servicetruck zu Hause. Wir starten alleine, zurück zu den Wurzeln, ohne eigenen Service, ohne Stauraum, Rally "ohne Netz und doppelten Boden".
Die touristische Begleitung war nicht unser Ding. Zwar wollten wir erst einmal die Rally und Marokko kennenlernen, jedoch dann schon als Teilnehmer in der Pkw-Profiklasse.
Den Luxus von zwei Transportkisten buchten wir bei der Organisation. Es passten natürlich nicht ansatzweise die Dinge hinein die wir mitnehmen wollten. So wurde eine Kiste prall mit Ersatzteilen gefüllt (bekanntlich gehen ja die Dinge nicht kaputt die man dabei hat) und die andere Kiste mit persönlichen Dingen und etwas "Notverpflegung".
Unser Mitsubishi Pajero V25 Evo fuhr ab Dresden hinter einem LKW auf dem Anhänger bis nach Almeria zum Start. Wir selbst hatten dem ORMS Medical Team von Klaus Spörl versprochen, seinen Nissan Patrol Rettungswagen nach Spanien zu überführen. So ging es am 21. März 2011 über Frankreich, Spanien, mit Zwischenstopp in Barcelona bis nach Mojacar kurz vor Almeria. Von Rathenow locker 3.000 Kilometer!
Im Hotel konnten wir noch zwei Tage ausspannen bevor es mit der Fähre nach Nador in Marokko ging. Ein riesen Starterfeld, sehr viele Motorräder aber auch fast 50 Autos in Wertung. In Nador die erste Überraschung. Nirgendwo Müll in der Strassen, auf den Feldern, in den Flussbetten. Hier hat jemand aufgeräumt. Kein Vergleich zum Rest der nordafrikanischen Region.
Start am Montag dem 28. März 2011 kurz hinter Nador. Neu für uns, nicht alle Etappen gelten Wertungsprüfung auf Speed, stattdessen mussten in Vorgabezeit versteckte Kontrollen gefunden werden. Vorteil: Man kann die schöne, teils sehr grüne Landschaft geniessen.
Unsere Taktik war klar, wir wollen, müssen ankommen. Die Platzierung war zweitrangig. Zahlreiche Profiteams aus dem FIA-Sport hatten so ziemlich Alles and Technik und Service aufgefahren - entsprechend rechneten wir uns keine grossen Chancen aus.
Auf den steinigen Etappen liessen wir die "FIA-Heisssporne" schnell mal vorbei - um sie an der nächsten Abzweigung mit defektem Reifen stehen zu sehen. Kontinuität war unser Ziel. Von Tag zu Tag rutschen wir so nach in der Gesamtwertung nach vorne.
Dann die Dünen im Erg Chebi. Ab hier war klar, hier können wir uns noch weiter nach vorne schieben. Die jahrelange Sand-Erfahrung in Libyen und Tunesien zahlte sich aus. Wir hatten durchweg keine Probleme die Dünenetappen: Selbst die hohen Kämme waren einzigartig fest und wir hatten jede Menge Spass in den Sonderprüfungen.
Schnell fuhren wir auf den 6. Platz vor, den wir bis zum Ende der Rally verteidigen konnten. So riskierten wir auf den Etappen zurück zur Küste nichts mehr, wir hatten nach vorne und hinten ausreichend Spielraum in der Platzierung. Bei der Siegerehrung in Spanien freuten wir uns über unser gutes Ergebnis, das Auto hat absolut keine Probleme bereitet, Nichts ging kaputt.
Fazit: Eine sehr interessante Rally durch tolle Landschaften, straffe Organisation, grosses Teilnehmerfeld und nette Leute.
2011/04/16 | 13:59 CET | ARTICLE: MR/SY/KRUEGER


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