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 Tuareg Rally: Zusammenfassung der Marokko Amateur bei den Pkw-Profis.
Die Tuareg 2011 ist Geschichte - und beinahe geschichtsträchtig: Nach 2500 Kilometern quer durch Marokko trennen bei den Profi-Pkw gerade mal 6 Minuten den Sieger vom Zweiten.
Nach spannenden Duellen konnten sich Lee Amthor und Ingo Tiarks im Range Rover nur wegen einer gebrochenen Vorderachse am Puch/Mercedes G von Christof Danner und Jan Szekeres in den beiden letzten Etappen den ersten Platz sichern.
Die ursprünglich für Motorräder designte Rally war mit 50 Autos - darunter einige hochkarätige Fahrzeuge - gut besetzt. Bei den Motorrädern waren rund 150 Starter genannt - ebenfalls ein Spitzenwert.
Nach sechs Siegen lastete ein ziemlicher Druck auf dem österreichischen "Danner Racing Team" - in diesem Jahr in der Besetzung Danner/Szekeres. Diese Kombination hatte schon 2004 seine erste Tuareg gewonnen und fuhr auch 2008 die Transsyberia Rally von Moskau nach Ulan Bator.
Schon am ersten Renntag in Marokko auf schnellen Pisten mit kniffliger Navigation auf dem Weg von Nador nach Missor zog sich das Feld etwas auseinander. An der Spitze ein buntes Gemisch aus Rang Rover, Mercedes, Pajero, und Desert Warrior, schnellstes Team: Zeller/Vatovec im Range Rover.
Der zweite Tag führte über etwa 400 Kilometer und zwei Sonderprüfungen von Missor nach Merzouga. Die erste Etappe setzt sich aus tollen, abwechslungsreichen Strecken durch Wadis, weite Täler und Steppen zusammen, die sehr schön zu fahren waren - am Ende der erste Sieg für Danner/Szekeres.
Tag 3. Hauptcharakteristikum der 2. Etappe war die Gegend um Erfoud mit dem gleichnamigen Pass sowie extrem schnelle Pisten durch eine Ebene bis zur Rückseite des Erg Chebi. Die letzten Kilometer querten das grösste Dünenegebiet Marokkos an der schmalsten Stelle. Die Gewinner hier die Berliner Amthor/Tiarks (Range Rover), die "mit dem Messer zwischen den Zähnen" die österreichischen Titelverteidiger jagten.
Am vierten Tag ging es durch drei verschiedene Sandgebiete, verbunden durch abwechslungsreiche Pisten mit spannender Navigation bis knapp an die algerische Grenze. Der Sand war in diesem Jahr durch ausbleibende Regenfälle weicher als in den letzten Jahren. Christof Danner und Jan Szekeres gruben sich kurz nach dem Start ein, dennoch schaffte man schliesslich den zweiten Etappensieg.
Der entscheidende Tag jeder Tuareg Rally aber ist die Königsetappe: Vier unterschiedliche Runden im Erg Chebi, mit Checkpoints gespickt, um die Einhaltung der vorgegebenen Strecken zu gewährleisten. Wie im letzten Jahr hatte die österreichische Mercedes/Puch-Crew von Beginn an 5-6 Verfolger, im Konvoi arbeitete man sich in unterschiedlichen Formationen in die Mitte des Erg Chebi.
Amthor/Tiarks hefteten sich von Beginn an die Österreicher und überholten schliesslich. Doch in der dritten Runde fuhr sich der Range Rover an einem steilen Dünenanstieg fest, Danner/Szekeres holten sich ihre Position zurück und gewannen den Sand-Marathon nach 295 Kilometern und 8 Stunden Fahrt.
"Die Konkurrenten in den teilweise mehrere Hundert-tausend Euro teuren Rallyprototypen wie Bowler oder Desert Warrior fielen immer weiter zurück und es entwickelte sich ein spannender Zweikampf zwischen uns und den Berlinern" berichtet Christof Danner begeistert.
Entsprechend den Platzierungen vom Vortag ging es an Tag 6 erneut in einen Dünenrundkurs. Attraktion des Tages war wieder die Bezwingung der Hausdüne durch die Motorradfahrer - ein echtes Spektakel.
Bei den Autos gingen "die üblichen" Favoriten zusammen ins Rennen, Danner führte vor Amthor, es entwickelte sich ein spannendes Duell zwischen den ersten fünf Fahrzeugen. Am Abend die Überraschung: Die ersten drei Fahrzeuge kamen zeitgleich ins Ziel, die Österreicher Danner/Szekeres kamen an 4. Position mit 2 Minuten Rückstand ins Ziel.
Trotz Konkurrenz hielt man zusammen: Amthor/Tiarks Berliner Teamkollegen Zeller/Vatovec steckten im zweiten Range Rover und einer gebrochenen Welle in den Dünen fest. Um dem Team eine hohe Zeitstrafe zu ersparen, arbeiteten die Führenden Danner und Amthor zusammen und holten den Range Rover aus der Misere.
"Beim anschliessenden Service mussten wir feststellen, das an unserem Puch/Mercedes G das Vorderachsrohr infolge permanenter Verdrehungen beim Verschränken gebrochen war. Der Mechaniker von "Memo-Tours" schweissten die Achse schliesslich so gut es ging - und das kurz vor Ende der Rally" erinnert sich Christof Danner.
Der nächste Tag führte den Tross bereits erst wieder quer durch den Erg Chebi, dann über unendliche Flächen Richtung Missor. Auf der langen schnellen Piste war Lee Amthor zwar schneller, verliert aber wegen Probleme mit der Elektrik wieder einige Minuten. "Dennoch war unsere Achse wieder gerissen und musste in Erfoud neuerlich geschweisst und verstärkt werden" so Danner.
Die "Schlucht ohne Namen" wurde in diesem Jahr wegen starker Regenfälle und den damit verbundenen Auswaschungen nur als Navigationsetappe gefahren.
Es folgte der letzte Renntag, bestehend aus zwei Sonderprüfungen und zwei Navigationsetappen. "Nachdem die erste Stage fast ausschliesslich aus schnellen Pisten bestand, auf denen der Range Rover sehr schnell war, beschlossen wir, den Vorsprung von inzwischen 14 Minuten der Sicherheit zu opfern und nur so schnell zu fahren, dass die Achse nicht wieder bricht" berichtet Christof Danner. "Immerhin waren noch 400 Kilometer in Marokko und etwa 100 Kilometer in Spanien zu fahren."
Auch wenn man nicht kampflos aufgeben wollte - die Berliner Lee Amthor und Ingo Tiarks im Range Rover blieben vorne und fuhren schliesslich den Gesamtsieg bei den Pkw-Profi vor Danner/Szekeres (Mercedes/Puch G) und den Franzosen Bensadoun/Beaule (Desert-Warrior) ein.
"Nach 2500 Kilometern quer durch Marokko - über Pisten, durch den Erg Chebi, durch trockene Queds - liegen zwischen dem Sieger und uns gerade 6 Minuten. Aber die neuen Sieger haben es verdient, sie haben sich richtig angestrengt. Ein Grund mehr, im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mitzufahren - um den Titel zurückzuholen" freut sich Christof Danner abschliessend.
2011/04/16 | 12:57 CET | ARTICLE: MR/SY/DANNER


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